Altdorf

Sakrale Kunst hinter Glas: Die Weihnachtsausstellung im Historischen Museum Uri ist eröffnet

Das Historische Museum Uri zeigt in der diesjährigen Weihnachtsausstellung sakrale Gegenstände wie Krippen, Jesuskinder oder Wachsfiguren.

Eilas Bricker
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Die aufwendig zusammengestellten Weihnachtsausstellungen im Historischen Museum Uri in Altdorf haben inzwischen Tradition. In den vergangenen Jahren konnte sich das Museum dadurch in Fachkreisen regelrecht als Kompetenzzentrum für historischen Weihnachtsschmuck und Krippen etablieren – nicht zuletzt dank des Engagements von Walter Bär und seinem Team. Für den Historischen Verein Uri war daher klar, dass auch in diesem Jahr eine Weihnachtsausstellung durchgeführt werden soll, trotz Corona oder darum erst recht. Um den Museumsbetrieb aufrechtzuerhalten, wurde ein entsprechendes Schutzkonzept erarbeitet.

Am ersten Dezemberabend lud das Historische Museum Uri zur Vernissage ein.

Am ersten Dezemberabend lud das Historische Museum Uri zur Vernissage ein.

Bild: Elias Bricker (Altdorf, 1. Dezember 2020)

Am vergangenen Dienstagabend, 1. Dezember, konnte die diesjährige Weihnachtsausstellung nun in einem bescheidenen Rahmen Vernissage feiern. Matthias Halter, Präsident des Historischen Vereins Uri, konnte rund 30 Personen zur Vernissage begrüssen. «Wir versuchen, in diesen schwierigen Zeiten ein Stück Normalität zu bewahren», sagte Halter bei seiner Begrüssung. Dabei dankte er herzlich den Ausstellungsmachern: Käthy und Walter Bär, Trudi und Franz Ziegler, Margrit und Remigi Joller, dem Abwartpaar Marlys und Kobi Arnold und Museumskurator Rolf Gisler.

Glas schützte Krippen vor Beschädigung

Das Museum zeigt in der diesjährigen Weihnachtsausstellung sakrale Gegenstände hinter Glas – darunter etwa sogenannte Kastenkrippen, Jesuskinder in Vitrinen oder Wachsfiguren, die durch eine Glasglocke geschützt werden. Die Gegenstände stammen mehrheitlich aus dem Fundus des Historischen Museums Uri selber – hauptsächlich aus den Sammlungen des verstorbenen Pfarrers Hans Aschwanden und Alois Mergenthaler, die ihre Exponate vor einigen Jahren dem Museum vermacht haben. Zu sehen waren aber auch so genannte Klosterarbeiten jüngeren Datums, welche eine Gruppe Künstlerinnen um Trudi Ziegler aus Flüelen nach historischen Vorbildern gefertigt hat.

Durch Glasglocken werden die Werke geschützt.

Durch Glasglocken werden die Werke geschützt.

Bild: Elias Bricker (Altdorf, 1. Dezember 2020)

Walter Bär, der die Ausstellung gemeinsam mit mehreren freiwilligen Helfern konzipiert hat, führte die Besucherinnen und Besuchern mit einem kurzen Referat in die Ausstellung ein. «Sakrale Weihnachtsgegenstände besassen in der Volksfrömmigkeit des Alpenraums früher eine besondere Bedeutung», wusste Bär zu erzählen. Die Gegenstände seien lange fast ausschliesslich in Klöster oder von professionellen Krippenbauern gefertigt worden und seien daher speziell kostbar gewesen. «Teilweise vererbt über Generationen, hüteten die Familien diese Kostbarkeiten und stellten sie für alle sichtbar in der guten Stube auf», so Bär. Gewisse Jesuskindlein seien das ganze Jahr über im Herrgottwinkel zu sehen gewesen. Damit die Sakralgegenstände vor Staub geschützt waren oder auch gut versorgt werden konnten, wurden sie oftmals in verglaste Schaukästen gestellt.

Sogar an Weihnachten ist offen

Die Weihnachtsausstellung sowie die ständige Ausstellung des Historischen Museums Uri sind vom 2. Dezember bis am 10. Januar zu sehen. Die Ausstellungen sind jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist das Museum an den beiden Weihnachtstagen vom 25. und 26. Dezember sowie am Neujahrstag offen. Gruppen können die Ausstellung auch ausserhalb dieser Öffnungszeiten besuchen, jedoch nur auf Anfrage. Die Ausstellung kann auch – mit einer Führung – mit einem Firmen- respektive Familienapéro in einem festlichen und weihnächtlichen Rahmen kombiniert werden. Auskünfte dazu erteilt das Abwartpaar Marlys und Kobi Arnold telefonisch unter 041 870 19 06.

Die Weihnachtsausstellung kann noch bis zum 10. Januar besucht werden.

Die Weihnachtsausstellung kann noch bis zum 10. Januar besucht werden.

Bild: Elias Bricker (Altdorf, 1. Dezember 2020)