ALTDORF: Theater Uri soll für 2 Millionen Franken renoviert werden

Im Kulturhaus sind insbesondere technische Veränderungen nötig. 2016 ist eine Eigenproduktion geplant, was mit Risiken verbunden ist.

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Im Theater Uri wird investiert, damit das Gebotene auf der Bühne akustisch und optisch gut rüberkommt. (Archivbild Roger Grütter)

Im Theater Uri wird investiert, damit das Gebotene auf der Bühne akustisch und optisch gut rüberkommt. (Archivbild Roger Grütter)

Markus Zwyssig

Das Theater Uri ist baulich in die Jahre gekommen. Seit über 100 Jahren finden hier kulturelle Veranstaltungen statt. Die letzten grossen Investitionen wurden vor rund 15 Jahren getätigt. Nun sollen insgesamt 2 Millionen Franken investiert werden. Damit werden vor allem die technischen Infrastrukturen auf den neusten Stand gebracht. «Die geplanten Veränderungen sind notwendig, damit wir mit den Bedürfnissen der Kunden und Bühnenkünstler mithalten können», sagte Präsident Josef Nell am Mittwochabend an der Generalversammlung des Forums Theater Uri.

Kosten werden aufgeteilt

Die Gemeinde Altdorf ist Besitzerin des Kulturhauses. Die Verantwortlichen des Theaters Uri haben zusammen mit der Gemeinde und dem Kanton ein Sanierungskonzept erstellt. Dieses soll zwischen 2016 und 2019 etappenweise realisiert werden. Aufgeteilt werden sollen die Kosten zwischen der Gemeinde und dem Kanton im Verhältnis 50 zu 50. Voraussichtlich im Januar 2016 wird der Landrat über einen Kredit befinden. Danach hat das Volk das letzte Wort.

Die Sanierungsarbeiten wurden nach Dringlichkeit aufgelistet. Als eine der ersten Massnahmen wird die Theaterbar erneuert. Ein entsprechender Kredit soll mit dem Budget an der kommenden Altdorfer Gemeindeversammlung im November beschlossen werden.

Vorverkauf gut angelaufen

Heinz Keller, Leiter des Theaters Uri, freut sich, dass der Vorverkauf für die Dezembertage gut angelaufen ist. Diesmal gibt es gleich mehrere grosse Nummern im Programm. So kommen Mummenschanz und Bliss nach Altdorf. Michel Truniger präsentiert zudem seinen neuen Event mit dem Musikgrossprojekt Trievent.

Das hat aber Konsequenzen für die Werbung. «Der Vorverkauf muss viel früher beginnen», betonte Keller. Das ermögliche es, notfalls mit weiteren Massnahmen zu reagieren, falls das Interesse an Tickets gering sei.

Auch sonst gibt es im Theater Uri in den kommenden Monaten einiges zu erleben. Am Neujahrskonzert spielt der Cellist Christoph Croisé. Begleitet wird er vom Collegium Musicum Basel unter der Leitung von Kevin Griffiths. Im Januar 2016 tritt die Theatergruppe Eigä­gwächs mit dem Stück «Mary, die Zauber-Nanny» auf. 2016 plant das Theater Uri als grösstes Projekt die Eigenproduktion «Sehnsucht». Eigenproduktionen hätten im Haus Tradition. Und in Jahren, in denen die Tellspiele aufgeführt würden, sei ein Theaterprojekt, das einen Bezug zu Tell herstelle, üblich, erklärte Josef Nell, Präsident des Forums Theater Uri. Ursprünglich waren die Aufführungen während der Tellspiel-Saison im Sommer 2016 geplant. Durch das Sponsoring der Albert Koechlin Stiftung musste der Spielplan aber in den Mai vorverlegt werden. Das Projekt wurde von der Stiftung deshalb berücksichtigt, weil es eine überzeugende, witzige Humoreske sei, die von Profi-Schauspielern umgesetzt wird. Der Altdorfer Matteo Schenardi, der das Stück inszeniert, hat eine Carte blanche erhalten. Das Stück handelt von einer Familie, die eine Beiz betreibt. Es geht um den Ausbruch aus dem Alltag, um das Hierbleiben oder das Wegziehen. «Das erinnert an die Entstehung der ersten Tellspiele 1899 in Altdorf und die Verwirklichung von Träumen», so Nell. Diese «Sehnsucht» sei bekanntlich erfolgreich umgesetzt worden und gehöre heute zum kulturellen Markenzeichen von Altdorf.

Risiken bleiben

Eigenproduktionen würden immer auch ein finanzielles Risiko mit sich bringen, sagte Nell. Bei einem Budget von 90 000 Franken dürfe man nichts dem Zufall überlassen. Beim Grossprojekt Klangkanton an den letzten Dezembertagen sei man sehr zufrieden gewesen. Der grosse Saal war zweimal fast ausverkauft. Ein 18-köpfiges Jazz-Klassik-Orchester mit Profimusikern aus der Region hatte den Soundtrack zu den Bildern live gespielt.

Das Geschäftsjahr beim Theater Uri beginnt jeweils Anfang Juli und dauert bis Ende Juni. Daher wurde an der Generalversammlung noch wenig über die Tellspiele 2016 informiert. Die Neuinszenierung unter der Regie von Philipp Becker feiert am 20. August 2016 Premiere.