ALTDORF: Start zur Schlussrunde im Mordprozess gegen Ignaz Walker

Der Prozess gegen den Urner Barbetreiber Ignaz Walker, der 2010 einen Killer auf seine Frau angesetzt haben soll, geht am Montag in die Schlussrunde. Die Parteien können sich nach der Verhandlung vom Oktober 2015 noch einmal äussern - zu neuen Akten zum Hauptbelastungszeugen.

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Ignaz Walker (rechts) mit seinem Verteidiger Linus Jaeggi. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Ignaz Walker (rechts) mit seinem Verteidiger Linus Jaeggi. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Bei seiner Urteilsberatung entschied das Urner Obergericht, dass nach dem turbulenten Verlauf des Prozesses das Beweisverfahren erneut aufgenommen wird. Die öffentliche Parteiverhandlung dazu findet vom 22. bis 24. Februar statt.

Dabei dürfen sich die Parteien nur noch zu dem äussern, was sich an Beweisanträgen seit der Verhandlung im Herbst 2015 neu ergeben hat. Im Zentrum stehen dürfte der verstorbene Hauptbelastungszeuge und die Frage, wie die Urner Staatsanwaltschaft mit diesem als mutmasslichen Drogenhändler umgegangen ist.

Zum dritten Mal vor Gericht

Der Barbetreiber steht nach einem Prozess vor dem Landgericht 2012 und einem ersten Prozess vor dem Obergericht 2013 bereits zum dritten Mal wegen des ihm vorgeworfenen und von ihm bestrittenen Tötungs- und Mordversuchs vor den Gerichtsschranken.
 
Das Obergericht hatte den Barbetreiber Ignaz Walker zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt, weil er 2010 im Erstfelder Rotlichtmilieu auf einen Gast geschossen und wenige Monate später einen Killer auf seine Frau angesetzt haben soll. Der Gast blieb unverletzt, die damalige Gattin des Beschuldigten wurde durch drei Kugeln schwer verletzt. Der Auftragsschütze ist rechtmässig verurteilt.
 
Das Bundesgericht hob das Urteil gegen den Barbetreiber 2014 auf, weshalb das Berufungsverfahren im letzten Herbst erneut aufgenommen wurde. Neue Auskunftspersonen wurden befragt, so der verurteilte Auftragsschütze, eine Obwaldner Staatsanwältin, die ebenfalls gegen diesen ermittelt hatte, oder ein Ballistiker, der mögliche Varianten von Schussabgaben auf die Frau nachgestellt hatte.

Unauffindbarer Zeuge

Ein wichtiger Zeuge im ersten Fall - der Gast, auf den der Beschuldigte geschossen haben soll - konnte aber nicht befragt werden. Der Zeuge galt offiziell als unauffindbar. Wie die SRF-Sendung «Rundschau» während des Prozesses enthüllte, war er ein in Frankreich verurteilter Drogenhändler und ist zwischenzeitlich verstorben.
 
Die Unauffindbarkeit des Zeugen lieferte dem Verteidiger neue Munition, um den Behörden unsaubere Arbeit vorzuwerfen. Der Staatsanwalt hingegen machte geltend, dass es nicht seine Aufgabe gewesen sei, den Zeugen zu finden, weil das Verfahren von den Gerichten geleitet worden sei.
 

sda