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ALTDORF: Unternehmen soll Bonus zahlen

Ein Kadermitarbeiter streitet sich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber über 46000 Franken. Zudem fordert er ein besseres Arbeitszeugnis. Jetzt hat das Gericht entschieden und ihm teilweise Recht gegeben.
Markus Zwyssig
Geld (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Geld (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Ein im Kanton Uri domiziliertes Unternehmen soll einem ehe­maligen Kadermitarbeiter einen noch ausstehenden Bonus in der Höhe von 46200 Franken zahlen. Das hat die zivilrechtliche Abteilung des Landgerichts Uri entschieden. Nicht korrigiert werden soll hingegen das Arbeitszeugnis. Dies hatte der Kläger ebenfalls gefordert.

Der Manager trennte sich vom Unternehmen, weil er – eigenen Angaben zufolge – wieder zurück nach Deutschland wollte ( siehe unsere Zeitung vom 9. Februar 2018 ). Angestellt war der deutsche Staatsbürger zwar bis Ende September 2016, effektiv anwesend aber offensichtlich weit weniger lange. Das Unternehmen hatte den Kadermitarbeiter ab Ende Mai 2016 von der Arbeit freigestellt.

Lohnbestandteil oder nicht?

Gestritten wird vor Gericht, ob die vertraglich vorgesehenen Bonuszahlungen Lohnbestandteil sind oder nicht. Für den Anwalt des Klägers ist dies klar der Fall. Der Kadermitarbeiter hatte einen Bruttolohn von 154 000 Franken. Darin enthalten sind 9000 Franken Spesen. Dazu kommen Bonuszahlungen, wenn das vereinbarte Ziel erreicht wird. Diese liegen bei bis zu 40 Prozent des Bruttolohns.

Das im Kanton Uri beheimatete Unternehmen stellt sich hingegen auf den Standpunkt, die Bonuszahlungen seien kein fixer Lohnbestandteil. Gemäss deren Anwalt handelt es sich vielmehr um eine freiwillige Leistung, also um eine Gratifikation, welche das Unternehmen bei guter Leistung zahlen kann. Das Unternehmen will nun für 2016 keinen Bonus zahlen und sieht auch keinen Anlass, einen Teil des Geldes zu überweisen.

Unternehmen verlangt begründetes Urteil

Kritisiert wird auch das Arbeitszeugnis, das der Kadermitarbeiter erhalten hat. Der Anwalt fordert, dieses sei anzupassen. Das Arbeitszeugnis sei zwar «gut», aber nicht «sehr gut», sagte der Anwalt vor Gericht. Sein Mandant habe stets sehr gute Leistungen gezeigt und die ihm gestellten objektiven Kriterien klar erfüllt. Zudem sei das Arbeitszeugnis unvollständig, so werde insbesondere der Aufgabenbereich des Kadermitarbeiters zu wenig genau umschrieben. Der Anwalt des Unternehmens bezeichnete das Zeugnis hingegen als «sehr gut». Was der Kläger fordere, sei ein Wunschzeugnis. Den Inhalt eines Arbeitszeugnisses könne man sich aber nicht wünschen.

Das Urteil des Landgerichts Uri ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des Unternehmens hat die Begründung des Urteils verlangt. Wie Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer gegenüber unserer Zeitung versicherte, soll der begründete Entscheid den Parteien so schnell wie möglich zugestellt werden.

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