Altdorf
Schwimmbad braucht in den nächsten 30 Jahren 16 Millionen Franken

Für den Erhalt der Substanz ist viel Geld nötig. Zudem ist eine Spendenaktion für eine neue Rutschbahn gut angelaufen.

Markus Zwyssig
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So soll die neue Rutschbahn beim Schwimmbad Altdorf aussehen.

So soll die neue Rutschbahn beim Schwimmbad Altdorf aussehen.

Visualisierung PD

Das Schwimmbad Altdorf kann auf eine grosse Unterstützung zählen. 63'300 Franken (Stand: 26. März) sind bei einer Spendenaktion für eine neue Rutschbahn inzwischen zusammengekommen. Bereits in den ersten Tagen nach dem Aufruf sei fleissig gespendet worden, teilt Pascal Ziegler, Verwaltungsrat und Präsident der Baukommission, mit. «Wir spürten schnell die grosse Verbundenheit mit dem Schwimmbad Altdorf und der Notwendigkeit einer Rutschbahn.» Das 1978 eröffnete Schwimmbad Altdorf ist zurzeit geschlossen. Ab dem 19. April beginnen die Sanierungsarbeiten. Im Mai soll das Aussenbad öffnen. Das Hallenbad wird jedoch bis im Herbst geschlossen bleiben.

Noch braucht es aber einige weitere Spendenzusagen, damit die Rutschbahn auch gebaut werden kann. Die Kosten für die geplante Röhren-Rutschbahn betragen nämlich rund 800'000 Franken. «Wenn wir weniger sammeln, wird die Rutschbahn weniger lang beziehungsweise hat weniger Extras», erklärt Pascal Ziegler. Im Gesamtbetrag ist auch der Werterhalt eingerechnet, somit braucht es nicht den vollen Betrag von privaten Sponsoren. «Wir müssten, um eine gute Basis zu haben, rund 200'000 bis 300'000 Franken zusammenbringen», so Ziegler.

Schwimmbadfinanzierung ist in einem Gesetz geregelt

Die neue Rutschbahn ist das eine. Aber auch für den Erhalt der Substanz beim Schwimmbad Altdorf wird in den kommenden Jahren viel Geld benötigt. Total werden es bis 2051 rund 16 Millionen Franken sein. Die Finanzierung dieser Investitionen ist im Schwimmbad Finanzierungsgesetz geregelt. Dieses wurde vom Urner Stimmvolk am 5. Juni 2016 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von mehr als 70 Prozent deutlich angenommen. Das Gesetz regelt die langfristige Finanzierung der substanzerhaltenden Investitionen für das Schwimmbad Altdorf durch den Kanton und die Gemeinden. Diese leisten jährliche Beiträge. Die Gemeindebeiträge pro Einwohner sollen für 2021 bis 2024 unverändert bleiben. Sie belaufen sich auf 3 bis 7 Franken – je nach Distanz zwischen Wohnort und Schwimmbad. Der neue jährliche Beitrag durch die Gemeinden beträgt 232'706 Franken. Der Kanton steuert den gleich hohen Beitrag bei.

Von 2016 bis 2018 wurde der Schwimmbadfonds zusätzlich zu den gesetzlichen Beiträgen von Gemeinden und Kanton durch jährliche Kantonsdarlehen in der Höhe von je 1 Million Franken geäufnet (total 3 Millionen Franken). Aufgrund der geplanten Etappierung des Gesamtprojekts reichte eine jährliche und damit langsame Äufnung des Fonds über Kantonsdarlehen und die gesetzlichen Gemeinde- und Kantonsbeiträge nicht aus. Deshalb werden ab 2019 Kantonsdarlehen zur Anschubfinanzierung nicht mehr jährlich, sondern zum jeweiligen Investitionszeitpunkt gewährt. So hat er zudem ein zinsloses, rückzahlbares Darlehen in der Höhe von 5,6 Millionen Franken beschlossen. Der Schwimmbadfonds hatte Ende 2020 verfügbare Mittel von 8,35 Millionen Franken und kann somit die Kosten für Arbeiten, die 2021 anfallen, abdecken.

Die Rückzahlung der Kantonsdarlehen erfolgt über die jährlichen gesetzlichen Beiträge von Kanton und Gemeinden. Innerhalb des Zeitraums von 35 Jahren (von 2017 bis 2051) werden durch diese Kantons- und Gemeindebeiträge nach aktueller Kostenschätzung sämtliche Kantonsdarlehen amortisiert sein.

Beim Schwimmbad wird in mehreren Etappen saniert

Die Investitionen in das Schwimmbad Altdorf werden in Etappen (Modulen) umgesetzt. Bisher wurde das Modul 0 für gesamthaft 517'948 Franken umgesetzt. Darin sind dringende Sanierungsmassnahmen und übergeordnete Grundlagenarbeiten für die Planung des Sanierungsprozesses enthalten.

Das Modul I befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt in Umsetzung. Im Modul enthalten sind die Sanierung der Grundstruktur sowie ein Teil der Erneuerung der Haustechnik. Budgetiert sind 7,88 Millionen Franken.

Das Modul II wird mit rund 3,3 Millionen Franken veranschlagt und beinhaltet die Sanierung des Beckenumgangs, einen weiteren Teil der Haustechnikerneuerung sowie die Erneuerung der Badwassertechnik.

Das letzte Modul III, dessen Start im Jahr 2029 geplant ist, wird mit rund 4,17 Millionen Franken budgetiert. Dabei sind Arbeiten im Bereich der Garderoben und im Duschbereich, die Sanierung des Aussenbeckens, die Erneuerung der Badewasseraufbereitung und die Sanierung des Gastronomiebereichs vorgesehen.

Der Bericht zum Schwimmbadfonds wird in der Mai-Session im Landrat behandelt.