ALTDORF: Neue Behörde sorgt weiter für Gesprächsstoff

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gibt zu reden. Am Mittwoch machten sich Landräte für die Gemeinden stark. Wehren musste sich auch Barbara Bär.

Markus Zwyssig
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Die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde lieferte gestern im Landrat viel Gesprächsstoff. (Archivbild Neue UZ/Urs Hanhart)

Die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde lieferte gestern im Landrat viel Gesprächsstoff. (Archivbild Neue UZ/Urs Hanhart)

Claudia Gisler (CVP, Bürglen) war «nicht befriedigt» mit den Antworten der Regierung auf ihre Fragen zur Kantonalen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). «Der Regierungsrat hat bei der Beantwortung wenig Fingerspitzen- und Taktgefühl gezeigt», wurde sie konkret. Die Antworten der Regierung auf ihre Interpellation hätten ein schlechtes Licht auf die Arbeit der Gemeinden geworfen. Das will Gisler aber nicht gelten lassen. Im Gegenteil: «Die früheren Verantwortungsträger haben jahrelang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gute und wertvolle Arbeit zu Gunsten der Menschen geleistet, die Hilfe und Unterstützung brauchen.»

Auch Oswald Ziegler (CVP, Seelisberg) wollte die Anschuldigungen an die Gemeinden nicht einfach so stehen lassen. Als Sozialvorsteher sei er selber bei der Dossierübergabe dabei gewesen. «Es ist nicht einfach ein Stapel Dossiers überreicht worden. Jedes Dossier wurde eingehend angeschaut, diskutiert. Hintergrundinfos abgegeben.»

Ein Pingpongspiel mit Schuld- und Fehlerzuweisungen wird uns nicht weiterbringen», sprach sich Christoph Schillig (Grüne, Flüelen) für eine einvernehmliche Lösung aus. Was es jetzt brauche, sei Fingerspitzengefühl beim weiteren Vorgehen und ein zielorientiertes Zusammenarbeiten.

Auch viele Dossiers von Privaten

Barbara Bär verteidigte die regierungsrätliche Antwort auf den Vorstoss. Man habe versucht, auf alle Fragen transparent und ehrlich Auskunft zu geben. Es sei Tatsache, dass nicht alle Dossiers vollständig gewesen seien. Konkret: Die Kesb hat 471 Dossiers übernommen, 83 waren nicht komplett. Darunter befanden sich aber auch die Unterlagen privater Mandatsträger, musste Bär eingestehen. Wie viele unvollständige Dossiers von den Gemeinden und wie viele von den privaten Mandatsträgern stammten, sagte Bär gestern allerdings nicht.