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ALTDORF: Oldtimer-Kauf endet im Streit

Eine Firma kaufte für mehr als 130 000 Franken zwei Oldtimer und handelte sich damit viel Ärger ein. Jetzt beschäftigt sich das Land­gericht Uri mit dem Fall.
Markus Zwyssig
Oldtimer – wie dieser Mustang – erfreuen die Autofans. Bei einem Kauf eines anderen Occasionsfahrzeugs erlebten die Käufer in Uri aber eine böse Überraschung. (Bild: Manuela Jans / Neue UZ)

Oldtimer – wie dieser Mustang – erfreuen die Autofans. Bei einem Kauf eines anderen Occasionsfahrzeugs erlebten die Käufer in Uri aber eine böse Überraschung. (Bild: Manuela Jans / Neue UZ)

73 000 Franken: So viel Geld fordert eine Firma von einem Urner Autohändler. Dabei geht es um den Kauf von zwei Oldtimer-Autos. Das weisse Fahrzeug sei der Firma zu teuer verkauft worden, und den grünen Wagen habe der Händler später zu billig weiterverkauft, so die Vorwürfe der Firma. Vor der zivilrechtlichen Abteilung des Landgerichts Uri trafen sich nun gestern die beiden Parteien mit ihren Rechtsvertretern.

Mängel arglistig verschwiegen?

Der Rechtsanwalt der Klägerschaft machte geltend, der weisse Oldtimer habe Mängel aufgewiesen. Die Firma hatte das Auto dem Urner Händler für 69 000 Franken abgekauft. «Der Autohändler hat die Mängel arglistig verschwiegen», so der Anwalt. Er habe das Fahrzeug, das 1969 erstmals in Verkehr gesetzt wurde, als Veteranenfahrzeug angepriesen. «Wie sich herausstellte, war das Fahrzeug in Tat und Wahrheit 41 400 Franken weniger Wert als der vereinbarte Verkaufspreis», so der Anwalt. Belegen will die Käuferschaft dies mit entsprechenden Gutachten von Experten.

«Die Servolenkung war in einem bedenklichen Zustand. Das Fahrzeug hatte Rostschäden», zählte der Anwalt auf. Zudem sei der frühere Besitzer des Fahrzeugs Rallye gefahren. Der Oldtimer habe sich nicht wie angepriesen in einem Top-Zustand befunden, und er wäre nicht einmal durch die Motorfahrzeugkontrolle gekommen.

Das alles habe man bei einem ersten Augenschein aber nicht so einfach erkennen können, so der Anwalt. Erst bei genauerem Betrachten durch die Experten seien die Mängel schliesslich ersichtlich geworden.

Zu günstiger Weiterverkauf

Vom grünen Oldtimer, welcher die Firma für 65 000 Franken gekauft hatte, wollten die neuen Besitzer plötzlich nichts mehr wissen. Sie wollten vom Verkauf zurück- treten. Weil das nicht mehr möglich war, beauftragten sie den Urner Autohändler, das Fahrzeug für mindestens denselben Betrag weiterzuverkaufen. Letztlich jedoch fand dieser einen Käufer, der lediglich noch 50 000 Franken für das alte Auto bezahlte.

Im Vorfeld hatte die Firma bereits 35 000 Franken als Anzahlungen an den grünen Oldtimer geleistet. Eine weitere Zahlung von 10 000 Franken ist strittig. Gemäss dem Autohändler sollen die Kläger diese 10 000 Franken nicht als weitere Anzahlung getätigt haben. Mit dem Betrag seien viel mehr verschiedene in Auftrag gegebene Reparaturarbeiten am Fahrzeug ausgeführt worden.

Unter dem Strich ist somit der Käuferfirma ein Schaden von 15 000 Franken entstanden. Der Anwalt der Firma stellte vor Gericht jedoch in Frage, ob dem Händler effektiv nur 50 000 Franken für den grünen Oldtimer bezahlt worden waren. Er beantragte, dass man den neuen Käufer als Zeugen befragen soll.

«Keine Garantie gegeben»

Der Rechtsanwalt des Urner Autohändlers plädierte dafür, die Klage vollumfänglich abzuweisen. «Es handelte sich um einen Oldtimer-Verkauf ab Platz», stellte er klar. Der Händler habe über die Mängel, soweit sie ihm bekannt gewesen seien, informiert. Er sei damit seiner Aufklärungspflicht vollumfänglich nachgekommen. «Garantie wurde für das Fahrzeug keine gegeben», so der Anwalt. Der Verkaufspreis für das Fahrzeug sei gegenüber den aktuellen Marktpreisen eher unterdurchschnittlich gewesen. Die Käufer hätten die Möglichkeit gehabt, das Fahrzeug ausführlich zu besichtigen.

Auf eine Probefahrt hätte die Firma verzichtet, führte der Verteidiger weiter aus. Einer der Käufer sei als gelernter Automechaniker kein Laie gewesen. «Der Verkauf wurde abgeschossen. Der Kauf gilt. Es bestehen keinerlei Ansprüche seitens der Käuferschaft», stellte der Anwalt klar. Das Fahrzeug sei 2012 von der Motorfahrzeugkontrolle abgenommen worden. «Die Mängel sind nicht so erheblich, wie sie vorgebracht worden sind», so der Rechtsanwalt. Ausserdem habe der vorgängige Besitzer keine Rallyefahrten im eigentlichen Sinne gemacht, sondern vielmehr Geschicklichkeitsfahrten.

Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer betonte, dass den Parteien das Urteil im Dispositiv so schnell wie möglich schriftlich zugestellt wird.

Markus Zwyssig

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