ALTDORF: Paul Hälg folgt bei Dätwyler auf Ulrich Graf

An der Spitze des Dätwyler-Verwaltungsrats ist eine Stabübergabe erfolgt. In den Standort Uri will der Konzern 2017 kräftig investieren.

Urs Hanhart
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Der abtretende Verwaltungsratspräsident, Ulrich Graf (links), mit seinem Nachfolger Paul Hälg. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 7. März 2017))

Der abtretende Verwaltungsratspräsident, Ulrich Graf (links), mit seinem Nachfolger Paul Hälg. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 7. März 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

An der gestrigen Generalversammlung der Dätwyler Holding AG, die im Beisein von 214 Aktionären im Theater Uri in Altdorf abgehalten wurde, ging eine lange Ära zu Ende. Ulrich Graf trat nach zwölf Jahren altersbedingt als Verwaltungsratspräsident zurück.

Zu seinem Nachfolger wählten die Versammelten mit grossem Mehr Paul Hälg. Der neue Vorsitzende ist ein altbekanntes Gesicht. Er fungierte nämlich von 2004 bis Ende 2016 als CEO der Dätwyler-Gruppe. Mit der Wahl von Hälg setzt man ganz klar auf Kontinuität.

Grosse Vorschusslorbeeren für den Nachfolger

«Er verfügt über analytischen Sachverstand, grosse Überzeugungskraft und tadellose Umgangsformen sowie über den Mut, Entscheidungen zu treffen», sagte Graf zu seinem Nachfolger. «Diese Eigenschaften bilden die idealen Voraussetzungen für seine neue Aufgaben als Verwaltungsratspräsident.»

Nebst Graf stellten sich auch die langjährigen Verwaltungsräte Hans Rüegg und Ernst Lienhard – ebenfalls aus Altersgründen – für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Für sie gab es keine Ersatzwahl. Damit besteht der Verwaltungsrat der Dätwyler Holding AG neu nur noch aus sieben Mitgliedern. Die übrigen Verwaltungsräte wurden für eine weitere Amtsperiode von einem Jahr wiedergewählt. Namentlich handelt es sich um Hanspeter Fässler, Gabi Huber, Ernst Odermatt, Hanno Ulmer, Zhiqiang Zhang und Jürg Fedier (Vertreter der Inhaberaktionäre).

Die Dividende bleibt unverändert

Die anwesenden Aktionäre stimmten allen Anträgen des Verwaltungsrates zu, bei einzelnen Gegenstimmen und Enthaltungen. Angesichts der seit mehreren Jahren nachhaltig starken operativen Ertragskraft sowie des vielversprechenden Wachstumspotenzials wurde eine unveränderte Dividende von 2.20 Franken pro Inhaberaktie und 0,44 Franken pro Namenaktie beschlossen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 64,9 Prozent des ausgewiesenen oder 32,0 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses. Der Bilanzgewinn für 2016 belief sich auf rund 608,5 Millionen Franken. Davon werden rund 571 Millionen Franken auf die neue Rechnung vorgetragen.

In seinem Rück- und Ausblick ging Dätwyler-CEO Dirk Lam­brecht speziell auf den Standort Uri ein. Er wies darauf hin, dass der Konzern seit 2003 251 Millionen Franken oder 17,9 Millionen Franken pro Jahr in Uri investiert hat. In diesem Zeitraum seien im Gotthardkanton Aufträge im Wert von 279 Millionen Franken vergeben worden. «2017 stehen im Werk in Schattdorf grössere Investitionen an», sagte Lam­brecht. «Die Anlagen für die Nes­presso-Fertigung müssen revidiert werden.» Zudem werde in Schattdorf eine neue Fertigungseinheit für die Automobilindustrie erstellt. «Insgesamt sind 2017 rund 30 Millionen Franken für Investitionen an den Standorten Schattdorf und Altdorf budgetiert», verriet Lambrecht.