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ALTDORF: Schwimmbad kämpft ums Überleben

Trotz hoher Besucherzahlen hat das Schwimmbad zu wenig Geld. Ein Gesetz will die Gemeinden zur Kasse bitten. Doch bei diesen regt sich Widerstand.
Fast wie Ferien am Meer: Im Wellenbad freuen sich Kinder und Erwachsene auf eine erfrischende Abkühlung. Doch die Idylle trügt, der Unterhalt des Schwimmbads ist sehr teuer. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Fast wie Ferien am Meer: Im Wellenbad freuen sich Kinder und Erwachsene auf eine erfrischende Abkühlung. Doch die Idylle trügt, der Unterhalt des Schwimmbads ist sehr teuer. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

In der Aussenanlage beim Schwimmbad Altdorf wimmelt es an schönen Tagen von Badegästen. Familien mit Kindern erleben hier Ferien vor der Haustüre. Die Mädchen und Buben tummeln sich im Wellenbad, wo es immer zur vollen Stunde zischt und schäumt wie am Meer. Auf der grossen Rutschbahn hört man vergnügte Kinder. «Wir haben einen Jahrhundert-Juli», sagt Betriebsleiter Bruno Arnold. Mitte Monat waren bereits 80 Prozent von dem, was man im Juli 2014 erwirtschaftet hatte, erreicht. Zudem wurde an diesem Tag der Jahresumsatz 2014 des Kiosks bereits um 40 Prozent übertroffen. Spitzentag war der Sonntag, 5. Juli: 824 zahlende Gäste besuchten das Schwimmbad, dazu kamen zirka 40 Prozent Kinder unter sechs Jahren, die keinen Eintritt bezahlen. Fast die Hälfte der Gäste reisen aus anderen Kantonen an – insbesondere aus Nidwalden oder Schwyz.

Schwimmbad braucht 16 Millionen

Trotz der vielen Besucher plagen das Schwimmbad finanzielle Sorgen. «Wir wollen ein Bad betreiben, das sich alle leisten können», sagt Verwaltungsratspräsident Rolf Aeberhard. Heute werden die Eintrittspreise zu 50 Prozent subventioniert. Um selbsttragend zu sein, müssten diese von 10 auf 20 Franken erhöht werden. «Das wäre aber insbesondere für Familien zu hoch», ist Aeberhard überzeugt. 16 Millionen Franken – so viel Geld muss für den Erhalt der baulichen und technischen Substanz in den kommenden 35 Jahren aufgewendet werden. Dach, Decke und Lüftung müssen dringend erneuert werden. «Das Geld ist für uns überlebenswichtig», so Aeberhard, Verwaltungsratspräsident des Schwimmbads Altdorf. Das nächste Sanierungspaket ist überfällig. Für die kommenden drei Jahre werden zirka 2,7 Millionen Franken benötigt.

Nun soll ein neues Gesetz geschaffen werden, mit dem der Kanton, aber auch die Gemeinden, dazu verpflichtet werden, Beiträge zu leisten. Der Entwurf des Gesetzes für die finanzielle Unterstützung des 37-jährigen Schwimmbads Altdorf wurde soeben in die Vernehmlassung geschickt. Vorgesehen ist, dass sich die öffentliche Hand jährlich mit 460 000 Franken beteiligt. Wobei Kanton und Gemeinden gleich hohe Beiträge leisten sollen. Neu wird ein Fonds eingerichtet. Als Anschubfinanzierung sind zinslose und rückzahlbare Darlehen möglich. Diese würden über die jährlichen Kantonsbeiträge amortisiert.

Gemeinden wollen nicht zahlen

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die im Gesetzesentwurf vorgeschlagene, gemischte Finanzierung durch Kanton und Gemeinden zu einem Streitpunkt wird. Die Gemeindevertreter waren in der Projektgruppe in der Mehrzahl der Meinung, dass der Kanton die Kosten zu 100 Prozent übernehmen soll, weil das Schwimmbad letztlich eine kantonale Einrichtung sei. Die Gemeindevertreter weisen auf die finanzielle Überlastung der Gemeinden hin. Sie haben teilweise selber Schwimmbäder zu unterhalten.

Für die Regierung gibt es keinen Plan B ohne Mitfinanzierung der Gemeinden. Sie will diese unbedingt ins Boot holen. «Es braucht noch Überzeugungsarbeit», ist sich Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind bewusst. «Wir wollen mit den Gemeinden sprechen und sie davon überzeugen, dass das Schwimmbad­gesetz eine gute Lösung ist. Das Schwimmbad ist in den vergangenen Jahren gut betrieben worden.» Die grossen Investitionen drängten sich jetzt auf, denn vieles sei von der Nutzungsdauer her ans Lebensende gekommen. Finanziell könne der Kanton diese nicht allein tragen. Er sei auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen. Bisher hat sich einzig die Gemeinde Altdorf an den Investitionen beteiligt.

Zwei Varianten der Finanzierung

Die Projektgruppe hat sich auf zwei mögliche Varianten geeinigt. Eine erste will die Gemeinden in drei räumlich abhängige Tarifzonen einteilen. Pro Einwohner würden Beiträge zwischen 3 und 7 Franken bezahlt, je nachdem, wie weit die Gemeinde vom Schwimmbad entfernt ist.

Variante 2 sieht keine Tarifzonen vor. Stattdessen soll ein einheitlicher Pro-Kopf-Beitrag von 6.50 Franken geleistet werden. So würden die Gemeinden jährlich 230 000 Franken bezahlen. Im Rahmen der Vernehmlassung soll nun geklärt werden, welcher Variante der Vorzug gegeben wird. Sie dauert noch bis Ende September.

Markus Zwyssig

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