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ALTDORF: Urner Maturanden setzen ihre Ideen um

Kinderbücher über Wilhelm Tell, eine Strasse im Wandel der Zeit oder ein GPS-Gerät für Rinder – die Schüler präsentieren diese Woche im Kollegi Altdorf ihre vielseitigen Maturaarbeiten. Unsere Zeitung hat drei herausgepickt.
In ihrer Maturaarbeit widmete sich die Andermatterin Sarina Danioth dem Alptracker. (Bilder: Remo Infanger (Altdorf, 16. November 2017))

In ihrer Maturaarbeit widmete sich die Andermatterin Sarina Danioth dem Alptracker. (Bilder: Remo Infanger (Altdorf, 16. November 2017))

Sie hat GPS-Tracker auf der Alp getestet

«Wie wäre es, wenn wir zu jeder Zeit wüssten, wo sich die Rinder auf der Alp befinden?» – Diesem Gedankenspiel verdankt Sarina Danioth die Idee ihrer Maturaarbeit. Sie testete GPS-Geräte – sogenannte Alptracker – an Rindern. «In den Sommerferien helfe ich meinem Vater auf der Alp Schöni in Andermatt», so die 17-jährige Maturandin. «Manchmal war es derart neblig, nass und düster, dass man die rund 80 Rinder auf den weitläufigen Weiden auch mit Fernglas kaum erkennen konnte.» Mit ihrem Vater habe sie philosophiert, wie schön es wäre, dank der GPS-Position des Viehs mit gutem Gewissen in der Wärme zu bleiben.

«Als ich gehört habe, dass es so etwas gibt, wollte ich das testen», sagt Danioth. Ziel sei es gewesen, Vor- und Nachteile herauszufinden und zu schauen, ob der Alptracker den Alltag erleichtert. Da im vergangenen Mai ein neues Modell entwickelt wurde, wollte die Andermatterin das von Juli bis September ausprobieren. Dazu legte sie fünf Tieren den faustgrossen Tracker um den Hals. «Rinder sind in Gruppen unterwegs», erklärt die Maturandin. «Deshalb reicht es, wenn bloss einige Tiere mit dem Sender ausgestattet werden.» Alle 15 Minuten sende das Gerät den Standort an eine Antenne auf der Weide, die wiederum die Information ans Smartphone oder an den Laptop weiterleite.

Maturandin sieht grosses Potenzial für die Zukunft

Ein Testkriterium sei nebst Wettertauglichkeit und Lebensdauer auch die Handhabung des Geräts gewesen. Zusätzlich konnte sie mittels Berechnungen herausfinden, wie lange Strecken ein Rind zurücklegt.

«In Alptrackern sehe ich grosses Potenzial für die Zukunft», meint Sarina Danioth. Dabei gehe es nicht um Bequemlichkeit, sondern in erster Linie um den Schutz der Tiere.(RIN)

Er hat die Entwicklung der Flüelerstrasse untersucht

Dass man selbst heute nicht immer alles googeln kann, musste Jeremias Bilger während der Recherche seiner Maturaarbeit feststellen. «Man ist sich halt gewohnt, ein Stichwort im Internet einzugeben, und die Suchmaschine serviert einem sämtliche Informationen dazu», so der 18-jährige Altdorfer. «Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass das während des Prozesses meiner Arbeit nicht so leicht wird.»

Der Maturand hat die Flüelerstrasse im Wandel der Zeit untersucht. «Ich wollte herausfinden, inwiefern sich das Leben an der verkehrsreichen Strasse in den letzten 100 Jahren verändert hat», erklärt Bilger. Zum einen sei ihm die Bedeutung der Strasse selber wichtig gewesen, zum anderen aber auch, wer sich warum an dieser Strasse niederlässt. So sei es etwa interessant, dass es seit Anbeginn besonders die Arbeiterklasse ist, die dort wohnt.

Wie geht man nun aber vor, wenn es dazu kaum niedergeschriebene Informationen gibt? «Man geht dann halt los und befragt Zeitzeugen gleich selber», meint der Maturand. So habe er Interviews mit Anwohnern und Geschäftsinhabern geführt. Aber auch Urner Literatur und das Internet-Lexikon Urikon hätten ihm dabei geholfen, die historische Entwicklung der Strasse zu untersuchen.

Thema bietet Stoff für weitere Bücher

Nebst der Informationsbeschaffung war eine weitere Schwierigkeit der grösser werdende Umfang des Vorhabens. «Die Arbeit wurde immer breiter gefächert», so der Altdorfer. Die Gotthardroute, der Zweite Weltkrieg und auch die neue West-Ost-Verbindung – all das seien Themen, die für den Wandel der Flüelerstrasse eine bedeutende Rolle spielen. «Darüber hätte man auch ein Buch schreiben können», so Jeremias Bilger.

Er habe mit seiner Arbeit aber nicht nur sein Geschichtswissen auffrischen können. «Wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es wertzuschätzen, was wir heute an der Digitalisierung mit Google und Co. haben.» (RIM)

Sie hat Kinderbuch von Tell in vier Sprachen gestaltet

«Das Malen und Zeichnen war immer schon meine kleine Leidenschaft», sagt Nina Schuler. Daher sei es naheliegend gewesen, die Maturaarbeit im gestalterischen Bereich zu machen. Entstanden sind vier 30-seitige Kinderbücher mit Texten auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

«Mir war es wichtig, den Nationalhelden mit den Urner Wurzeln allen Teilen der Schweiz präsentieren zu können», betont die 17-jährige Seedorferin. «Deshalb ist jedes Kinderbuch in einer anderen Landessprache geschrieben.» Ins Französische habe sie selber übersetzt, spätestens beim Rätoromanisch sei sie aber auf Hilfe angewiesen gewesen. «Orientiert habe ich mich stark an Friedrich Schillers Erzählungen», so Schuler. Genauso wichtig für die Bilder sei ihr die Detailtreue der Landschaft gewesen. «Bevor ich anfing zu zeichnen, besuchte ich mit der Kamera die relevanten Orte», erklärt sie. Die Fotos halfen ihr, die Augenweiden möglichst genau in die Zeichnungen einfliessen zu lassen.

Ziel ist es, das Buch nun zu verkaufen

Auf die Idee mit der Kreation eines Kinderbuchs ist Nina Schuler nach ihrem Stage-Aufenthalt in Montreux gekommen. «Für meine kleinen Stage-Kinder habe ich oft aus Büchern vorgelesen», so Schuler. Die Maturandin sei für sie ein richtiges Trudi Gerster gewesen. «Als ich den Stage-Kindern am Ende des Aufenthalts ein Büchlein mit Geschichten von Tell schenken wollte, habe ich nichts Passendes finden können», erklärt Schuler. So habe sie sich entschieden, die Sache selber an die Hand zu nehmen.

Ihr Ziel sei es nun, mehrere Exemplare drucken zu lassen und sie zu verkaufen. In Uri ist sie bereits auf offene Ohren gestossen. «Ich bin weiterhin auf der Suche nach Geschäften, die meine Kinderbücher entgegennehmen – am liebsten in der ganzen Schweiz», so Nina Schuler. (RIN)

Urner Literatur half Jeremias Bilger, den Wandel der Flüelerstrasse zu untersuchen.

Urner Literatur half Jeremias Bilger, den Wandel der Flüelerstrasse zu untersuchen.

Nina Schuler zeigt ihre in den vier Landessprachen verfassten Kinderbücher über Wilhelm Tell.

Nina Schuler zeigt ihre in den vier Landessprachen verfassten Kinderbücher über Wilhelm Tell.

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