ALTDORF: Urner werden zum Testpublikum

Moes Anthill stellen am Freitag und Samstag neue Songs vor. Mit dabei ist auch Rapper Greis. Der Urner Songwriter Mario «Moe» Schelbert sagt, wie sich die Musik der Band verändert hat.

Markus Zwyssig
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Moes Anthill stellen ihre Power bei Zermatt Unplugged live unter Beweis. (Bild: Thilo Larsson (Zermatt, 9. April 2016))

Moes Anthill stellen ihre Power bei Zermatt Unplugged live unter Beweis. (Bild: Thilo Larsson (Zermatt, 9. April 2016))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Das Urner Konzertpublikum kommt am Freitag und Samstag im Theater Uri in Altdorf in einen besonderen musikalischen Genuss: Songwriter Mario Schelbert, besser bekannt als Moe, gibt mit seiner Band einen Einblick in sein neues Bühnenprogramm.

Moes Anthill sind mit ihrem Album «Oddities After The Heydays» erfolgreich. Sie haben ihre Songs an verschiedenen Orten in der Schweiz und im benachbarten Ausland vorgestellt. Songs aus dem Album sind auch ab und zu auf SRF 3 zu hören. «Das Album war für mich ein Befreiungsschlag», sagt der 32-jährige Urner. «In Amerika habe ich mir für meine Musik viele Inspirationen geholt.» Bei seiner Reise habe er die Freiheit genossen und dabei die Klänge des Banjos für sich entdeckt.

Musik ist düsterer und bittersüsser geworden

Nun stellt Schelbert den Urnern neue Songs seines bald erscheinenden Albums namens «Everyone Gets A Balloon» vor. Mit dem Konzert im Theater Uri gewährt er am kommenden Wochenende einen Einblick in sein aktuelles Klanguniversum. Das Banjo ist zwar immer noch zu hören, es wird aber nicht mehr so dominant eingesetzt.

«Meine Musik ist immer auch ein Abbild von dem, was ich gerade erlebe», sagt Schelbert. «Der Sound ist düsterer und ­bittersüsser als auch schon.» Es gehe dabei um Weltuntergangsszenarien. «Aber keine Angst, das werden wir selber ja nicht miterleben müssen», so Schelbert. Es sei ein mutiges Programm, das er nun spiele. «Wir gehen die Themen sehr direkt an.» Die Realität werde nicht schöngeredet respektive -gesungen. Trotzdem erhält jeder Konzertbesucher einen Luftballon. Es werde aber eine spezielle Reise, so Schelbert. «Wir fliegen gemeinsam dem Glauben entgegen ins Jenseits.»

Mit auf der Bühne ist der Rapper Greis. Dabei prallen nur scheinbar zwei musikalische Welten aufeinander. «Wir haben viele Gemeinsamkeiten», sagt Schelbert. Die Sprache von Greis sei gar nicht so hart, wie man es sich aus dem Hip-Hop gewohnt sei. «Auch die Musik von Greis lebt von geschwungenen Sätzen. Die Songs sind nicht nur ge­sprochen, sondern haben auch viel Gesang.» Das sei Greis wichtiger als die blosse Schnelligkeit der Sprache. Zudem verrät Schelbert, dass er eine Vorliebe für Hip-Hop hat. «Wäre ich in England oder Amerika geboren, wäre ich wahrscheinlich Rapper geworden.» Das Publikum erhalte am Wochenende einen authentischen Einblick in sein aktuelles Schaffen. «Es wird nicht alles geschliffen daherkommen», so Schelbert. Die Urner seien bereit, sich auf Experimente einzulassen. «Sie sind das beste Testpublikum.» Der Stil von Moes Anthill lässt sich mit Neo Folk und Americana beschreiben.

Mit Mario Schelbert sind weiterhin Simone Baumann (Stimme, Klavier), Michael Boner (E-Gitarre, Effekte) und Flurin Lanfranconi (Kontrabass, E-Bass) unterwegs. Neu am Schlagwerk und Xylofon ist Clemens Kuratle zu hören. Die Songs bleiben vorderhand den Urnern vorbehalten. Nach den Konzerten im Theater Uri werden die Musiker bloss vereinzelt live spielen. Sie ziehen sich ins Studio zurück. Mit dabei sein wird für ein paar Songs auch Greis. Im nächsten Jahr werden Moes Anthill dann mit ihrem neuen Album auf Tournee gehen.

Hinweis

Die beiden Konzerte von Moes Anthill mit Greis finden am Freitag und Samstag, 3. und 4. März, auf der Bühne im Theater Uri statt.