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ALTDORF: Verteidiger streicht entlastende Indizien hervor

Am ersten Tag des Berufungsprozesses gegen einen Barbetreiber aus Erstfeld wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Frau hat der Verteidiger des Angeklagten für einen Freispruch plädiert. Das Landgericht habe willkürlich geurteilt und entlastende Indizien ausgeblendet.
Der Erstfelder Barbetreiber Ignaz W. auf seinem Weg zur Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Uri. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Der Erstfelder Barbetreiber Ignaz W. auf seinem Weg zur Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Uri. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Am Mittwoch wurden vor dem Urner Obergericht zwei Vorfälle von 2010 verhandelt. Damals war im Januar in Erstfeld auf einen Barbesucher geschossen worden. Er blieb unverletzt.

Aus derselben Pistole war im November darauf ebenfalls in Erstfeld auf eine Frau geschossen worden. Sie wurde schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Ex-Mann und Barbetreiber, auf seine damalige Frau einen Killer angesetzt zu haben.

Fünfstündiges Plädoyer

In seinem fünfstündigen Plädoyer bestritt der Verteidiger eine Verbindung zwischen dem Angeklagten und der Tatwaffe. Es sei unklar, wie DNS des Angeklagten auf eine Patronenhülse gelangt sei. Ein forensisches Gutachten zeige, dass DNS auf einer abgefeuerten Patrone äusserst unwahrscheinlich «überleben» könne.

Die beim Angeklagten festgestellten Schmauchspuren stammten zudem nicht von der Tatwaffe. Ausserdem habe der Barbetreiber kein Motiv gehabt, seine Frau umbringen zu lassen. Die Aussagen der Hauptbelastungszeugin seien vage gewesen, sagte der Verteidiger weiter.

Der Beschuldigte sei vom Landgericht verurteilt worden, weil dieser als «Staatsfeind Nummer Eins» gelte und man ihn öffentlich vorverurteilt habe, sagte der Verteidiger.

Staatsanwalt spricht am Freitag

Die Berufungsverhandlung geht am Freitag weiter. Dann soll der Staatsanwalt sein Plädoyer halten.

Im Oktober 2012 verurteilte das Urner Landgericht den Barbesitzer und einen mutmasslichen Komplizen zu Freiheitsstrafen von zehn respektive achteinhalb Jahren. Das Gericht war wie die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass der Barbesitzer den Komplizen beauftragt hatte, seine Frau zu töten, und verurteilte die beiden wegen versuchten Mordes in Mittäterschaft.

Beide Urteile wurden angefochten. Der Komplize zog wenige Tage vor der Berufungsverhandlung seine Appellation zurück, wobei sein Anwalt betonte, dass dies kein Schuldeingeständnis sei. Die Verurteilung zu einer achteinhalbjährigen Haftstrafe ist somit rechtsgültig.

sda

Hinweis:
Alle erschienen Berichte zum Fall auf www.urnerzeitung.ch/gerichtsprozess

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