Altdorf
Rechnung schliesst positiv, Ausfälle gibt es aber bei Firmen

Die Rechnung 2020 schliesst besser als erwartet. Darüber freut sich Gemeindepräsident Pascal Ziegler. Die Arbeit im Pandemiejahr sei nicht immer leicht gewesen. Gerade die Steuern bei juristischen Personen fallen tiefer aus als erwartet.

Anian Heierli
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Das sind positive Nachrichten: Die Rechnung 2020 der Gemeinde Altdorf schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 485'000 Franken ab. Der Aufwand beträgt dabei 37,8 Millionen Franken, der Ertrag 38,3 Millionen Franken. Zur Rechnung sagt Gemeindepräsident Pascal Ziegler: «Wir sind sehr zufrieden.» Er nennt zwei Gründe: «Einerseits schliesst die Rechnung besser als erwartet, andererseits war die Arbeit im Pandemiejahr für uns nicht nur einfach.»

910'000 Franken Ausfälle bei Firmen

«Gerade bei den Steuern konnten rund 450'000 Franken Mehreinnahmen bei natürlichen Personen der Vorjahre vereinnahmt werden», heisst es in einer aktuellen Mitteilung der Gemeinde. Zurückzuführen sei dies auf höhere Dividendenausschüttungen einzelner Personen, die noch von einem höheren Beteiligungsabzug profitieren hätten. Demgegenüber stehen hohe Ausfälle bei den juristischen Personen. Diese fallen 910'000 Franken tiefer aus als budgetiert.

Wie kommt das? Dazu geführt hat die ab 1. Januar 2020 in Kraft getretene Steuergesetzrevision. Hauptgrund für diese Abweichung sind einerseits auch tiefere Gewinne einzelner Unternehmen und andererseits konnten die Mehreinnahmen der nun ordentlich besteuerten Statusgesellschaften nicht im erwarteten Ausmass erzielt werden. Zur Erklärung: Unter Statusgesellschaften fallen Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften. Bis zur Steuergesetzrevision hatten Gesellschaften – die hauptsächlich Beteiligungen verwalten oder deren Geschäftstätigkeit überwiegend auslandbezogen ist – mehr steuerliche Privilegien als heute.

Auf der Aufwandseite konnten tiefere Abschreibungen von 182'000 sowie tiefere Lohnkosten in der Oberstufe von 151'000 Franken verzeichnet werden. «Dieser geringere Aufwand bei der Oberstufe ist einfach zu erklären», sagt Gemeindepräsident Ziegler. «Es gab weniger Klassen als erwartet.» Das sei wohl aufgrund weniger Schüler der Fall. Auch die Kosten für die Pflegefinanzierung waren 94'000 Franken tiefer als budgetiert.

Gemeindepräsident hofft wieder auf mehr Anlässe

Gemeindepräsident Pascal Ziegler freut sich über die positive Rechnung.

Gemeindepräsident Pascal Ziegler freut sich über die positive Rechnung.

Bild: Urs Hanhart (9. Januar 2021)

Die Gemeinde teilt schriftlich mit, «dass auch die Pandemie ihre Spuren in der Rechnung 2020 hinterlassen hat». So wurden verschiedene Anlässe wie der 1. August, die Kilbi, Tell's Kitchen, die Tellspiele oder das Volksmusikfestival nicht durchgeführt. Zudem fanden während des Lockdowns weniger Sitzungen, keine Schulverlegungen, Exkursionen oder Kurse und Übungen bei der Feuerwehr statt. Ziegler dazu: «Wir hoffen, dass es dieses Jahr mit den Anlässen wieder losgeht.» Zu 100 Prozent werde das aber noch nicht der Fall sein.

Überraschungen gab es laut Gemeinde auf Seite der Investitionsseite: «Die Nettoinvestitionen betragen 6,63 Millionen. Das sind damit rund 300'000 Franken weniger als budgetiert. Betragsmässig setzten sich die grössten Positionen aus der Schlusszahlung für die Erweiterung des Schulhauses Hagen (2,48 Millionen), Kosten für die Personenunterführung beim Bahnhof (2,2 Millionen), Betrag an die Sanierung der Luftseilbahn Eggberge (0,53 Millionen), Etappe der Sanierung Gitschenstrasse (0,49 Millionen) sowie die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeugs (0,42 Millionen) zusammen.

Dennoch ist abschliessend festzuhalten: Trotz positivem Rechnungsabschluss steigt die Nettoschuld pro Kopf von 516 auf 916 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 42,1 Prozent.