ALTDORF: Urner Guggen stürmen den Rathausplatz

Das Spektakel Gugg-Uri hat längst Kultcharakter. 10 Guggen haben am Samstag für Lärm gesorgt. Doch hinter dem wilden Treiben steckt viel Organisation.

Anian Heierli
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Die Guggen sorgten am Samstag in Altdorf für ein buntes Spektakel. (Bild: Valentin Luthiger)

Die Guggen sorgten am Samstag in Altdorf für ein buntes Spektakel. (Bild: Valentin Luthiger)

Um Punkt 13.13 Uhr strömen zehn Urner Guggen aus jeder Himmelsrichtung auf den Rathausplatz. Sie lärmen, was das Zeug hält. Ihr Ziel: aufzufallen und gleichzeitig die anderen Guggen aus dem Takt zu bringen. Um das zu erreichen, schlagen die Fasnächtler wild auf ihre Trommeln und strapazieren ihre Blasinstrumente. Dagegen verhält sich das Publikum am Strassenrand ganz ruhig. Kaum jemand tanzt zu den kakofonischen Tönen. Nur die Kinder kreischen. Doch bis zum Abend wird die Stimmung heiter.

Bild: Valentin Luthiger
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Mehrere Monate geprobt

Am Wochenende hat mit dem «Gugg-Uri» offiziell die Urner Fasnacht gestartet. Sämtliche Guggenmusiken aus dem Kanton spielten die besten Stücke ihres Repertoires. Dafür übten einige Gruppen ein halbes Jahr. «Wir hatten im September die ersten Proben», sagte Michaela Tresch. Sie ist Mitglied bei der Erstfelder Kröntä-Guggä. «Der Anlass Gugg-Uri ist immer ganz speziell. Gerade weil das Spektakel nur jedes dritte Jahr stattfindet», sagt die 30-Jährige. «Es ist ein strenger und zugleich einmalig schöner Auftritt.» Am meisten freut sich die Fasnächtlerin aber auf den Schmutzigen Donnerstag, für sie ist dieser nämlich der eigentlichen Höhepunkt der Urner Fasnacht. Rund 2200 Personen haben am Samstag bis spät in die Nacht am Gugg-Uri gefeiert.

Um diesem Ansturm gerecht zu werden, hatte das Organisationskomitee alle Hände voll zu tun. «Ich habe nur zwei Stunden geschlafen», sagte OK-Präsident Koni Scheuber kurz vor dem Spektakel. Insgesamt dauerten die Vorbereitungsarbeiten ganze eineinhalb Jahre. Seit Mittwoch waren Helfer am Aufstellen. «Am Auf-, Abbau und der ganzen Organisation arbeiten 250 Personen ehrenamtlich mit», betont Scheuber. Und dieser Aufwand hat sich bezahlt gemacht. Selbst der starke Föhn konnte den Fasnächtlern die gute Laune nicht verderben.

Zelt mit 40 Tonnen gesichert

Aus Sicherheitsgründen wurde das grosse Festzelt auf dem Winkel extra stark fixiert. 40 000 Liter Wasser – was 40 Tonnen Gewicht entspricht – hielten das Zelt am Boden. Darüber hinaus wurde der ganze Ballast zusätzlich im Beton verankert. «Wir hatten das ganze Wochenende über ständig mit Meteo Schweiz in Kontakt gestanden. Bei extremen Windspitzen hätten wir das Zelt geräumt. Dazu ist es jedoch nicht gekommen», so Scheuber. Nicht nur aktive Fasnächtler, sondern auch das zahlreiche Publikum hatte seinen Spass. So genoss Urban Zurfluh aus Seedorf mit seiner fast dreijährigen Tochter Gina das bunte Treiben. «Am Anfang hatte die Kleine etwas Angst. Das ging aber schnell vorbei», so ihr Vater. «Die Konzerte am Nachmittag sind gerade für Familien eine tolle Sache.» Zudem dient das Fest einem guten Zweck. Das Organisationskomitee von Gugg-Uri spendet in diesem Jahr den gesamten Reingewinn der Winterhilfe Uri, Pro Audito Uri und der Bläserklasse Uri.

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