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ALTDORF: Migranten werden enger begleitet

Der dritte Urner Integrationstag widmete sich dem Thema der Arbeitsmarktintegration von Migranten. Diese sollen mehr unterstützt werden. Auch zwei Direktbetroffene kamen zu Wort.
Urs Hanhart
Mohammed Hussein Abdullahi kam 2009 in die Schweiz und berichtete am Urner Integrationstag von seinen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 14. November 2017))

Mohammed Hussein Abdullahi kam 2009 in die Schweiz und berichtete am Urner Integrationstag von seinen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 14. November 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die Fähigkeit, Menschen aus anderen Kultur- und Sprachkreisen in die Gesellschaft integrieren zu können, gilt als ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Gemeinwesens. In einer sich zunehmend globalisierenden Welt gewinnt diese Fähigkeit zunehmend an Bedeutung. «Aus diesem Grund legt der Kanton Uri viel Wert auf eine erfolgreiche Integration von Migranten», betonte Christian Mattli, Präsident der Fachkommission Integration, in seiner Begrüssungsrede zum dritten Urner Integrationstag. Dieser wurde am Dienstag im Theater Uri abgehalten. Ein wichtiges und wirkungsvolles Instrument hierfür sei das kantonale Integrationsprogramm, das vor vier Jahren mit der Unterstützung des Bundes lanciert wurde, so Mattli.

In der bevorstehenden zweiten Programmphase – mit dem kantonalen Integrationsprogramm 2018 bis 2021 – gelte es nun, die erarbeiteten Massnahmen weiterzuführen, zu opti­mieren und weitere Massnahmen zu initiieren, sagt Mattli. Ein Schwerpunkt des neuen Programms sei die Integration in den Arbeitsmarkt. Dazu ergänzte er: «Die Gruppe der Migranten ist in Uri in höherem Mass von Arbeitslosigkeit betroffen, als es Personen ohne Migrationshintergrund sind. Darum möchten wir Migranten auf dem Weg in den Arbeitsmarkt künftig eng begleiten.»

Wie diese Begleitung gestaltet werden soll, diese Frage wurde am Integrationstag vertieft diskutiert. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bildungs- und Kulturdirektion und der Fachkommission Integration. «Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass Uri ein erfolgreicher Integrationskanton bleibt», sagte Mattli zur Zielsetzung.

Job-Coach Christoph Bu­schor gab Einblicke in die Arbeitsmarktintegration im Kanton Graubünden. Das Bündnerland gilt in dieser Hinsicht als eigentlicher Vorzeigekanton. Buschor verriet: «Es gibt kein Geheim­rezept bei uns, und wir haben das Rad nicht neu erfunden. Bei uns ist der Integrationsprozess sehr gut organisiert und koordiniert.» Zudem verfüge Graubünden über eine liberale Arbeitsmarktpolitik. Man sei bestrebt, nicht so rasch wie möglich den erstbesten Job zu vermitteln, sondern eine Lösung zu finden, die den indivi­duellen Fähigkeiten sowie den Wünschen des Jobsuchers entsprechen.

In einem Jahr 300 Absagen erhalten

Abgerundet wurde der Inputteil mit kurzen Erfahrungsberichten von zwei Direktbetroffenen. ­Mohammed Hussein Abdullahi flüchtete 2009 in die Schweiz. Er erhielt bereits nach wenigen Monaten einen positiven Entscheid, bleiben zu dürfen. «Zu Beginn des Integrationsprozesses habe ich grossen Wert darauf gelegt, möglichst schnell die deutsche Sprache zu lernen», sagte er. Bei der Jobsuche bekundete der Somalier zunächst grosse Mühe. Innerhalb eines Jahres verschickte er 300 Bewerbungen und erhielt ebenso viele Absagen. «Das Projekt Fomaz war für mich ein grosser Glücksfall», betonte Abdullahi. «Ich konnte dort ab Januar 2011 ein Praktikum machen und war anschliessend vier Jahre im Service tätig.» Mittlerweile hat Abdullahi im Restaurant Schützenmatt eine Lehre als Restaurationsfachmann begonnen. Die Ausbildung möchte er im Juli 2020 abschliessen.

Erdal Dündar, der aus der Türkei in die Schweiz flüchtete, war anderthalb Jahre als Asyl­bewerber in Göschenen untergebracht. Schliesslich erhielt auch er einen positiven Asylentscheid. Zunächst absolvierte er eine ­Dolmetscher-Ausbildung für Deutsch/Kurdisch bei der Caritas Luzern. Allerdings arbeitete er dort nur auf Abruf, weshalb er sich einen anderen Job suchte und auch fand, und zwar bei der Dätwyler AG. In seiner Heimat hat Dündar an der Uni studiert und in Soziologie und Pädagogik erfolgreich abgeschlossen. «Ich würde gerne in diesen Bereichen arbeiten. Aber mit einem ausländischen Diplom ist es sehr schwierig, in der Schweiz eine entsprechende Stelle zu finden.»

Nun möchte er im Kantonsspital Uri eine Ausbildung zum Pflegefachmann absolvieren. Zunächst muss er aber noch das Aufnahmeverfahren bestehen, das er bald in Angriff nehmen wird.

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