ALTDORF: Neue Enthüllungen im Fall Ignaz Walker

Die «Rundschau» berichtet am Mittwoch über neue Enthüllungen im Prozess des Erstfelder Barbetreibers Ignaz Walker. Derweil ist am zweiten Prozesstag überraschend das abgeschlossene Beweisaufnahmeverfahren erneut eröffnet worden.

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Oberstaatsanwalt Thomas Imholz auf dem Weg zum Prozess. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Oberstaatsanwalt Thomas Imholz auf dem Weg zum Prozess. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Im letzten September waren auf Antrag des Verteidigung verschiedene Schussszenarien mit scharfer Munition nachgestellt worden. Am Montag hatte der zuständige Ballistiker, Martin Lory vom Forensischen Institut Zürich (FOR), dazu Auskunft gegeben.

Am Dienstag reichte Lory eine Ergänzung zum Gutachten ein. Das Gericht eröffnete die Beweisaufnahme am Mittwoch deshalb erneut. Lory sagte, es gehe ihm um die Plausibilität der verschiedenen Schussszenarien. Es handle sich um eine reine Ergänzung, nicht um eine Korrektur seiner Aussagen, die er aus freien Stücken mache.

Der 47-jährige Barbetreiber war 2013 vom Obergericht zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Bundesgericht hob das Urteil 2014 auf, weshalb der Beschuldigte erneut vor Gericht steht.

Neue Enthüllungen der «Rundschau»

Die «Rundschau» berichtet am Mittwoch über neue Enthüllungen im Prozess des Erstfelder Barbetreibers Ignaz Walker. Demnach soll die Urner Staatsanwaltschaft verschwiegen haben, dass der Kronzeuge in Drogendelikte verwickelt war. Beim Kronzeugen handelt es sich um den Holländer Johannes Peeters. Er ist der grosse Abwesende im laufenden Prozess.

Recherchen der SRF-Sendung «Rundschau» zeigen nun: Der Kronzeuge soll in einen internationalen Drogenhandel zwischen Holland, Frankreich und der Schweiz verwickel worden sein. Er soll in den Jahren 2009 bis 2012 Amphetamine, Ecstasy, Kokain und Cannabis offenbar auch nach Altdorf geliefert haben. Er sass deswegen seit August 2012 in Nordfrankreich in Untersuchungshaft. Im Juli 2015 verurteilte ihn ein französisches Gericht wegen zahlreicher Drogendelikte zu drei Jahren Gefängnis.

Die Urner Staatsanwaltschaft soll davon gewusst haben, denn sie leistete im Jahr 2013 den französischen Ermittlern in dieser Sache Rechtshilfe. Das bestätigt das Bundesamt für Justiz gegenüber der Sendung. Die Staatsanwaltschaft wollte auf Anfrage keine Stellung «zu einem laufenden Verfahren» nehmen.

Der Beginn des zweiten Mordprozesses am Montag gegen einen Erstfelder Barbetreiber hatte keine Klarheit darüber gebracht, ob der Beschuldigte Täter oder Opfer ist.

Dem Barbetreiber wird vorgeworfen, 2010 auf einen Gast geschossen und einen Killer beauftragt zu haben, seine damalige Gattin zu töten. Die Frau wurde durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Der Auftragsschütze ist rechtmässig verurteilt, behauptet aber, dass die Frau den Anschlag mit ihrem Freund vorgetäuscht habe, um den Barbetreiber ins Gefängnis zu bringen. Geschossen habe eine andere Person.

rem/sda

HINWEIS: Mehr zum Fall in der «Rundschau» um 20.55 Uhr auf SRF 1.