ALTDORF: Speedkletterer begeistert Urner

Extrembergsteiger Dani Arnold klettert von Rekord zu Rekord. Nun hat der 31-jährige Bürgler auch ein breites Publikum an seinen Abenteuern teilhaben lassen.

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Dani Arnold zeigte bei seinem Vortrag viele spektakuläre Kletterbilder. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Dani Arnold zeigte bei seinem Vortrag viele spektakuläre Kletterbilder. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Es kommt eher selten vor, dass der grosse Saal des Theaters Uri schier aus allen Nähten platzt. Am vergangenen Dienstagabend war dies wieder einmal der Fall. Der Multimediavortrag von Dani Arnold, seines Zeichens einer der weltbesten Fels- und Eiskletterer (siehe auch «Zentralschweiz am Sonntag» vom 1. März), lockte Hunderte von Interessierten an. Längst nicht alle, die dem Spektakel beiwohnen wollten, konnten ein Ticket ergattern. Gleich zu Beginn gab es einen Zusammenschnitt mit atemberaubenden Expeditionsbildern zu sehen. Allerdings relativierte Arnold ein wenig, indem er sagte: «Ich bin nicht immer draussen in den Bergen unterwegs. Für meinen Geschmack sitze ich in letzter Zeit viel zu viel im Büro.»

Mentales Tief nach Eiger-Rekord

Höchstleitungen in Fels und Eis sind die Spezialität des Urner Bergführers. Er ist ein wahrer Grenzgänger, der die Grenzen des Möglichen teils in extremis auslotet und auch hinausschiebt. Arnold gilt als absoluter Turbokletterer. Mit seinem Speedstil hat er schon viel erreicht und neue Massstäbe gesetzt. Für Furore sorgte er unter anderem mit seinem Rekord an der Eigernordwand. Er durchstieg diesen berühmt-berüchtigten Alpenklassiker 2011 in sagenhaften 2 Stunden und 28 Minuten. Damit unterbot der 31-jährige Urner die vormalige Bestmarke von Ueli Steck ganz deutlich. «Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Wand so schnell klettern kann. Das hat mich selber überrascht», verriet Arnold im Theater Uri. Mit diesem Husarenritt löste der gelernte Mechaniker, der auf dem Biel oberhalb von Bürglen aufgewachsen ist, logischerweise einen gewaltigen Medienrummel aus. Damit bekundete Arnold allerdings seine liebe Mühe, wie er am Dienstag unumwunden zugab: «Ich war überfordert, bin in ein mentales Loch geraten, hatte vorübergehend keine Lust mehr zum Bergsteigen und musste eine mehrmonatige Pause einlegen.»

Mit viel Witz und Selbstironie

Danach startete der Ausnahmekönner jedoch wieder voll durch und sorgte regelmässig mit spektakulären sowie sensationellen Leistungen in den schwierigsten Wänden und Eisfällen der Welt für Schlagzeilen. Bei seinem Multimediavortrag «entführte» der begnadete Alpinist das Publikum unter anderem in den Himalaja, nach Alaska, Patagonien und Schottland. Angesichts der packenden, grandiosen Bilder und Filmausschnitte blieb im Saal so manchem die Spucke weg. Arnold kommentierte seine Expeditionen mit viel Witz und Selbstironie. Immer wieder flocht er ganz geschickt amüsante Erlebnisse sowie Begebenheiten ein und sorgte so für Schmunzeln und Lachen im Saal. Dieser unkomplizierte und ungekünstelte Erzählstil – quasi frisch von der Leber weg – kam sehr gut an.

In der ganzen Schweiz unterwegs

Zum Schluss verriet der Speedkletterer eines seiner Erfolgsgeheimnisse, gleichzeitig als Tipp für alle gedacht: «Wichtig ist, dass man immer sein Bestes gibt und alles aus seinen Möglichkeiten herausholt, egal auf welchem Leistungslevel man sich befindet.» Arnold ist mit dem Vortrag «Der Grenzgänger – Höchstleistungen in Fels und Eis» in der ganzen Schweiz unterwegs. Sein Tourneeplan umfasst 17 Vorstellungen. Das «Heimspiel» in Altdorf war Arnolds fünfte Station.

Urs Hanhart