ALTDORF: Strahler zeigen funkelnde Schätze

An den 55. Urner Mineralientagen wurde eine sehr hohe Qualität an Mineralien präsentiert. In der Sonderausstellung konnten Kristalle aus dem Val Bedretto bestaunt werden.

Georg Epp
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An den verschiedenen Ständen der Urner Mineralienschau und -börse im Altdorfer Personalhaus der Dätwyler AG herrschte am Samstag und Sonntag Hochbetrieb. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 2. September 2017))

An den verschiedenen Ständen der Urner Mineralienschau und -börse im Altdorfer Personalhaus der Dätwyler AG herrschte am Samstag und Sonntag Hochbetrieb. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 2. September 2017))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Das erste Wochenende im September steht jeweils ganz im Zeichen der Altdorfer Mineralientage. Die zweitälteste Mineralienbörse Europas ist nach wie vor ein sehr beliebter Treffpunkt für Strahler, Sammler und Fachleute. Das Personalhaus der Dätwyler AG beherbergt an diesen Tagen Aussteller aus der Schweiz und den angrenzenden Ländern, die ihre besten Verkaufsstücke im Angebot führen.

Das frühere Ziel, nur alpine Mineralien auszustellen, kann natürlich seit einigen Jahren nicht mehr erreicht werden. Rund ein Drittel der 55 Aussteller präsentieren weltweite Mineralien oder Schmuck.

Hohe Qualität und faire Preise

Stolz ist der Erstfelder Börsenleiter Brosi Indergand auf die hohe Qualität der in Altdorf gezeigten Mineralien. Die 1A-Qualität, aber auch die fairen Preise bestätigte auch der 77-jährige Johannes Keilmann, der seit 52 Jahren Leiter der Mineralientage München ist. Europas grösste Messe für Mineralien, Fossilien und Edelsteine geht in diesem Jahr vom 27. bis 29. Oktober mit 1250 Ausstellern über die Bühne. «In Altdorf erhalten Sie für 50 bis 100 Franken eine perfekte Bergkristall-Rauchquarzstufe, das ist sehr günstig», gab sich Keilmann überzeugt.

Seit 50 Jahren dabei ist auch der 65-jährige Josef Herger aus Schattdorf. Der ehemalige Kassier in der Vereinigung Urner Mineralienfreunde meinte: «Heute zählen für mich die geselligen und kameradschaftlichen Stunden beim Strahlern fast mehr als die Mineraliensteine selber. Natürlich freut man sich noch heute über jeden Fund, und wenn man nichts findet, hat man etwas für die Fitness oder Gesundheit getan, und das in herrlicher Bergwelt.» Das Strahlensuchen wird im Kanton Uri nach wie vor mit grossem Engagement betrieben. So kommen erstaunliche Funde, wie etwa im Göscheneralpgebiet (Planggenstock), nicht von ungefähr. Elio Müller, der Partner von Franz von Arx, bestätigte, dass am Planggenstock nach wie vor gearbeitet wird. Die Hoffnung auf weitere Funde ist immer noch vorhanden. Die bisher gefundenen Riesenkristalle von der Göscheneralp sind ein Wunder der Natur. Sie sind, was Glanz, Reinheit und Dimension betrifft, weltweit einmalig. Zurzeit werden im Kanton Uri noch rund 250 Patente ausgestellt, der Verein Urner Mineralienfreunde zählt aktuell zirka 700 Vereinsmitglieder.

Die Sonderausstellung «Kristalle aus dem Bedretto» im umgebauten ehemaligen Schwimmbad fand bei den Besuchern grossen Anklang. Präsentiert wurden besonders starke Tessiner Habitus und einmalige Nadelquarzgruppen.

Schlechtes Ausflugswetter bringt viele Besucher

Das verantwortliche Trio der Urner Mineralienbörse mit Brosi Indergand, Patrik Denier und Stefan Püntener zeigte sich rundum zufrieden. Das schlechte Ausflugswetter bescherte der Ausstellung grosse Besucherzahlen. Die Aussteller der 55. Urner Mineralientage waren zufrieden, auch wenn man längst nicht mehr so viel verkaufen konnte wie in früheren Zeiten.