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ALTDORF: Uris Rindvieh erobert das Museum

Die Rindviehzucht im Kanton Uri hat eine tiefgreifende Umwälzung erlebt. Nun gibt es im Historischen Museum eine spannende Ausstellung zu diesem Thema.
An der Ausstellung im Historischen Museum sind unter anderem grossformatige Kuhgemälde ein Blickfang. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 25. April 2017))

An der Ausstellung im Historischen Museum sind unter anderem grossformatige Kuhgemälde ein Blickfang. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 25. April 2017))

Auf der kleinen Grünfläche vor dem Historischen Museum in Altdorf steht seit kurzem ein ganz spezieller Stier, der die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht. Es handelt sich um eine 720 Kilogramm schwere, verrostete Eisenplastik, die vom Flüeler Jost Aregger angefertigt worden ist.

Das Urner Wappentier ist nicht von ungefähr dort platziert worden. Es weist – zusammen mit weiteren Eyecatchern in den grossen Aussenvitrinen – auf die Sommerausstellung mit dem Titel «Uris Rindviecher und ihre Geschichte» hin, die am Dienstag mit einer nicht öffentlichen Vernissage eröffnet wurde. Aus Platzgründen waren nebst den Mitgliedern des Historischen Vereins Uri (HVU) nur Gäste aus der Bauernsame geladen. Musikalisch umrahmt wurde die Startveranstaltung von Organistin Lea Ziegler Tschalèr und Alphornspieler Ramon Imlig.

Sehr breite Themenpalette

Im Hauptraum des Museums, wo die Sommerausstellung realisiert worden ist, stechen zunächst vor allem mehrere grossformatige Kuhgemälde ins Auge. Sie stammen allesamt von der Altdorfer Künstlerin Doris Herger, die einige Bilder extra im Hinblick auf die Sonderschau gemalt hat.

Die Ausstellung ist nicht nur optisch sehr attraktiv gestaltet, sondern sie hat auch in Sachen Information viel zu bieten. So wird die Geschichte der Urner Rindviecher und der Rindviehzucht ausführlich behandelt. Beleuchtet werden unterschiedlichste Themen, wobei die Palette von der Rindviehhaltung im Mittelalter über Alpwirtschaft, künstliche Besamung sowie Viehseuchen bis hin zur Milch- und Fleischproduktion reicht. Konservator Rolf Gisler-Jauch und Museumspädagoge Stefan Gisler führten wie gewohnt auf originelle Weise in die Ausstellung ein. Zweitgenannter als Überraschungsgast «Graf Viehfried von Dexter und Holstein», der die Kuh mehr von der dichterischen und philosophischen Seite betrachtete, lieferte der Konservator interessante Fakten.

Vom Einheitsbrei zu Multikulti-Kühen

Unter anderem verriet er: «Die ersten Rinder sind wahrscheinlich mit den Kelten nach Uri gekommen. Lange gab es hier nur zwei Rassen, nämlich das Braunvieh im unteren Kantonsteil und das berggängigere, weil kleinere Bündner- oder Rätisch-Grau­-vieh im oberen Reusstal und in Ursern.»

Ende der 1960er-Jahre sei man dann von der bis dahin propagierten Reinrassigkeit weggekommen. Wegen des Wegfalls der Milchkontingentierung seien viele Urner Landwirte auf andere Viehrassen umgestiegen. Inzwischen gebe es in Uri 17 Rindviehrassen. Der Fotograf Christof Hirtler hat sich die Mühe gemacht, für die Ausstellung innerhalb von zwei Wochen alle Rassen abzulichten. Dazu sagte er an der Vernissage: «Kühe sind sehr faszinierende Wesen. Jede hat unterschiedlich auf meine Anwesenheit reagiert. Ich brauchte viel Geduld und musste mich teilweise mit Respekt den Tieren nähern.» Von den Landwirten habe er bei diesem Auftrag eine tolle Unterstützung erhalten. Hirtlers Fotos werden auf einem Bildschirm gezeigt.

Im Kanton Uri leben derzeit rund 12000 Kühe, verteilt auf rund 500 Landwirtschaftsbetriebe mit Rindviehhaltung, wovon 360 hauptberuflich. Bei den Rassen dominieren Brown Swiss und das Original-Braunvieh. Im Urnerland weiden seit geraumer Zeit auch ziemlich exotische Rassen, wie etwa Schottische Hochlandrinder oder Yaks, die sonst im Himalaja-Gebiet heimisch sind.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch


Hinweis

Die Ausstellung dauert bis zum 30. Juni und nach der Sommerpause vom 16. August bis 15. Oktober. Geöffnet ist sie mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

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