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ALTDORF: «Maloney»-Erzähler ist auch bei der Kunst schlagfertig

Peter Schneider hat das Haus für Kunst Uri besucht. Der Psychoanalytiker und Satiriker war nie um eine Antwort verlegen.
Peter Schneider im Gespräch mit Kunstvermittlerin Lotti Etter. (Bild: Markus Zwyssig (Neue UZ))

Peter Schneider im Gespräch mit Kunstvermittlerin Lotti Etter. (Bild: Markus Zwyssig (Neue UZ))

Markus Zwyssig

Wer regelmässig Radio SRF 3 hört, der kennt seine Stimme: Peter Schneider ist der Erzähler der sonntäglichen Hörspiele von Kriminaldetektiv Philip Maloney und kommentiert bei der «anderen Presseschau» auf satirische Art und Weise das Weltgeschehen. Auch schreibt er Glossen für die «Sonntagszeitung» und Kolumnen für den «Tages-Anzeiger» und den «Bund».

Schlagfertig zeigte sich Schneider auch bei seinem Besuch im Haus für Kunst Uri in Altdorf. Mit Kunstvermittlerin Lotti Etter begab er sich am Freitagabend auf einen Rundgang mit dem besonderen Blick. Dabei machte er den rund 25 teilnehmenden Personen Mut, selber durch das Kunstwerk «The Beautiful Tube # 4» von Sabina Lang und Daniel Baumann zu steigen. Die begehbare, rund 100 Meter lange Installation schlängelt sich durch die Räume im Haus für Kunst Uri. Im Innern ist es stockfinster wie in einem Stollen. «Für 20 Franken bin ich bereit, die Verantwortung auf mich zu nehmen, wenn Sie durch die Installation gehen», sagte Schneider. Er selbst hatte es gemäss eigenen Angaben problemlos durch das Kunstwerk geschafft. Die Dunkelheit mache ihm nichts aus. «Ich habe schliesslich auf der Zeche gearbeitet, ich kenne das Leben der Bergleute.» Stolz zeigte er seinen Arm, auf den er sich das Symbol der Bergleute – gekreuzte Schlägel und Eisen – tätowiert hat. «Die Arbeit habe ich aber nur sechs Wochen lang gemacht», sagte Schneider mit einem Schmunzeln.

Prosecco vor der Dunkelheit

Als Psychoanalytiker hat Schneider aber Verständnis dafür, wenn sich die Menschen vor der Dunkelheit fürchten. Dagegen könne die Psychoanalyse nur wenig ausrichten, helfen könne da schon eher die Verhaltenstherapie. «Und wenn man sich nicht durch die Röhre traut, nützt es vielleicht, ein Glas Prosecco zu trinken.»

Schneider, der als Dozent an den Universitäten Zürich und Bremen tätig ist, betreibt als Psychoanalytiker eine eigene Praxis. Er interessiert sich auch für Kunst und ist selber ein Sammler. «Meine Wände, sowohl zu Hause als auch in der Praxis, sind voll mit Kunstwerken», so Schneider. Zudem habe er einen Schrank gefüllt mit Grafiken, die keinen Platz an den Wänden finden würden.

Wohnen im Danioth-Pavillon

Im Danioth-Pavillon, durch den sich gegenwärtig einzig die rechteckige, schwarze Holzkonstruktion von Lang/Baumann zieht, sind die Wände leer. Peter Schneider würde gerne hier wohnen, wie er auf eine entsprechende Frage von Kunstvermittlerin Lotti Etter sagte. «Ich würde ein paar Möbel hineinstellen und mich dann darüber freuen, wie schön aufgeräumt es hier ist.» Er habe nämlich die Tendenz, seine Wohnung mit zu vielen Möbeln und Alltagsgegenständen zu füllen.

Stirnlampe für Ängstliche

Etter beruhigte zum Schluss des Kunstrundgangs: «Das Kunstwerk von Lang/Baumann zu begehen, ist völlig ungefährlich. Und für Ängstliche gibt es eine Stirnlampe mit auf den Weg.» So musste Peter Schneider bei den Besuchern, die durch die Installation gingen, schliesslich doch nicht die Verantwortung übernehmen.

Hinweis

Die Ausstellung von Sabina Lang und Daniel Baumann ist bis zum 23. August zu sehen. Geöffnet ist sie Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

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