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ALTDORF: Urner Regierung gibt erneut einen Wolf zum Abschuss frei

In Uri hat der Regierungsrat erneut einen Wolf zum Abschuss freigegeben. Das aus Italien eingewanderte Tier hatte in den letzten drei Wochen in Gurtnellen und Wassen 25 Schafe gerissen und zwei verletzt. Die Regierung will nun weitere Schäden an Nutztieren verhindern.
Dieser Wolf trat im Frühling in Seelisberg in eine Fotofalle. (Bild: PD)

Dieser Wolf trat im Frühling in Seelisberg in eine Fotofalle. (Bild: PD)

Die Bedingungen seien erfüllt, um das geschützte Tier ausnahmsweise zum Abschuss freizugeben, teilte die Urner Sicherheitsdirektion am Freitag mit. Die Schadensschwelle liege für Gebiete, in denen der Wolf erstmals auftrete, bei 25 gerissenen Nutztieren. Der betroffene Wolf sei zum ersten Mal westlich der Reuss in Gurtnellen und Wassen aufgetaucht. Das Gebiet galt bisher als Nichtpräsenzgebiet des Wolfs.

Wolfsschützer halten einen Abschuss im vorliegenden Fall nicht für widerrechtlich. Die Gruppe Wolf Schweiz erklärt allerdings in einer Stellungnahme, der neu zugewanderte Wolf zeige, dass Abschussbewilligungen Konflikte mit Wölfen nicht nachhaltig lösen könnten. Verschwinde ein Wolf durch Abschuss oder Abwanderung, folge bald der nächste. Da jederzeit wieder ein Wolf in Uri auftauchen könne, sei der weitere Ausbau des Herdenschutzes notwendig.

Bewilligung gilt für 60 Tage

Die von Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti (SP) verfügte Abschussbewilligung gilt ab sofort und für 60 Tage. Den Wolf abschiessen dürfen nur zehn kantonale Wildhüter sowie gegen 20 bis 30 Jäger, die vom Kanton dafür bestimmt werden, wie der Urner Jagdverwalter Josef Walker auf Anfrage sagte.

Die Jagd auf den Wolf ist auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt. Dieses umfasst Alpen und deren Umgebung in Gurtnellen und Wassen westlich der Reuss sowie ein grösseres Streifgebiet, in dem ausreichend Schutzmassnahmen ergriffen worden sind oder Herden nicht vernünftig geschützt werden können. Dies betrifft Alpen etwa westlich der Reuss von Seedorf im Urner Talboden bis Realp im Urserental.

Der letzte bekannte Aufenthaltsort des Wolfs war laut dem Urner Jagdverwalter eine Alp im Surenenpassgebiet in Attinghausen. Dort riss das Tier am Mittwoch nachts mehrere Schafe.

In Fotofalle getappt

Beim Wolf, der zum Abschuss freigegeben wurde, handelt es sich gemäss DNS-Analysen um ein männliches Tier italienischer Abstammung. Der Rüde erhielt die Bezeichnung M68. Das Tier war vor den Zwischenfällen in Uri noch nie in der Schweiz nachgewiesen worden. Im April tappte es im Gebiet Wissig in der Gemeinde Seelisberg in eine Fotofalle.

Seit Mitte Mai riss der Wolf in Heimbetrieben und Alpen der Gemeinden Isenthal und Erstfeld 16 Schafe. In den vergangenen drei Wochen tötete er zudem auf verschiedenen Alpen in Gurtnellen und Wassen 25 Schafe und verletzte zwei weitere.

Bereits im Juni 2015 hatte ein Wolf im Kanton Uri in den Gebieten Gitschenen, Gitschen und Klausenpass über 50 Schafe gerissen. Die betroffenen Schafhalter wurden mit 24'000 Franken entschädigt.

Das Tier wurde danach zum Abschuss freigegeben, es tauchte allerdings innerhalb der Abschussfrist nicht mehr auf im Kanton Uri. Wie das Raubtier-Monitoring des Bundes ergab, war der Wolfsrüde weiter nach Vorarlberg in Österreich gewandert.

sda

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