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ALTDORF: Urner müssen sich nicht verstecken

Heinz Keller wird mit dem Dätwyler-Preis geehrt. Er sagt, was das Haus alles bietet, und an wen sich die Veranstaltungen aus den Bereichen Comedy, Theater, Tanz und Musik vor allem richten.
Markus Zwyssig
Heinz Keller im grossen Saal des Theaters Uri. Der 62-jährige Kulturmanager leitet das Haus seit 17 Jahren. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. 11. 2017))

Heinz Keller im grossen Saal des Theaters Uri. Der 62-jährige Kulturmanager leitet das Haus seit 17 Jahren. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. 11. 2017))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Grosser Moment im neu geschaffenen Mehrzweckraum der Dätwyler-Stiftung in Altdorf: Stiftungsratspräsident Hansheiri Inderkum überreichte Heinz Keller, langjähriger Leiter des Theaters Uri, am Freitagabend den mit 20000 Franken dotierten Dätwyler-Preis. Keller habe «bleibende Verdienste für das Theater Uri geschaffen», sagte Inderkum anerkennend.

Walter Wüthrich, alt Bundesstrafrichter und ehemaliger Präsident des Betriebsvereins Forum Theater Uri, lobte ebenfalls Kellers Verdienste: «Mit kräftiger Unterstützung seiner Mitarbeitenden verschaffte er dem Theater Uri gleich ab dem ersten Jahr einen Namen, welcher in die Kulturszene des Kantons, aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus, auszustrahlen begann.»

Von Gerhard Polt bis zu den Krüger Brothers

Heinz Keller will das Lob nicht für sich alleine beanspruchen. «Die Auszeichnung ist auch eine Ehrung für das Haus», sagt der 62-jährige Kulturmanager im Gespräch mit unserer Zeitung. «Die Dätwyler-Stiftung hat immer an den Erfolg geglaubt und uns über all die Jahre die Stange gehalten.» Keller leitet das Theater Uri seit fast 18 Jahren. Er hat im grössten Urner Kulturhaus kontinuierlich neue Ideen eingebracht. Hier treten Künstler auf wie Gerhard Polt, Ursus und Nadeschkin, Hazel Brugger oder Stiller Has. Auch die Krüger Brothers, in Amerika Stars der Country-Szene, machen bei ihren Konzertreisen durch Europa Jahr für Jahr im Theater Uri Halt. Die verschiedenen Säle im Haus bieten Platz für bis zu 600 Personen.

Das über 100 Jahre alte Altdorfer Tellspielhaus, das 1999 zum Theater Uri wurde, ist ein markantes Gebäude. Das grösste Urner Kulturhaus hat aber ein relativ kleines Einzugsgebiet. In Luzern gibt es bereits ein grosses Kulturangebot. Die Schwyzer zieht es eher nach Zürich. In erster Linie will Keller denn auch Publikum aus dem Kanton Uri anlocken. «Wir können nicht konkurrenzieren mit Kulturhäusern in der Stadt.» Trotzdem: Verstecken muss sich das Theater Uri nicht. «Wie bei einem Mosaik ist immer neues dazugekommen», vergleicht Keller. Schweizweit bekannt geworden ist das Haus durch das alle zwei Jahre stattfindende internationale Musikfestival Alpentöne. Die Tellspiele, welche alle vier Jahre durch einen bekannten Regisseur und ein professionelles Team neu inszeniert werden, haben ebenfalls einen weitherum bekannten Ruf.

«Es ist nicht so, dass die Städter kommen und uns zeigen, wie man Kultur macht», sagt Keller. Vielmehr packen Keller und sein Team lieber selber an und realisieren Neues. «Wir versuchen, auch Aussergewöhnliches möglich zu machen», gibt sich Keller selbstbewusst. So liess Volker Hesse bei seiner Inszenierung der Altdorfer Tellspiele 2008 den Zuschauerraum zur 45 Meter langen Bühne aus Holz umbauen. Die Zuschauer sassen auf der linken und rechten Seite auf Holzspanplatten. 2012 wurde die zweite «Tell»-Inszenierung Hesses erneut gewaltig: riesige rostige Stahlwände wurden auf die Bühne gestellt. «Derartige Inszenierungen mit zum Teil über 20 Aufführungen wären in einem anderen Theaterhaus kaum möglich», gibt sich Keller überzeugt.

Das Theater Uri konkurrenziert nicht mit den anderen Urner Kulturhäusern. Im Gegenteil: Die Zusammenarbeit wird gefördert. Ein gutes Beispiel dafür sind die Altdorfer Dezembertage, welche heuer zum 18. Mal stattfinden. Dabei arbeiten das Kellertheater im Vogelsang, das Cinema Leuzinger, das Haus für Kunst Uri, das Haus der Volksmusik, und die Kantonsbibliothek Uri mit.

Auch neuer Leiter muss sich der Herausforderung stellen

Heinz Keller arbeitet noch bis Ende 2018 im Theater Uri, dann tritt er in den verdienten Ruhestand. «Er wird alles während seiner dann 19-jährigen Tätigkeit Erreichte an seinen Nachfolger Michel Truniger weitergeben», gab sich Walter Wüthrich bei der Laudatio überzeugt. «Aber damit verbunden ist auch die Herausforderung, die sich dem Theater Uri stellenden Probleme zu meistern.»

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