ALTDORF: Sie trotzt dem Weihnachtsstress

Heute ist für Kurzentschlossene die letzte Möglichkeit, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das kann stressig sein – nicht nur für die Käufer, sondern auch für das Personal. Trotzdem gibt es auch im Weihnachtsverkauf immer wieder Zeit für einen Schwatz.

Matthias Stadler
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Verkäuferin Silvia Herger packt im Kaufhaus Türmli fleissig Geschenke ein. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Dezember 2016))

Verkäuferin Silvia Herger packt im Kaufhaus Türmli fleissig Geschenke ein. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Dezember 2016))

Matthias Stadler

Einige Warenhäuser gehen ja gerne an die Grenze, was die Weihnachtsdekoration betrifft. So ist das Mythen-Center Schwyz bekannt, welches seit Jahren in der Adventszeit mit einer aufwendigen Beleuchtung rund um das Einkaufscenter die Nacht im Talkessel Schwyz erhellt. Im Gebäude selber stehen Christbäume, welche grosszügig mit Kugeln behängt sind.

Anders sieht es im Kaufhaus Türmli in Altdorf aus. Kein «Stille Nacht», welches die Ohren berieselt, keine üppig dekorierten Weihnachtsbäume. Hier setzt man eher auf Schlichtheit und ein paar Weihnachtsfarbtupfer. Aber selbstverständlich: Weihnachten steht auch im Türmli im Zentrum. Christbaumkugeln stehen zum Verkauf, Dutzende Puzzles, ein riesiger Teddybär – alles, was das Weihnachtsherz begehrt. Und an der Theke stehen die Verkäuferinnen, welche mit einer beneidenswerten Geduld Geschenk um Geschenk einpacken. Eigentlich würde Stress herrschen, doch sie arbeiten mit stoischer Ruhe. Dies, obwohl die Schlange vor der Kasse, welche auch als Geschenkeinpackungsstelle dient, gerne mal anwächst.

Verkäuferinnen erleichtern die Arbeit

Diese Geduld scheint auch auf die Kunden überzugreifen. Wegen der vielen Geschenke muss teilweise ein paar Minuten gewartet werden, doch scheinen alle frohen Mutes, kein Seufzer ist zu vernehmen. Auch Luzia Kempf aus Seedorf ist am vergangenen Donnerstagabend im Türmli und lässt ihre Geschenke einpacken: «Ich habe zu Hause selber noch so viele Geschenke einzupacken.» Sie sei froh, dass ihr die Verkäuferinnen hier die Arbeit etwas erleichtern.

Für Silvia Herger, die hinter der Theke fleissig faltet, klebt und «Mäscheli» auf das farbige Geschenkpapier bindet, ist das geschäftige Treiben vor Heiligabend fast schon Alltag: «Es ist einfach lässig, den ganzen Tag Geschenke einzupacken», sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht. «Ich mache es gerne, weil die Leute zufrieden und glücklich sind.» Wenn die Schlange vor der Kasse für einmal nicht zu lang ist, bleibt auch etwas Zeit für einen Schwatz mit den Kunden, was von diesen mit netten Worten und vorweihnachtlicher Wärme erwidert wird.

Türmli spürt die Konkurrenz aus dem Internet

Vor Weihnachten braucht es im Türmli alle Hände, die anpacken können. So steht auch Daniela Herger, Geschäftsführerin des Türmli, hinter der Kasse und hilft ihren Mitarbeiterinnen. «Weihnachten ist das wichtigste Geschäft für uns. Vor allem an den letzten beiden Tagen zieht es jeweils stark an», erklärt sie. Ein Viertel des Umsatzes werde im Dezember erzielt. Doch früher sei das Weihnachtsgeschäft besser gelaufen. «Wir merken die Konkurrenz aus dem Internet schon», führt Herger aus. Und auch der Tourismus sei früher stärker gewesen.

Dass nach Weihnachten die stressige Zeit vorbei sei, ist laut Daniela Herger ein Trugschluss. Gleich nach Weihnachten müssten die Weihnachtsartikel weggeräumt und die Silvesterartikel aufgestellt werden. Und eine Woche später gilt es, die Fasnachtsartikel, welche momentan noch im Lagerraum im Untergeschoss stehen, in die Regale zu stellen. Ruhig wird es also auch nach dem grossen Weihnachtsgeschäft nicht. Aber stressen lassen sich die Verkäuferinnen sowieso nicht.