ALTDORF: Senioren erleben viel Abwechslung

Vielfältige Musik und Gesang, dazu Geschichten alter Zeiten begeisterten die rund 300 Seniorinnen und Senioren im Uristier-Saal; dies unter dem Motto «Miär nähmet’s, wiä’s chunnt».

Paul Gwerder
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Die speziell geehrten Jubilare mit den Jahrgängen 1921 und 1922. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 4. Oktober 2017))

Die speziell geehrten Jubilare mit den Jahrgängen 1921 und 1922. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 4. Oktober 2017))

Paul Gwerder

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Das Datum des «Kaffeechränzlis» streichen die über 70-jährigen Altdorferinnen und Altdorfer im Kalender jeweils rot an. Nur so ist zu erklären, dass am Mittwochnachmittag der «Uristier»-Saal wieder bis auf den letzten Platz besetzt war. Weit über 300 Seniorinnen und Senioren sowie einige Gäste sind der Einladung der Dätwyler-Stiftung gefolgt, welche diesen Traditionsanlass finanziert.

Das «Schächentaler-En­semble» stimmte mit dem Stück «Dü fragsch mi, wer i bi» auf den unterhaltsamen Nachmittag ein. Moderator Sepp Nell, der zum ersten Mal durch das «Kaffe­chränzli» führte, stellte die Frage, was AHV heisse. Die Antwort gab er gleich selbst: «Alter hat Vorteile.» Dadurch seien die Senioren in der glücklichen Lage, an einem Wochentag hier zu sein. Besonders erfreut war Nell, dass er auch den Präsidenten der Dätwyler-Stiftung, Hansheiri Inderkum, sowie Susanne Döhnert-Dätwyler unter den Gästen begrüssen durfte. Nell erinnerte daran, dass das Altdorfer «Kaffechränzli» zum ersten Mal vor 49 Jahren stattgefunden habe und durch Selina Dätwyler-Gamma ins Leben gerufen worden sei.

Bei den Ärzten hat sich viel gewandelt

Ein Hausarzt der alten Schule, Dr. Clemens Della Pietra, erzählte vom Wandel in der Medizin und bei den Ärzten. «Als ich im Jahr 1979 als Arzt hierherkam, ar­beiteten im Kantonsspital gerade mal die Chefärzte Ledergerber, Müller, Piller und Verena Reinhard und dazu sechs Assistenzärzte», erinnerte sich Della Pietra. Rund 40 Jahre später wimmelt es von Ärzten und Spezialisten im Kantonsspital. Heute sind die Urnerinnen und Urner im Spital toll versorgt, denn dort arbeiten rund 44 Ärzte und etwa 15 Assistenzärzte. Dafür wurden die Hausärzte in den vergangenen Jahren entlastet, denn vorher war jeder Doktor für seine Patienten selber verantwortlich, und zwar während sieben Tagen in der Woche, denn einen Notfalldienst wie heute gab es damals nicht. «Heute sind die Menschen medizinisch top versorgt, dagegen gab es in der früheren Zeit zwischen den kranken Leuten und den Hausärzten ein ­besonderes Verhältnis, weil sie diese von zahlreichen Hausbesuchen bestens kannten und ihnen viel verdankten.

Vor dem Imbiss spielte die Ländlerkapelle Bürgler Türme in der Besetzung Bruno Styger, Armin Dobler, Marcel Isenschmid und «Beck Brosis Sepps Kari» ­einige schöne Melodien. Danach servierte die Crew um Antoinette Arnold und Cyrill Amherd Kartoffelsalat mit Beinschinken, und als Dessert gab es einen feinen Kaffee mit einem Stück Schwarzwäldertorte. Aufgelockert wurde der gemütliche Nachmittag durch die Auftritte von den zwei Strassenwischern Bärti und Roby. Grosse Freude bereiteten die Flüeler Sängerknaben unter der Leitung von Jonas Gisler mit ihren urchigen Liedern dem Publikum. Den Start machten sie mit dem bekannten Urner Lied «Zogä am Bogä», und am Schluss sangen sie noch ein paar Tessiner Volkslieder, bei welchen viele im Saal kräftig mitzusingen versuchten.

Zu den Höhepunkten des unterhaltsamen Nachmittags gehörte die traditionelle Ehrung ­ der ältesten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 85 Jahren. 86 Frauen und Männer, viele davon noch recht rüstig, erhielten alle ein Glas Bienenhonig mit einem wunderschönen Blumensträusschen dazu. Die ältesten Teilnehmerinnen mit Jahrgang 1921 waren Katharina Brand-Holdener, Dora Tschanz-Rietmann und Maria Wild-Marty.

«Es hat mir sehr grossen Spass gemacht, das Altdorfer Kaffeechränzli zu moderieren», sagte Sepp Nell zum Schluss. «Ich hatte während des ganzen Nachmittags ein super Gefühl. Auch wenn der Zeitdruck natürlich da war, aber das konnte ich locker wegstecken.»

Die Ältesten werden geehrt

Diese Teilnehmer wurden spezielle aufgerufen: Katharina Brand-Holdener (Jahrgang 1921), Dora Tschanz-Rietmann (1921), Maria Wild-Marty (1921), Anton Imholz (1922), Maria Indergand (1922), Maria Jauch-Tresch (1922), Margaritha Odermatt-Baumann (1922), Willy Schermeier (1922), Margarita Aschwanden-Muheim (1923), Arnold Büchi (1924), Albert Furger (1924), Irmgard Gisler-Meier (1924), Anna Gnos (1924), Klara Widmer-Höhn (1924), Walter Wyler (1924), Emma Zurfluh-Bissig (1924), Anna Aschwanden-Müller (1925), Marie Baumann-Naef (1925), Anna Gasser-Kempf (1925), Veronika Gnos-Tresch (1925), Adolf Inglin (1925, Karolina Marty (1925). (gw)