ALTDORF: Regierungsrat will Kesb effizienter machen

Der Regierungsrat hat sich mit der aktuellen Situation bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde auseinandergesetzt. Er hat zwar die geforderte Stellenerweiterung für ein Jahr bewilligt, erkennt aber weiteren Handlungsbedarf.

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Seit die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Anfang 2013 ihre Arbeit aufnahm, wird sie regelmässig kritisiert. (Bild: Adrian Heierli)

Seit die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Anfang 2013 ihre Arbeit aufnahm, wird sie regelmässig kritisiert. (Bild: Adrian Heierli)

Die Kesb ist seit dem 1. Januar 2013 anstelle der früheren Vormundschaftsbehörden für die Prüfung und Anordnung von Massnahmen im Kindes- und Erwachsenenschutz zuständig. Bei Hochrechnungen ging die Regierung für die neue Behörde von 450 laufenden Mandaten und rund 100 Neuentscheidungen aus. Tatsächlich waren bis Ende 2013 aber 610 Personendossiers offen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Neben den Pendenzen war auch die Unzufriedenheit mit der neuen Behörde gewachsen. Es ist zu Beanstandungen durch Gemeinden und private Betroffene gekommen.

Am Montag hat sich der Regierungsrat mit dem Vorstand des Gemeindeverbands zu den Problemen und Massnahmen zur Kesb ausgetauscht.

Externe Stelle soll alte Mandate bearbeiten

Der Regierungsrat beschloss, Verbesserungen bei den Leistungsprozessen, der Organisation und der Führung umzusetzen. Zudem soll das Kesb-Personal um 120 Stellenprozent aufgestockt und um eine Vollzeitaushilfe erweitert werden. Bereits im Sommer 2013 hatte die Regierung eine befristete Erweiterung um 120 Stellenprozent beschlossen.

Um die Pendenzen abzubauen, soll zudem eine externe Stelle alte Mandate ins neue Recht überführen. Weiter will die Regierung zusammen mit den Sozialvorstehern der Gemeinden nach Lösungen suchen. Ziel sei es die Abläufe zu beschleunigen, die Spielräume auszunutzen und die Behörde effizienter zu machen.

Die turbulente Situation bei der neuen Sozialbehörde hat hat laut dem Regierungsrat mehrere Gründe: Neben einer vom Bundesrecht verlangten Professionalisierung und unerwartet hohen Fallzahlen komme hinzu, dass die neue Behörde ohne Vorlaufzeit mit wenig Erfahrung und unrealistischen Erwartungen habe starten müssen.

Die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion trifft sich anlässlich der Sozialkonferenz vom 6. November 2014 mit den Sozialvorsteherinnen und -vorstehern der Urner Gemeinden, um im Dialog die Schnittstellen zwischen der Kesb und den Gemeinden zu erörtern und gemeinsam konstruktive Lösungen zu suchen.

pd/uus/sda