Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTDORF: Museen beraten über ihre Zukunft

An der 7. Urner Museumskonferenz steht insbesondere der Massnahmenplan zur Diskussion. Vorgestellt wird die Erlebnis-App Sqwiss, die zum Jahr des Kulturerbes 2018 geschaffen wurde.
1 (Bild: Urs Hanhart (24. Juni 2017))

1 (Bild: Urs Hanhart (24. Juni 2017))

«Die Urner Museumslandschaft ist mit zehn Museen sehr lebendig», sagt der Altdorfer Arzt Karl Baumann, der seit 2012 die Museumskonferenz präsidiert. «Mit dem Sasso San Gottardo ist ein grosser Anbieter zur Urner Museumskonferenz gestossen. In die unterirdische Festung auf dem Gotthardpass wurden über 12 Millionen Franken investiert. Entstanden ist eine faszinierende Erlebniswelt, die mit jährlich rund 20000 Eintritten auch volkswirtschaftlich wichtig ist», so der ehemalige Präsident des Kunstvereins Uri.

Gelungen sind auch die Sanierung und die moderne Ausstellung des Tellmuseums. Nun werden wieder vermehrt Gäste, auch Schulen und Familien, angesprochen. Erst kürzlich war in Bürglen die Vernissage des witzigen Tell-Comicbandes. Ein eigens vom Amt für Volksschulen initiiertes Lehrmittel zum Lehrplan 21 über den Freiheitshelden Tell wurde online geschaltet.

Das Museumsland Uri ist bemerkenswert

Uri verfügt im Verhältnis zur Einwohnerzahl über eine dichte Museumslandschaft. «In Uris Gemeinden begegnet man auf Schritt und Tritt einer reichen Kunst- und Kulturlandschaft», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg. «Die Museen sind Teil der Ortsbilder, der Pass- und Verkehrslandschaft und unserer Erinnerungskultur.»

Die zehn Urner Museen leisten viel. Sie sind privat getragen, und ergeben mit 700 Stellenprozenten attraktive Bildungsangebote im öffentlichen Interesse. Sie sprechen über 40000 Besucher an und erbringen mit über 10000 Jahresstunden viel Freiwilligenarbeit.

Finanziell sind sie nicht auf Rosen gebettet. Nur dank grossen Mitgliedervereinen und Eigen­erträgen, auch dank grosszügigen Stiftungs- und Drittbeiträgen, sind sie überlebensfähig. Die öffentliche Hand, Gemeinden, Korporation und Kanton, unterstützen die Träger subsidiär. Mit dem Historischen Museum und dem Haus für Kunst Uri bestehen Leistungsvereinbarungen.

95 Schulklassen wurden durch Ausstellungen geführt

Die Urner Museumskonferenz (UMK) geht auf den regierungsrätlichen Bericht «Kulturförderung Uri, 1994» zurück. Seither sorgt die Konferenz mit jährlich zwei Sitzungen für einen unbürokratischen und koordinierten Austausch. Ein erster Massnahmenplan «Museumslandschaft Uri» ist umgesetzt. Schwerpunkte waren Öffentlichkeitsarbeit und verstärkte Sensibilisierung für das Kunst- und Kulturerbe. Gut besucht wurde jeweils die Museumsnacht.

Vor gut zehn Jahren lancierte man das Projekt «100 Klassen ins Museum». Im vergangenen Schuljahr war man fast so weit. 95 Klassen, ein Viertel der Urner Klassen, wurden professionell durch eine Ausstellung geführt. Möglich wurde dies dank der Unterstützung des Kantons, des Hauptsponsors Urner Raiffeisenbanken und der Gretl-Karr-Stiftung.

Mit dem Museumskonzept Uri 2017 bis 2025 liegt erstmals eine gründliche Analyse vor. Der Bericht wird an der 7. Urner Museumskonferenz verabschiedet. Die Altdorferin Valeria Pagani befragte in ihrer Masterarbeit sämtliche Museen und zehn Fachpersonen. Die Ergebnisse sind ausgewertet. Die Vernehmlassung mit dem Massnahmenplan zeigt verschiedenen Orts Handlungsbedarf. Bauliche Investitionen sind in fünf Museen vorgesehen. Im Historischen Museum fehlen Depoträume für die Bewahrung wichtiger Urner Kulturschätze. Sehr gut funktionieren der Austausch, die Terminkoordination und der gemeinsame Webauftritt. Doch weil personelle Ressourcen fehlen, kommen restaurative Arbeiten, Inventarisierung und eine gezielte kantonal koordinierte Sammlungs­tätigkeit oft zu kurz. Ein grosser Teil der Vorstandsarbeit muss für die Geldbeschaffung investiert werden.

25 nationale Organisationen und das Bundesamt für Kultur laden Kantone und Museen zum Kulturerbejahr 2018 ein. Der Urner Schwerpunkt ist ein innovatives Sqwiss-Erlebnis-Game. Der Erfinder ist Martin Weiss, Filmschaffender und Autor der kulinarischen Reihe «Urchuchi». An der 7. Urner Museumskonferenz zeigt er filmisch auf, wie «Murmeltiere» alle Urner Gemeinden virtuell durchlöchern. «Genau dort, wo die natur- und kulturhistorischen Schätze liegen, kommen die Tiere an die Oberfläche», sagt der Journalist und schmunzelt. «Und mit Kurzfilmen und Rätseln entdeckt man nicht nur spielerisch Kultur, Politik und Geschichte von Uri, sondern man gewinnt noch Preise.» Uri unterstützte das Projekt, er ist eigentlicher Sqwiss-Pilotkanton (www.sqwiss.ch).

Alle Interessierten sind zur 7. Urner Museumskonferenz eingeladen. Diese findet am Donnerstag, 25. Januar, von 18 bis 20 Uhr im Haus für Kunst Uri statt. Es ist keine Anmeldung nötig. (red)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.