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ALTDORF: «Viele leiden an ihrem Arbeitsplatz»

Die Urner 1.-Mai-Feier war deutlich spannender und lebendiger als in den Vorjahren. Dies dank einem neuen Programmkonzept mit einer Podiumsdiskussion, die sich um die Rente drehte.
Urs Hanhart
Bei den Urner Gewerkschaften ging es gestern vor allem um die Rente. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Mai 2017))

Bei den Urner Gewerkschaften ging es gestern vor allem um die Rente. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Mai 2017))

Beim Eingang zum Zeughaus in Altdorf wehten gestern ganz viele Gewerkschafts-, SP- und Juso-Fahnen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass dort die offizielle Urner 1.-Mai-Feier abgehalten wurde. Diesmal bestritten die Veranstalter neue Wege. Für ­einmal gab es nicht wie gewohnt diverse Ansprachen, sondern eine von Erich Herger geleitete Podiumsdiskussion zu hören, der rund 50 Interessierte beiwohnten. Zum Thema Rentenfinanzierung debattierten Janine Wicki, Pensionskasse Publica, Matthias Kuert, Leiter Sozialpolitik Travail Suisse, Prisca Birrer-Heimo, ­SP-Nationalrätin Luzern, und René Röthlisberger, Präsident Wirtschaft Uri.

Braucht es den Tag der Arbeit heute eigentlich noch? Diese Frage stellte der Moderator gleich zu Beginn in den Raum. Röthlis­berger meinte, dieser Feiertag (zumindest in acht Kantonen) sei zwar eine schöne Tradition. Aber wenn er zum Krawallmachen missbraucht werde, gebe ihm das zu denken. Der Dialog zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern müsse im Zentrum stehen. Dann sei dieser Tag durchaus sinnvoll.

Birrer betonte: «Den Tag der Arbeit braucht es heute länger je mehr.» Durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt habe sich schon viel verändert, und es werde noch weitere Veränderungen geben. In die gleiche Kerbe schlug auch Wicki. Sie findet es sehr wichtig, dass die Rolle und Bedeutung von älteren Arbeitnehmern vermehrt thematisiert wird. Auch für Gewerkschafter Kuert ist der Tag der Arbeit unverzichtbar: «Den meisten Schweizern geht es zwar materiell gut, aber ganz viele leiden an ihrem Arbeitsplatz. Vor allem die Angst, den Job zu verlieren, wird immer verbreiteter.»

«Leistungsabbau» oder «guter Wurf»

Bei der Altersreform 2020, über die am 24. September abgestimmt wird, drifteten die Meinungen der Podiumsteilnehmer weit auseinander. Röthlisberger sagte: «Diese Vorlage schiesst am Ziel vorbei.» Die erste und die zweite Säule sollten nicht miteinander vermischt werden. «Der angestrebte Leistungsausbau bei der AHV ist eigentlich nicht nötig», so der Präsident von Wirtschaft Uri. Ein Scheitern dieser Vorlage wäre keine Katastrophe. «Im Gegenteil, denn das würde den Weg für den Aufbau einer schlankeren Reform ebnen.» Birrer widersprach: «Die Altersvorsorge 2020 ist ein guter Wurf.» Und Kuert bezeichnete sie als «Kompromiss, hinter dem die Gewerkschaften trotz gemachter Konzessionen stehen können». Wicki schickte Lob nach Bern: «Bei dieser Vorlage ist zweifellos gute Arbeit geleistet worden.» Zum Schluss der Diskussion wurden aus dem Publikum viele zum Teil auch kritische Fragen gestellt. Das neue Konzept der 1.-Mai-­Feier hat sich bereits zum ersten Mal bezahlt gemacht.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

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