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ALTDORF: Urner Kantonsspital schreibt Verlust trotz mehr Patienten

Das Kantonsspital Uri weist für 2016 einen Verlust von 735 000 Franken aus. Nicht-budgetierte Kosten löste die Planung des Um- und Neubaus aus, der mit Spannung erwartet wird. Die Bedeutung von ambulanten Eingriffen hat zugenommen.
Das Kantonsspital Uri soll schon bald saniert werden. (Bild: Angel Sanchez (Altdorf, 4. Juli 2016))

Das Kantonsspital Uri soll schon bald saniert werden. (Bild: Angel Sanchez (Altdorf, 4. Juli 2016))

Die Patientenzahlen des Kantonsspitals Uri steigen. Erstmals hat die Zahl der akutstationären Austritte 2016 den Wert von 4000 Fällen überschritten. Trotzdem aber muss das Spital ­einen Jahresverlust von 735 000 Franken ausweisen – budgetiert gewesen war ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Gesamtertrag betrug knapp 65 Millionen Franken. Die Ausgaben beliefen sich auf gut 65,6 Millionen.

«Die Ursachen dafür liegen zum einen in der Abnahme des Schweregrades der Fälle und zum anderen bei nicht budgetierten, ausserordentlichen Ausgaben im Zusammenhang mit verschiedenen Grossprojekten», heisst es in einer Medienmitteilung.

Orthopädie soll noch weiter ausgebaut werden

In der Orthopädie konnte gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 119 Fällen eine besonders deutliche Steigerung erzielt werden. «Dank einer aus medizinischer Sicht sehr guten Qualität ist es uns gelungen, unsere Marktanteile bei den orthopädischen Eingriffen im Kanton Uri weiter auszubauen», bilanziert Gallus Burri, Chefarzt Chirurgie.

Die Bedeutung von ambulanten Eingriffen nimmt weiter zu. Dies zeigt sich in einem starken Wachstum der Fälle. Gegenüber dem Vorjahr wurden 3,1 Prozent mehr ambulante Fälle abgerechnet, insgesamt 22 875. Der damit verbundene Betriebsertrag ist um 1 Million Franken gewachsen. Zum deutlichen Wachstum beigetragen haben Disziplinen wie die Handchirurgie, Onkologie und Radiologie. «Aus finanzieller Sicht wenig erfreulich ist die deutliche Abnahme des Schweregrades, welcher von 0,912 auf 0,848 sank», heisst es in der Mitteilung. Dies ist der Hauptgrund, warum der Ertrag aus den stationären Leistungen gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Millionen abgenommen hat. Verschiedene Gründe führten dazu, etwa die regulatorischen Vorschriften, die ausgewählte komplexe Eingriffe ungeachtet der Ergebnisqualität nur noch an den Zentrumsspitälern zulassen.

Auf der anderen Seite gehören verschiedene, früher nicht angebotene Eingriffe zur Kategorie der wenig komplexen Eingriffe, was bereits mathematisch zu einem tieferen durchschnittlichen Fallgewicht führt.

Im vergangenen Jahr wurde mit viel Optimismus und Energie an verschiedenen Grossprojekten gearbeitet. Neben dem Um- und Neubau, bei dem das Vorprojekt erarbeitet wurde, standen strategische Projekte wie die vollständige Überarbeitung der Kostenrechnung, die Totalrevision der Anstellungsbedingungen oder die Neukonzeption des Internetauftritts auf der Projektliste.

Bei all diesen Projekten gab es neben viel Eigenarbeit einen beachtlichen Bedarf an externer Beratung. So verursachten allein die Arbeiten rund um den Um- und Neubau nicht budgetierte Kosten von 300 000 Franken.

Hotellerie und PR gewinnen an Gewicht

Dem Wettbewerb unter den Spitälern, der auf das Jahr 2012 eingeführt wurde, kann sich das KSU nicht entziehen. Dies führt insbesondere im nicht medizinischen und nicht pflegerischen Umfeld zu einem deutlichen Kostenanstieg. «Dass Disziplinen wie PR und Kommunikation, Medizin-Controlling oder Hotellerie an Bedeutung gewinnen, ist die Konsequenz der freien Spitalwahl und der erhöhten regulatorischen Anforderungen im Gesundheitswesen», sagt Spitalratspräsident Peter Vollenweider.

Darüber hinaus führen die vorgesehenen Eingriffe des Bundesrates in die Tarifstruktur, mit denen der Kostenanstieg im Gesundheitswesen eingedämmt werden soll, zu einer Ertragseinbusse von 5 Prozent, was kurzfristig durch eine Produktivitätssteigerung nicht kompensiert werden kann.

In Um- und Neubau wird viel Hoffnung gesteckt

Spitalrat und -leitung sind trotz Budgetabweichung von 1,1 Prozent und der vorgesehenen Tarifstrukturen zuversichtlich. Dazu trägt der geplante Neu- und Umbau bei, mit welchem die Bedürfnisse der Patienten konsequenter in den Mittelpunkt der täglichen Arbeit gestellt werden sollen. «Die neue Infrastruktur legt zudem die Grundsteine, dass die Betriebsprozesse optimiert werden können», heisst es in der Mitteilung. «Die damit verbundenen Effizienzgewinne sind entscheidend für eine erhöhte Wirtschaftlichkeit.» Der aktuelle politische Prozess zeige, dass das Bedürfnis nach einer sehr guten spitalbasierten Grundversorgung zu tragbaren Kosten im Kanton Uri hoch gewichtet werde. (red)

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