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ALTDORF: Neue Lehnhof-Beizen sollen 2014 öffnen

Im Lehnhof sind die archäologischen Abklärungen beendet. Jetzt wird saniert. Läuft es nach Plan, werden die Restaurants schon im Sommer wieder betrieben.
Anian Heierli
Archäologin Anette Bieri zeigt Tino Gisler, Architekt Ivan Marty und Valo Gisler (von links) die mittelalterlichen Holzdecken im Lehnhof. (Bild Anian Heierli)

Archäologin Anette Bieri zeigt Tino Gisler, Architekt Ivan Marty und Valo Gisler (von links) die mittelalterlichen Holzdecken im Lehnhof. (Bild Anian Heierli)

Die heutigen Besitzer des Lehnhofs, die Brüder Tino und Valo Gisler, lassen das Gebäude derzeit umfassend sanieren. Geplant ist die Wiedereröffnung der Traditionsrestaurants Uristier und Lehnhof samt grosser Gartenwirtschaft. Dabei soll möglichst viel der ursprünglichen Bausubstanz erhalten bleiben. Hinzu kommen sechs Wohnungen in den Obergeschossen. Das äussere Erscheinungsbild des historischen Gebäudes bleibt bestehen. Deshalb verzichtet die Bauherrschaft auf Balkone.

Die alten Blockwände und Holzdecken werden nach Absprache mit der Denkmalpflege restauriert. Auch das Dachgeschoss aus dem Jahr 1608 wollen die Planer integral erhalten. Läuft alles wie vorgesehen, öffnen die beiden Restaurants bereits im kommenden Sommer. Die sechs Wohnungen sollen auf Ende 2014 bezugsbereit sein.

«Eine kleine Sensation»

Das historische Gebäude mit Baujahr 1458 gewährt spannende Einblicke in die Urner Geschichte. Gestern präsentierte die kantonale Abteilung für Natur- und Heimatschutz die Resultate der archäologischen Untersuchungen aus den vergangenen Wochen (siehe Ausgaben vom 19. und 26. Oktober). «Das ursprüngliche Holzhaus überlebte die grossen Dorfbrände von 1693 und 1799», sagte Archäologin Anette Bieri vor den Medien. «Allein das ist bereits eine kleine Sensation.»

Klar ist: Der Lehnhof besteht aus drei Gebäudeeinheiten, die aus verschiedenen Zeiten stammen. «Ursprünglich sind es zwei separate Häuser gewesen. Erst später hat man sie mit einem Mittelbau verbunden», so Bieri. Der nördliche Gebäudeteil ist am ältesten.

Einzigartig in der Zentralschweiz

Von aussen erinnert nur wenig an den mittelalterlichen Lehnhof. Für den Bau des einstigen Blockhauses wurden grosse Baumstämme verwendet. «Interessanterweise kommen die Hölzer wegen ihrer Grösse nicht aus der Region», erklärte Bieri. Da der Transport der Bäume mit hohen Kosten verbunden war, sind die ersten Besitzer des Gebäudes wohl reiche Leute gewesen. Dafür spricht auch der Umfang des Lehnhofs, der ursprünglich zweistöckig gebaut worden war. «Der Lehnhof ist der grösste erhaltene Blockbau in der ganzen Zentralschweiz aus jener Zeit», sagt Georges Descoeudres, Professor für Mittelalterarchäologie an der Universität Zürich. Von Beginn an konnten die Bewohner – unter ihnen auch ein Ritter – das Gebäude mit zwei separaten Öfen rauchfrei beheizen. Dank Luken in den Decken stieg die Wärme in die Zimmer der zweiten Etage empor. «Darum nehmen wir an, dass der Lehnhof schon früh als Wirtschaft genutzt worden ist», so Descoeudres.

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