ALTDORF: Uri für Gegenvorschlag zur Einheitskasse

Der Regierungsrat des Kantons Uri plädiert für Änderungen im schweizerischen Krankenversicherungssystem. Er begrüsst den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur Volksinitiative «Für eine öffentliche Krankenkasse». Die Initiative selbst lehnt die Regierung ab.

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Initianten der Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» reichen die gesammelten Unterschriften am 23. Mai in Bern ein. (Bild: Keystone)

Initianten der Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» reichen die gesammelten Unterschriften am 23. Mai in Bern ein. (Bild: Keystone)

Die heutige Vielfalt der Krankenkassen solle beibehalten werden. Damit sollen die Kassen durch Wettbewerb angetrieben werden, ihre Kosten im Verwaltungs- und Marketingbereich möglichst tief zu halten, heisst es in der am Dienstag publizierten Vernehmlassungsantwort der Urner Regierung.

Sollten sich die Prämien mit einer Einheitskrankenkasse nicht mehr kantonal unterscheiden und national einheitlich sein, befürchtet der Regierungsrat eine starke Prämienerhöhung für die Urner Versicherten. Dann müsste der Kanton gemäss Regierung mehr Geld für die individuelle Prämienverbilligung einsetzen.

Der heute geltende Risikoausgleich sei ungeeignet, den Wettbewerb der Krankenkassen auf gute Risiken einzudämmen. Stattdessen solle der Wettbewerb unter den Kassen vermehrt darauf abzielen, die Zahl der Versicherten zu erhöhen. Darum plädiert der Urner Regierungsrat für die vorgeschlagene Anpassung des Risikoausgleichs.

Hochrisikorückversicherung soll geschaffen werden

Neben der klaren rechtlichen Trennung der Grund- und der Zusatzversicherung befürwortet die Urner Regierung auch die Schaffung einer Hochrisikorückversicherung. Für einen kleinen Kanton wie Uri sei diese ein geeignetes Mittel, um das Problem der Prämienhöhe im Verhältnis zu den kantonalen Kosten zu entschärfen. Je kleiner die Risikogemeinschaft sei, desto wichtiger sei eine Rückversicherung für die teuersten Patienten.

Die Urner Regierung plädiert bei der Rückversicherung für denselben Schwellenwert wie der Bundesrat. Demnach soll die Rückversicherung für die Behandlungskosten einspringen, sobald die Kosten das Zwölffache der Durchschnittsleistung übersteigen. 2011 wäre diese Schwelle bei 32'000 Franken gelegen.

sda