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ALTDORF: Staatsarchiv kommt an seine Grenzen

Die Räumlichkeiten an der Bahnhofstrasse 11 und 13 können den Platzbedarf des Urner Staatsarchivs nicht mehr decken. Ein Teil des Archivs wird deshalb bereits anderweitig untergebracht. Die Bildungs- und Kulturdirektion sucht nun nach weiteren Lösungen.

Es wird eng im Staatsarchiv Uri. Der Platz in den Gebäuden an der Bahnhofstrasse 11 und 13, in denen sich die Magazinräume des Staatsarchivs und der Kantonsbibliothek befinden, reicht nicht mehr aus, um das ganze Archivmaterial aufbewahren zu können. Das bestätigt Christian Mattli, Generalsekretär der Bildungs- und Kulturdirektion (BKD), auf Anfrage.
Der Platzmangel in den beiden Gebäuden ist bereits so akut, dass das Staatsarchiv und die Kantonsbibliothek inzwischen auf Provisorien ausweichen mussten, in denen sie ihr Archivgut unterbringen können, wie Mattli ausführt. Es sind dies drei Schutzräume, einer davon in der Kantonalen Mittelschule und zwei im Untergeschoss des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Uri. «In diesen Räumen werden Unterlagen aufbewahrt, die von den Kunden nur selten nachgefragt werden», hält Mattli fest. Dabei handle es sich in erster Linie um Steuerunterlagen.

Klimatische Bedingungen werden überwacht

Damit das Archivgut keinen Schaden nimmt, würden die klimatischen Bedingungen – Temperatur und Luftfeuchtigkeit – in den provisorischen Magazinräumen mit entsprechenden Geräten aufgezeichnet und von Mitarbeitern des Staatsarchivs überwacht. Im BWZ bestünde im Untergeschoss zwar eine zusätzliche Zivilschutzanlage, die sich möglicherweise als Archivmagazin umnutzen liesse. Aufgrund der entfernten Lage zum Hauptgebäude an der Bahnhofstrasse 13 kommt diese Lösung für das Staatsarchiv und die Kantonsbibliothek jedoch nicht in Frage, so Mattli. Zudem sei diese Anlage als Kommandoposten für den Zivilschutz noch aktiv.

Die Lösung im Kollegi und beim BWZ dürften ohnehin nur vorübergehend sein. Die BKD hat im vergangenen Jahr eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die Infrastrukturlösungen für das Staatsarchiv und die Kantonsbibliothek evaluieren soll. Der Gruppe gehören an: Christian Mattli, Hans Jörg Kuhn, Vorsteher des Amts für Staatsarchiv, Martina Wüthrich und Carla Biasini, Co-Leiterinnen der Kantonsbibliothek sowie André Deplazes, Vorsteher des Amts für Hochbau.

Die Projektgruppe gehe davon aus, dass man die Platzprobleme im Rahmen einer angepassten Nutzung der bestehenden Standorte an der Bahnhofsstrasse 11 und 13 lösen kann, so Mattli. Das könnte etwa bedeuten, dass man an der Bahnhofstrasse 11 zusätzliche Magazinräume anstrebt, indem etwa bestehende Wohnungen aufgelöst werden. Sollte das möglich sein, könnte man auch die Büroräumlichkeiten des Staatsarchivs und der Kantonsbibliothek effizienter anordnen und einrichten oder etwa den Freihandraum der Bibliothek vergrössern, so Mattli weiter.
Um diese Möglichkeiten aufzuzeigen, sei jetzt die Bestandesaufnahme nötig. «Ziel ist es, bis zum Sommer in einem internen Bericht zuhanden des Bildungs- und Kulturdirektors die möglichen Lösungen aufzuzeigen», sagt der Generalsekretär der BKD.

«Entrümpelungsaktionen» kommen nicht in Frage

Dass es eine Lösung braucht, ist klar. Der Raumbedarf von Archiven nimmt schliesslich stetig zu, wie auch Mattli betont. «Eine gewisse Verminderung des Zuwachses an Papierunterlagen wird in Zukunft die Digitalisierung mit sich bringen.» Trotzdem werden auch in Zukunft laufend Unterlagen von der kantonalen Verwaltung und von den kantonalen Behörden ins Archiv kommen. Das Staatsarchiv nimmt dann eine archivfachliche Triage vor, wobei grosse Teile der eingegangenen Unterlagen ausgesondert und vernichtet würden. Was jedoch definitiv ins Archiv übernommen wird, bleibe dort dauerhaft erhalten. «Entrümpelungsaktionen» fänden dann keine mehr statt, und zwar mit gutem Grund, wie Mattli betont: «Nur durch die dauerhafte Aufbewahrung und Pflege der Unterlagen blieben zum Beispiel die im Staatsarchiv lagernden Pergament-Urkunden aus dem Mittelalter bis in die heutige Zeit erhalten.»

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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