Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ALTDORF: Tierpraxis: Bau soll im Frühling starten

Urner Tierärzte wollen bei der Kläranlage für 1,5 Millionen Franken eine Gross- und Nutztierpraxis bauen. Dem Projekt steht nichts mehr im Weg.
Elias Bricker und Markus Zwyssig
Tierarzt Thomas Stadler (Bild) plant zusammen mit Hans Hofstetter eine Praxis für Nutztiere. (Bild Urs Hanhart)

Tierarzt Thomas Stadler (Bild) plant zusammen mit Hans Hofstetter eine Praxis für Nutztiere. (Bild Urs Hanhart)

Elias Bricker und Markus Zwyssig

Jetzt kann es losgehen: Gegen die geplante Gross- und Nutztierpraxis bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Altdorf sind innert der gesetzten Frist keine Einsprachen eingegangen. Die Bewilligung ist also nur noch eine Formsache. Wenn alles rund läuft, möchte die Gross- und Nutztierpraxis AG im März oder April mit dem Bau beginnen. Ende 2016 soll das Ambulatorium bezugsbereit sein. Kostenpunkt: rund 1,5 Millionen Franken. Der Neubau soll auf dem Areal des 2012 durch einen Grossbrand zerstörten Biomassenkraftwerks zu stehen kommen (unsere Zeitung berichtete). Die Inhaber der Gross- und Nutztierpraxis AG müssen nun Anfang Jahr nur noch den entsprechenden Baurechtsvertrag mit der Gemeinde Altdorf unterzeichnen.

Hinter der Gross- und Nutztierpraxis AG stehen die Urner Tierärzte Thomas Stadler aus Altdorf und Hans Hofstetter aus Bürglen, die auch kleinere Haustiere behandeln. «Eine solche Grosstierpraxis ist bitter nötig, damit wir die medizinische Versorgung von Nutztieren im Kanton Uri künftig überhaupt noch sicherstellen können», sagt Thomas Stadler. Denn bis jetzt gibt es im Kanton Uri kein Ambulatorium, in dem Tierärzte Kühe, Pferde, Schafe oder Ziegen operieren oder hospitalisieren können.

Nach Zürich oder in die Metzgerei

Seit einiger Zeit haben Stadler und Hofstetter zwar einen improvisierten Operationsraum in einem Geräteschuppen in Altdorf eingerichtet, um komplexere Operationen an Nutztieren überhaupt durchzuführen. Doch kleinere Operationen wie Kaiserschnitte oder andere Routineeingriffe machen die Tierärzte mehrheitlich direkt bei den Bauern in den Ställen. Die Licht- und Platzverhältnisse seien aber nicht überall ideal. «Dazu kommt, dass wir nicht immer sämtliche Gerätschaften im Auto mitführen können», sagt Stadler. «Oft ist Improvisation gefragt.»

Für komplexere Operationen oder für eine stationäre Behandlung müssen Tiere heute ins Tierspital Zürich gebracht werden. Aber in vielen Fällen rechnet sich für Urner Landwirte der aufwendige Transport nach Zürich und zurück nicht. Kranke oder verletzte Tiere werden deshalb oft getötet und landen in der Metzgerei.

Uri auf Assistenzärzte angewiesen

Die Gross- und Nutztierpraxis AG mit Praxissitz in Bürglen beschäftigt heute insgesamt sechs Tierärzte, drei davon in einem Teilzeitpensum, sowie drei Praxisassistentinnen. Damit die Praxis einen 24-Stunden-Service und somit die medizinische Grundversorgung für Nutztiere längerfristig aufrechterhalten kann, ist sie auf Assistenzärzte angewiesen. «Doch Assistenzärzte bekommen wir nur, wenn wir auch interessante Arbeitsstellen anbieten können und regelmässig auch selber Nutztiere operieren», sagt Stadler. «Denn die jungen Assistenzärzte, die frisch ab dem Studium kommen, wollen bei uns etwas lernen und nicht nur Stallbesuche machen.» Dank des nun geplanten Neubaus könnten zudem nicht nur die bisherigen Stellen attraktiver werden, sondern allenfalls auch neue geschaffen werden. «Wir haben also ganz ähnliche Probleme wie die Urner Hausärzte», so Stadler.

Leistungsvereinbarung mit Kanton

Die Gross- und Nutztierpraxis AG hat mit dem Kanton eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. «Das ist schweizweit wahrscheinlich einzigartig», betont Stadler. Die Leistungsvereinbarung macht es möglich, dass die Tierärzte auf dem Areal des abgebrannten Biomassenkraftwerks bauen dürfen. Denn das Gelände liegt in einer Zone für öffentliche Werke. Den Standort bei der ARA Altdorf erachten die Projektverantwortlichen als ideal. «Er ist zentral und nahe an der Autobahnausfahrt gelegen. So wären auch Bauern aus dem Urner Oberland mit ihren Viehanhängern schnell bei uns», erklärt Stadler. Und was für Stadler am wichtigsten ist: «Der Standort liegt ausserhalb von Wohnzonen. Denn eine solche Grosstierpraxis kann man nicht mitten in einem Wohngebiet bauen.»

Bauern können Geld sparen

Tierarzt Thomas Stadler versichert, dass er und sein Team trotz moderner Praxisräume auch weiterhin zu den Bauern in die Ställe kommen werden. Doch die Behandlungen sollen wenn möglich in Altdorf durchgeführt werden. Dadurch werde nicht nur die Behandlung besser. Die Tierhalter könnten dadurch auch Kosten sparen, so Stadler. «Denn das Teuerste an den meisten Behandlungen ist heute die Anfahrtstaxe. Es ist ja klar, dass ich nicht ganz gratis von Altdorf beispielsweise auf die Göscheneralp und zurückfahren kann.» Zudem sollen dank der neuen Praxis so viele Tiere wie möglich im Kanton Uri behandelt und operiert werden können. Die Tiere müssten nicht mehr ausserkantonal gebracht werden und hätten so kürzere Fahrtstrecken. Zudem werden die Tierärzte in den neuen Räumlichkeiten auch weiterhin Kleintiere behandeln. Stadler ist überzeugt: «Die geplante Nutztierpraxis wäre eine Bereicherung für den Kanton Uri.»

Radsport Altdorf prüft neue Halle

Der Verein Radsport Altdorf prüft, im Obergeschoss der geplanten Grosstierpraxis eine Sporthalle einzurichten. «Noch ist es aber zu früh, um Konkretes dazu zu sagen», so Stefan Marty, Projektverantwortlicher von Radsport Altdorf. Der Verein werde erst Ende Februar an einer ausserordentlichen Generalversammlung einen Grundsatzentscheid fällen, ob das Projekt weiterverfolgt werden soll. Radsport Altdorf, dessen Radballer und Kunstradfahrerinnen an der Weltspitze mitmischen, braucht mehr Trainingsräume. Aktuell trainieren die Radsportler in der Mehrzweckhalle Winkel in Altdorf. Zudem ist der Verein im ehemaligen Schwimmbad der Dätwyler AG (DAG) in Altdorf eingemietet. Doch im Frühjahr 2016 muss er die DAG-Räumlichkeiten räumen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.