ALTDORF: Protestierende «feuern» gegen zweite Röhre

Rund 150 Personen sind dem Aufruf der Alpen-Initiative gefolgt und nehmen am traditionellen Mahnfeuer teil. Dieses Engagement zeigt erneut, dass besonders am Gotthard der Schutz des sensiblen Alpenraumes die Menschen bewegt und der Widerstand gegen die geplante zweite Strassenröhre gross ist.

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Gegner versammelten sich, um zu zeigen, was sie auf keinen Fall billigen: Eine zweite Strassenröhre durch den Gotthard. (Bild: Alpen-Initiative / Christof Hirtler)

Gegner versammelten sich, um zu zeigen, was sie auf keinen Fall billigen: Eine zweite Strassenröhre durch den Gotthard. (Bild: Alpen-Initiative / Christof Hirtler)

Seit 1988 wird mit Höhenfeuern im In- und Ausland an den kulturellen Reichtum des Alpenraums erinnert und vor der Zerstörung des sensiblen Ökosystems gewarnt. Das diesjährige Feuer der Alpen-Initiative begann mit einer Wanderung von Hospental zum Gotthardpass. Es ist dem Widerstand gegen eine zweite Strassenröhre am Gotthard gewidmet.

Wegen der grossen Waldbrandgefahr im Tessin verzichtet die Alpen-Initiative auf das Abbrennen des traditionellen Holzfeuers und «feuerte» stattdessen symbolisch, umrahmt von den Musikern Albin Brun und Marc Unternährer.

Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative, ist felsenfest davon überzeugt, dass der Alpenschutz besonders in den Zeiten des Klimawandels für die jüngere Generation enorm an Bedeutung gewonnen hat. Die Berggebiete bleiben nur lebenswert, wenn sie vor dem Transitverkehr geschützt und die lokale Wirtschaft gestärkt werden.

Für Marina Carobbio, Nationalrätin aus Lumino/TI und Vizepräsidentin Alpen-Initiative, ist klar, dass das Tessin keine zweite Röhre braucht. Die Zeit der Sanierung könne mit einem leistungsfähigen Verlad überbrückt werden. Eine zweite Röhre würde nur neue Probleme schaffen, doppelt so viele Lastwagen anziehen und die Lebensqualität insbesondere im südlichen Tessin dramatisch verschlechtern.

Regula Rytz, Berner Nationalrätin und Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative, bedauert am Gotthard, dass Doris Leuthard und die Mehrheit des Parlamentes den Volksentscheid zur Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs mit Dynamit und Bohrmaschinen durchlöchern wollen. Sie appelliert, diese Erosion der Volksrechte zu stoppen und Nein zu einer zweiten Röhre am Gotthard zu sagen.

sda