ALTDORF: Pnos verhüllt Telldenkmal mit Burka – Präsident angezeigt

Das Telldenkmal wurde am Sonntagmorgen für politische Propaganda missbraucht. Zur Verhüllungsaktion hat sich die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) bekannt. Deren Präsident Dominic Lüthard wird angezeigt.

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11 Personen versammeln sich vor dem zugedeckten Telldenkmal. (Bild: PD)

11 Personen versammeln sich vor dem zugedeckten Telldenkmal. (Bild: PD)

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

«Islamisierung stoppen»: Dieser Slogan stand auf einem Transparent, das am Sonntagmorgen vor dem Telldenkmal enthüllt wurde. Darunter war folgendes Zitat aus Schillers «Wilhelm Tell» zu lesen: «Ans Vaterland, ans teure, schliess dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft.» Vorgängig waren Wilhelm Tell und Sohn Walter mit schwarzen Tüchern respektive mit einer Art Burka verhüllt worden. Festgestellt wurde dies kurz vor 8 Uhr von einer Patrouille der Kantonspolizei Uri. 

Zur Aktion hat sich die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) bekannt. «Im Umfeld des Denkmals hielten sich rund ein Dutzend Personen auf», sagte der Chef der Kriminalpolizei Uri, Ruedi Huber, auf Anfrage. Der Präsident der Pnos, Dominic Lüthard, wurde von der Polizei befragt. Weil keine Bewilligung für die Aktion vorlag, wird die Urner Polizei Lüthard als Drahtzieher bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Uri anzeigen.

Auch die Schweiz könnte betroffen sein

«Wir wollten auf die drohende Islamisierung aufmerksam machen», erklärte Lüthard auf Anfrage unserer Zeitung. «Wenn man die Ereignisse in unseren Nachbarländern anschaut, ist es naiv zu denken, dass nicht auch die Schweiz schon bald von Aktionen des Islamischen Staats betroffen sein könnte», so der Pnos-Chef. «Die Aktion in Altdorf soll verdeutlichen, wie schnell unsere wertvolle Geschichte in den Trümmern des Islamismus verschwinden könnte, wenn wir nicht handeln.»

Es habe verschiedene Gründe gegeben, dass man gerade Altdorf als Ort für die Aktion ausgewählt habe. «Das Telldenkmal zählt zu den bekanntesten Schweizer Kulturgütern, und der IS hat schon sehr viele Kulturgüter zerstört», so Lüthard. «Somit ist es naheliegend, vor dem Telldenkmal auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.» Zudem sei es «logistisch bedeutend einfacher», am Morgen eine Aktion im Zentrum von Altdorf zu inszenieren statt etwa vor dem Bundeshaus in Bern. Und schliesslich werde die IS-Bedrohung in der Innerschweiz wohl noch weniger deutlich wahrgenommen als andernorts in der Schweiz. 

«Es hat spannende Diskussionen gegeben»

«Sehr viele Einheimische und auch Touristen, die uns beobachtet haben, sind zuerst erschrocken», sagte Lüthard weiter. «Als wir ihnen aber erklärten, worum es geht, gab es spannende Diskussionen.» 

«Mit der Anzeige mussten wir rechnen, wie jemand, der ohne Bewilligung Plakate anbringt», so der Pnos-Mann. Man werde jetzt zuerst einmal abwarten, was als effektiver Grund für die Anzeige angegeben werde. «Ich weiss nicht, welches Gesetz wir mit der Verhüllung gebrochen haben könnten.» 

Der Unterhaltsdienst der Baudirektion Uri entfernte die Verhüllung umgehend. «Sachschaden ist bei der Aktion nicht entstanden», sagte Huber.

 

Das verhüllte Telldenkmal. (Bild: PD)

Das verhüllte Telldenkmal. (Bild: PD)

Das Telldenkmal wird verhüllt. (Bild: PD)

Das Telldenkmal wird verhüllt. (Bild: PD)

Das Tuch wird wieder entfernt. (Bild: PD)

Das Tuch wird wieder entfernt. (Bild: PD)

Das Tuch wird wieder entfernt. (Bild: PD)

Das Tuch wird wieder entfernt. (Bild: PD)