ALTDORF: Tochter zerrt Mutter wegen geknacktem Vorhängeschloss vor Gericht

In Uri ist ein Streit zwischen einer Mutter und ihrer Tochter über ein zersägtes Vorhängeschloss vor dem Landgericht gelandet. Die 80-jährige Mutter hatte eine eingeschlossene Katze retten wollen. Nun wurde sie verurteilt, geht wegen der Bagatelle aber straffrei aus.

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Eingang zum Gerichtsgebäude in Altdorf. (Bild: Archiv Neue UZ)

Eingang zum Gerichtsgebäude in Altdorf. (Bild: Archiv Neue UZ)

Das Urner Landgericht verurteilte die Mutter, die sich selber verteidigt hatte, am Dienstag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Wegen geringfügiger Schuld und Tatfolge verzichtete der Richter aber auf eine Strafe. Gerichtsschreiber Philipp Arnold bestätigte auf Anfrage entsprechende Medienberichte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Mutter hatte im Juli 2015 auf dem Pacht-Hof ihrer Tochter in einem Urner Seitental mit einer Eisensäge ein Vorhängeschloss am Tor eines Schuppens geknackt und 50 Franken Sachschaden angerichtet. Sie wollte laut eigenen Aussagen ihre Katze befreien, die in dem Gaden eingeschlossen war.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 50 Franken, einer Busse von 175 Franken und zur Übernahme der amtlichen Kosten verurteilt. Die Witwe, die in bescheidenen finanziellen Verhältnissen lebt, legte dagegen Einspruch ein und verlangte vor dem Landgericht, dass es von einer Strafe absehe.

Das Gericht erliess der Frau die Verfahrens- und Gerichtskosten in der Höhe von 1800 Franken. Zudem bleibt der bislang unbescholtenen Bürgerin ein Eintrag ins Strafregister erspart. (sda)