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ALTDORF: Posaunenklänge erhellen die Kirche

Vier Konzertblöcke sorgten an der Orgelnacht für ein abwechslungsreiches Programm. Gastsolist Philipp Gisler füllte mit der Posaune die dunkle Kirche mit hellen Klängen, und junge Urner Organisten spielten Eigenkompositionen.
Remo Infangerredaktion@urnerzeitung.ch
Barbara Domedi-Tresch eröffnete mit Bachs Präludium und Fuge die gelungene Orgelnacht.Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. November 2016)

Barbara Domedi-Tresch eröffnete mit Bachs Präludium und Fuge die gelungene Orgelnacht.Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 19. November 2016)

Ausser den flackernden Kerzenlichtern gab es nicht viel zu sehen – dafür aber umso mehr zu hören. Besinnlich und andächtig war die Stimmung in den fast restlos besetzten Kirchenbänken. Aus den 3517 Pfeifen der Orgel glitten Töne von sanftem Pianissimo bis hin zu donnerndem Fortissimo. Begleitet von Posaunenklängen sorgte die Nacht der «Königin der Instrumente» auch dieses Jahr wieder für Gänsehautmomente.

Die Orgelnacht in der Kirche St. Martin in Altdorf ging am vergangenen Samstag bereits in die 14. Runde. Der Anlass habe schon von Beginn an guten Anklang gefunden, aber mit kleinerem Publikum, sagt Lea Ziegler Tschalèr, die den Musikevent 2003 mit ihrem Mann ins Leben gerufen hat. «Mittlerweile hat die Orgelnacht einen festen Platz im Altdorfer Kulturleben gefunden.»

Mit der Orgel ein Konzert zu geben, sei jedoch nicht die leichteste Aufgabe. Durch seine Grösse ist das Instrument nicht mobil. Darum sei man an Räumlich­keiten gebunden. «Die Kirche St. Martin ist gross, wunderschön und bietet darum ein hervorragender Konzertraum», erklärt Lea Ziegler Tschalèr.

Dunkelheit schärft den Gehörsinn

Die Veranstaltung war in vier Konzertblöcke gegliedert und dauerte rund vier Stunden. «Durch die verschiedenen Teile versuchen wir Abwechslung in das Konzert zu bringen», meint die Altdorferin. So habe man jeweils einen Gastsolisten eingeladen und den dritten Konzertblock den jungen Nachwuchsorganistinnen und -organisten gewidmet. «Dass so viele junge Organisten an der Orgelnacht spielen, freut mich extrem», so Lea Ziegler Tschalèr. Es sei schön, wenn die jungen Musiker an der Orgel experimentieren und auch mal etwas Ungewohntes spielen. «Die Veranstaltung soll auch die Orgel als Instrument zeigen, das nicht nur für Kirchenmusik verwendet werden kann», betont die Organistin. Mit Bachs Präludium und Fuge eröffnete Barbara Domedi-Tresch die Orgelnacht. Die pompösen Klänge der Orgel füllten das Kirchenschiff. Aufgrund der Dunkelheit wurden die Augen der Besucher nicht beansprucht, so dass der Gehörsinn umso mehr auf seine Kosten kam.

Auch der Bürgler Organist Karl Arnold spielte im ersten Block nebst Vierne ein Stück von Johann Sebastian Bach. Das verwundert nicht, denn Bach gilt als einer der bedeutendsten Orgelkomponisten.

Wie es klingt, wenn sich die Akustik der Orgel mit Posaunenklängen vermischt, zeigte Philipp Gisler den Besuchern. Der zweite Block galt darum ganz dem Gastsolisten, und er bewies, dass Orgel und Posaune miteinander harmonieren. Begleitet von Barbara Domedi-Tresch spielte der Musikschulleiter und -lehrer Stücke von Schubert, Liszt und Mozart. Gisler war begeistert: «Der Klang der Posaune mischt sich wunderbar mit dem der Orgel.» Ein wenig Anspannung vor dem Konzert sei da gewesen.

Junge Organisten begeistern Zuhörer

Beim dritten Konzertteil machte sich der Urner Orgelnachwuchs an die Tasten und Pedalen. Als jüngste Organistin eröffnete Jasmin Müller den dritten Konzertteil. Die Gymnasiastin aus Seedorf spielte zum ersten Mal an der Orgelnacht, und auch sonst habe sie noch nie vor so vielen Leuten gespielt. «Ein wenig aufgeregt war ich schon», sagt Jasmin Müller. «Aber ich bin mit meinem Auftritt sehr zufrieden.» Bereits zu den konzerterfahreneren Jungorganisten gehört David Fischer. Der Sozialwissenschaftsstudent gab eine Komposition von Bach zum Besten. Daniel Vetter, Kirchenmusikstudent, lieferte anschliessend eine Eigenkreation ab, indem er den Besuchern eine Improvisation vorspielte.

Im Anschluss sorgte Christian Arnold für eine besondere Atmosphäre: Er wurde nämlich gesanglich begleitet von Zita Maria Bär. Die beiden sangen und spielten das Schweizer Heimweh-Volkslied «Lueged vo Bärge und Tal». Auch Musikstudent Jonas Gisler aus Seedorf bewies, dass die Orgel neben Klassik auch anders kann. Er sorgte mit seinen ländlichen Tänzen beinahe für Kilbi-Stimmung. Mit der für einen Fussballfilm selbst geschriebenen «Tor-Trilogie» beendete Florian Arnold den dritten Block.

Im letzten Teil stellte Lea Ziegler Tschalèr selbst ihre Fähigkeiten an der Orgel unter Beweis. Mit modern-klassischen Kompositionen von Alain liess sie die Orgelnacht von der Empore ausklingen.

Remo Infanger

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