KTV Altdorf bekommt unerwartet Schützenhilfe

Dank einem 22:21-Zittersieg in Muri ist Altdorf zurück im Kampf um einen Platz in der Aufstiegsrunde. Doch die Urner müssen auf einen Ausrutscher der Konkurrenz am letzten Spieltag hoffen.

Urs Hanhart
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KTV-Altdorf-Goalie Jan Dittli überzeugte beim Spiel gegen Muri mit einer starken Abwehrquote von über 40 Prozent.

KTV-Altdorf-Goalie Jan Dittli überzeugte beim Spiel gegen Muri mit einer starken Abwehrquote von über 40 Prozent.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. November 2019)

In der vorletzten Qualifikationsrunde verlief fast alles nach dem Geschmack des zuletzt arg gebeutelten KTV Altdorf. Tabellenführer Olten gewann zwar wie erwartet gegen Schlusslicht Kriens und qualifizierte sich als erstes Team für die Erstliga-Finalrunde. Der Tabellenzweite Emmen hingegen musste überraschend Federn lassen. Die Luzerner zogen trotz Heimvorteil gegen den Tabellenvorletzten Wohlen mit 38:39 Toren den Kürzeren. Dank der Schützenhilfe der Aargauer und des knappen Auswärtserfolgs in Muri hat Altdorf in der Tabelle wieder mit Emmen gleichgezogen.

Emmen hat Aufstiegsrunde in eigenen Händen

Damit wird der Kampf um den zweiten Platz in der Finalrunde erst in der allerletzten Qualifikationsrunde am kommenden Samstag entschieden. Allerdings sind die Urner, die zum Abschluss zu Hause Laternenträger Kriens empfangen, aufgrund der deutlich schlechteren Torbilanz erneut auf Schützenhilfe angewiesen. Emmen verfügt über den Vorteil, mit einem Heimerfolg über Muotathal alles aus eigener Kraft klarmachen zu können.

Die erste Halbzeit des Spiels Muri gegen Altdorf war aus Sicht der Angreifer eine äusserst zähe Angelegenheit. Es dauerte fast fünf Minuten, bis der erste Treffer für die Platzherren fiel. Die Altdorfer benötigten aufgrund von diversen Fehlwürfen sogar noch etwas länger, um das ­Skore zu eröffnen. Rechtsaussen Fabian Auf der Maur brach schliesslich den Bann. Auch in der Folge gab es nur tröpfchenweise Tore zu bewundern, weil die Abwehrreihen das Geschehen dominierten. Im ersten Durchgang lagen die Gastgeber zumeist mit einem bis zwei Treffer voraus. Aber die Urner drehten vor der Pause etwas auf und konnten dadurch kurz vor dem Ertönen der Sirene zum 9:9-Halbzeitstand ausgleichen. Die beiderseits ungewöhnlich tiefe Torausbeute widerspiegelte die Abwehrschlacht auch resultatmässig.

Grossen Vorsprung beinahe verspielt

Nach dem Wiederanpfiff rissen die Gäste das Spieldiktat resolut an sich. Sie gingen durch Kreisläufer Tomas Adamcik erstmals in Führung (9:10) und bauten in der Folge ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Elf Minuten vor dem Abpfiff betrug der Abstand bereits komfortable fünf Längen (12:17), und die Partie schien zu diesem Zeitpunkt entschieden. Doch es wurde für die Altdorfer unerwartet nochmals eng. Zwei Minuten vor Schluss hatten sie noch immer ein Polster von vier Toren (18:22). Aber Muri wartete mit einem wahren Schlussfeuerwerk auf. Die Aargauer brachten das Kunststück fertig, unmittelbar vor Anbruch der letzten Minute, quasi mit dem Mut der Verzweiflung, innerhalb von nur 56 Sekunden eine Tortriplette zu landen. Glücklicherweise fiel der Anschlusstreffer nur elf Sekunden vor Ablauf der Spielzeit, und die Platzherren hatten dadurch keine Möglichkeit mehr, wenigstens noch einen Punkt aus dem Feuer zu reissen.

Torhüter Jan Dittli zeigt starkes Spiel

Einen ganz wesentlichen Anteil an diesem Auswärtserfolg hatte Altdorfs Keeper Jan Dittli, der 8 von 20 gegnerischen Torwürfen unschädlich machte und damit eine hervorragende Abwehrquote von 40 Prozent erzielte. Damit übertraf er Muri-Schlussmann Ursin Schleiss um 6 Prozentpunkte. Erfreulich aus KTV-Sicht war die Tatsache, dass sich mit David Arnold und Daniel Baumann, die je vier Torerfolge verbuchten, und Kreisläufer Marc Häusler, der dreimal reüssierte, drei Akteure aus der jungen Garde sehr gut in Szene setzten. Zum teaminternen Topscorer avancierte einmal mehr Rechtsaussen Fabian Auf der Maur, der sechsmal einnetzte.

TV Muri – HC KTV Altdorf 21:22 (9:9)
Bachmatten. – 205 Zuschauer. – SR Kamber, Meili. Altdorf: Dittli, Amrein; Luca Aschwanden, Gisler, Arnold (4), Baumann (4), Pascal Aschwanden, Häusler (3), Bär, Fallegger, Auf der Maur (6), Henrich (1), Jelinic (2), Adamcik (2). – Muri: Schleiss; Kaufmann (3), Angehm (4), Heusi (1), Frei (2), Dominik Lang, Schwenkfelder (3), Daepp, Käser (2), Daniel Lang (2), Schöpfer (3), Femiano (1).