ALTDORF: Rütli-Extremist erneut vor Gericht

Ein Westschweizer hat 2010 auf dem Rütli den Hitlergruss gemacht. Deshalb stand der Mann am Mittwoch zum zweiten Mal in Uri vor Gericht.

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Ein Rechtsextremer auf dem Rütli 2007. (Archivbild / Neue UZ)

Ein Rechtsextremer auf dem Rütli 2007. (Archivbild / Neue UZ)

Im Juni 2012 hat das Landgericht Uri einen 65-Jährigen Waadtländer zu einer Busse von 300 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 50 Franken verurteilt. Dem Mann wurde zur Last gelegt, am 8. August 2010 an einer rechtsorientierten Kundgebung auf dem Rütli beim Abspielen der ehemaligen Nationalhymne «Rufst du mein Vaterland» öffentlich den Hitlergruss gemacht zu haben. Der Verurteilte legte Berufung ein.

Am Mittwoch stand er deshalb vor dem Urner Obergericht. Er erschien pünktlich auf die Minute, die ungepflegten Haare steil nach hinten gekämmt. Auf der blauen Jacke prangte das Emblem eines Fadenkreuzes, das Schützen als Zielhilfe dient. Der Berufungskläger kämpfte in eigener Sache. Ein Anwalt hatte er keinen – wie schon im Vorjahr vor dem Landgericht.

Knappes Schlusswort

Er sei noch immer geschieden, habe noch immer keine Kinder und lebe nach wie vor von einer monatlichen Minimalrente von 2188 Franken, sagte der 65-Jährige. Es sei ihm nicht klar, weshalb er wieder dieselben Fragen beantworten müsse. Er habe in der Sache bereits alles gesagt. Sein Schlusswort war knapp: «Ich beziehe mich auf Artikel 261 zur Rassendiskriminierung im Strafgesetzbuch. Finden Sie den Fehler.»

Anian Heierli

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