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ALTDORF: Tellspiel-Erinnerungen leben neu auf

Zu einem besonderen Wiedersehen kam es am Sonntag. Über 40 ehemalige und aktive Mitwirkende trafen sich zu einem nostalgischen Filmnachmittag.
Von links: Paul Murer (Tell 1971), Barbara Bär, Regierungsrätin und Präsidentin der Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf, und Ernst Gunti (Tell zwischen 1976 und 1991). (Bild: PD (Altdorf, 11. März 2018))

Von links: Paul Murer (Tell 1971), Barbara Bär, Regierungsrätin und Präsidentin der Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf, und Ernst Gunti (Tell zwischen 1976 und 1991). (Bild: PD (Altdorf, 11. März 2018))

Die Zusammenkunft fand am Sonntagnachmittag im Ristorante «il bacio» in Altdorf statt. Auf dem Programm standen Filmbeiträge und Reportagen, welche das Schweizer Fernsehen über die Altdorfer Tellspiele in den 1970er und 1980er-Jahren realisiert hat. Die Initiative zum «Tellspiel-Klassentreffen» kam vom ehemaligen Stauffacher-Darsteller Gerold Zenoni senior. Der 88-jährige Altdorfer war beim ersten Urner TV-Auftritt im Jahr 1954 dabei. Offiziell nahm das Schweizer Fernsehen seinen Versuchsbetrieb am 23. November 1953 auf. Der schweizerische Fernsehdienst sendete damals an fünf Abenden in der Woche ein einstündiges Programm. Einige Monate später reiste eine Gruppe Urner, bestehend aus drei Mitwirkenden der Tellspiele Altdorf sowie einer Ländlerformation aus Flüelen nach Zürich, um einen Urner Abend zu bestreiten. Gerold Zenoni erinnerte sich an das improvisiert anmutende Studio Bellerive sowie die Tücken der Technik.

Als Arnold von Melchtal spielte er zusammen mit Paul Gunti (Walter Fürst) und Alois Walker (Stauffacher) die Dreimänner-Szene aus Schillers Bühnenklassiker. Nach der Probe äusserte der Kameramann seine Bedenken über Zenonis Hirtenhemd. Das Weiss des Stoffes überstrahlte auf dem Monitor. Eine Helferin im Studio riss kurz entschlossen einen grauen Vorhang herunter und «schneiderte» eine Art Überhemd, das am Rücken notdürftig mit Klammern zusammengehalten wurde. Vom ersten Urner TV-Auftritt existiert keine Archivaufnahme, da damals ausschliesslich live gesendet wurde.

Buchhalter vom Fernsehen verschwand mit der Gage

Nach dem Auftritt feierten die Urner in einem nahe gelegenen Restaurant ausgiebig ihren TV-Einstand. Zur Freude der übrigen Gäste spielten die Ländlermusikanten spontan auf. «Im voll besetzten Lokal herrschte Hochstimmung», erinnert sich Zenoni. Auf die vereinbarte Gage von je 50 Franken mussten die drei Männer ein Jahr lang warten, denn der Buchhalter des Schweizer Fernsehens war mit der Kasse durchgebrannt.

In Zenonis Privatarchiv finden sich Fernsehbeiträge, die bis 1971 zurückreichen. Damals sendete das Schweizer Fernsehen noch meist schwarz-weiss. Besonderen Anklang unter den Anwesenden fand ein Ausschnitt aus der Sendung «Grüezi mitenand». Sie war der Vorgänger zum legendären «Teleboy». Kurt Felix und Rosemarie Pfluger präsentierten in der Spielshow unter anderem einen Auftritt der Urner Theaterleute. Vor laufender Kamera und bereits in Farbe spielten die Tellspieler 1972 in einem Zelt vor dem Verkehrshaus Luzern die Apfelschuss-Szene. Eine weitere Archivperle des Filmnachmittags stammte aus der ZDF/ORF/SRG-Reihe «Schauplätze der Weltliteratur». Der 1980 ausgestrahlte Dokumentarfilm «Schiller und der Wilhelm Tell» zeigt die Entstehungsgeschichte des letzten vollendeten Bühnenwerks des deutschen Dramatikers. (red)

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