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ALTDORF: «Ländler»-Botschafter Ernst «Jonny» Gisler geehrt

Der Regierungsrat ehrt Ernst «Jonny» Gisler mit dem Goldenen Uristier. Der erste Musiker, der den Preis erhielt, blieb auch bei der Übergabefeier, die über 100 Personen besuchten, die Bescheidenheit in Person.
Markus Zwyssig
Der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg überreicht der Ländlermusiklegende Ernst «Jonny» Gisler am Dreikönigstag im Haus für Kunst Uri in Altdorf mit dem Goldenen Uristier auch eine Urkunde. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 6. Januar 2018))

Der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg überreicht der Ländlermusiklegende Ernst «Jonny» Gisler am Dreikönigstag im Haus für Kunst Uri in Altdorf mit dem Goldenen Uristier auch eine Urkunde. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 6. Januar 2018))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Seine Musik ist virtuos und vielseitig. Am Samstagabend drehte sich im Haus für Kunst Uri alles um Ernst Gisler, genannt Jonny. Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg durfte dem 87-jährigen Bürgler den Goldenen Uristier ans Revers heften. Ihm zu Ehren spielten Fränggi Gehrig, sein Vater Franz Gehrig und Peter Gisler vor über 100 Zuhörern: natürlich ausschliesslich Kompositionen der Urner Volksmusiklegende.

Er dürfe einen grossen Identitätsstifter ehren, der einen bedeutenden Teil seiner Schaffenskraft der Musik gewidmet habe, sagte Beat Jörg. Der Goldene Uristier wurde erstmals 2011 zum 30-jährigen Bestehen der Kunst- und Kulturstiftung Uri vergeben. Bisher wurden mit der Ehren­nadel ausgezeichnet: Peter Baumann, Kurt Zurfluh, Franz Pfister, Max Dätwyler, Josef Herger-Kaufmann, Hans Danioth, Karl Danioth, Lory Schranz und Hans Stadler. Mit Jonny Gisler erhielt nun erstmals ein Musiker die Auszeichnung.

Wertschätzung für die innovative Volksmusikszene

Bei der Preisübergabe blickte Beat Jörg auf Jonny Gislers langes Musikerleben zurück (siehe auch «Zentralschweiz am Sonntag»). Die eigentliche Karriere startete dieser mit den Handorgelduos Gisler-Bissig und Gisler-Schmidig. Schon bald bestritt Jonny Gisler unzählige Auftritte mit Koryphäen der Schweizer Volksmusik wie Köbi Buser, Werner Lustenberger, Fredy Zwimpfer und Franz Nauer. Während eines halben Jahrhunderts spielte er mit dem Trio Gisler. Immer wieder wurde er für Radio- und Fernsehauftritte eingeladen. Seine Musik ist auf zahlreichen Schallplatten und CD-Produktionen festgehalten. Gislers inzwischen mehr als 300 Kompositionen fanden Anklang, und zwar weit über das Urnerland hinaus; zu hören und zu sehen war der Preisträger, der selber keine Noten lesen kann, am Radio und im Fernsehen. «Er wurde eine Institution, ein Kulturbotschafter für das Land am Gotthard», so Jörg.

Der Preis sei auch eine Wertschätzung an all jene, die dazu beitragen würden, dass sich die Volksmusik weiterentwickle, sagte der Kulturbeauftragte Josef Schuler. «Uri hat eine starke, innovative Volksmusikszene.» Eine wichtige Rolle würden dabei das Haus der Volksmusik und das Volksmusikfestival spielen.

Beat Jörg ermuntert zum Weitermachen

Vor einem Jahr kündigte Jonny Gisler im Schützenhaus Altdorf seinen Rücktritt an. «Die Finger wollen nicht mehr so recht», meinte er. Doch zusammen mit Franz Schmidig, Ruedi Zurfluh und Roger Schmidig sorgte das Quartett noch einmal für einen eindrücklichen Musikantenabend.

Offiziell hat sich Jonny Gisler von der Bühne verabschiedet. «Doch die Handorgel beiseitezulegen, wäre falsch», sagte Jörg. Sie bleibe eine Quelle. «Wie konzentriert und treffsicher du mit deiner Hand jeweils über die Tastatur geglitten bist, Tango, Fox, Ländler, Schottisch und Schlager in Dur und Moll hervorgezaubert hast – das bleibt unvergessen, und es muss weiterhin Platz haben im Leben.»

Der Preis sei eine grosse Freude und eine grosse Ehre für ihn, sagte der Preisträger zum Abschluss. «Es hat richtig gekribbelt, als ich gelesen habe, wie gut ich bin.» Das sagte er aber mit einem Schmunzeln, denn der Erfolg ist ihm nie zu Kopf gestiegen. So blieb denn Jonny Gisler auch bei der Feier im Haus für Kunst die Bescheidenheit in Person. Im Zentrum stand für ihn das Danken, allen, die ihn unterstützt und begleitet haben. Ganz besonders bedankte er sich bei seiner grossen Familie.

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