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ALTDORF: Wenn Asylsuchende Fasnächtler werden

Beim Fasnachtsumzug machten nicht nur einheimische Fasnächtler mit, sondern auch junge Frauen und Männer aus Afghanistan, Somalia, Syrien und Portugal. Möglich gemacht haben das Projekt drei junge Urnerinnen.
Markus Zwyssig
Asylsuchende mischten sich am Fasnachtsumzug in Altdorf mit Einheimischen unter die Narren. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 12. Februar 2018))

Asylsuchende mischten sich am Fasnachtsumzug in Altdorf mit Einheimischen unter die Narren. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 12. Februar 2018))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

In ihrer Heimat gibt es keine Fasnacht, so wie wir sie kennen. Weil sie schon ein paar Jahre in Uri leben, sind ihnen Katzenmusik und Narren nicht mehr ganz so fremd. Aktiv mitgemacht haben die sieben Asylsuchenden aber noch nie. Daher war es für die jungen Frauen und Männer aus Afghanistan, Somalia und Syrien gestern eine besondere Premiere. Verkleidet als Quallen mit Tentakeln, erlebten die 17- bis 23-Jährigen am Altdorfer Fasnachtsumzug, was es heisst, als Narr unterwegs zu sein. Zudem waren zehn Personen aus der Schweiz dabei und eine aus Portugal.

Möglich gemacht haben den besonderen Auftritt Jasmin Müller, Melanie Zehnder und Salome Bricker. Die drei 23-jährigen Urnerinnen sind fasnachtsbegeistert und machen dieselbe Ausbildung. Das Projekt «Fasnacht verbindet» ist im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums des Departements Soziale Arbeit der Hochschule Luzern entstanden. Dazu haben die Studenten insgesamt 100 Aktionen geplant.

SRK half bei der Suche nach Umzugsteilnehmern

Unterstützt wurden die drei jungen Frauen neben der Hochschule Luzern auch vom SRK Uri, welches einen Raum zum Basteln zur Verfügung stellte. Zudem hat das SRK unter den Asylsuchenden Werbung gemacht und dafür gesorgt, dass es genügend Umzugsteilnehmer gab. Das Thema für den Fasnachtsumzug haben die drei Frauen vorgegeben. «Die Gwändli sind einfach zu basteln und doch recht wirkungsvoll», sagt Melanie Zehnder. Bewusst haben sie sich für die Unterwasserwelt entschieden. «Mit dem Auftritt verfolgen wir keinerlei politische Absichten», stellt Jasmin Müller klar. «Es geht uns einzig und allein um die Integration von Asylsuchenden. Auch sie sollen aktiv an der Fasnacht mitmachen können.»

Bereits im November begannen die ersten Arbeiten für den Altdorfer Fasnachtsumzug. Die Asylsuchenden haben mitgeholfen, insgesamt 22 Gwändli zu basteln. «Sie waren megaschnell beim Basteln», gibt sich Jasmin Müller erstaunt. «Am besten hat den Asylsuchenden das Bohren und Sägen gefallen», ergänzt Melanie Zehnder. Denn die Asylsuchenden haben auf einem Leiterwagen auch eine zwei Meter hohe Qualle gebaut, die sie gestern am Umzug mitgezogen haben. Die Fussgruppe war alles andere als mit leeren Händen am Umzug unterwegs. 20 Kilo Konfetti und 10 Kilo Zuckerbohnen hatten sie mit dabei.

Die drei Frauen haben auf Facebook und Instagram das nicht alltägliche Projekt bekanntgemacht. Die Reaktionen im Kollegenkreis waren durchwegs positiv. «Alle fanden es cool, dass wir etwas mit Asylsuchenden machen», so Salome Bricker. Und auch beim Umzug waren die Reaktionen sehr gut. «Einige haben sogar geklatscht und den Daumen nach oben gezeigt», sagt Salome Bricker erfreut. «Zudem standen die Familien unserer Umzugsteilnehmer am Strassenrand.»

Trotz Erfolg bleibt es eine einmalige Sache

Die Fasnacht ist eine gute Gelegenheit, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Die Verständigung ist für die jungen Asylsuchenden kein Problem. Alle sprechen relativ gut Deutsch. Sie leben in einer WG oder bei einer Pflegefamilie und sind recht gut integriert. Der Auftritt an der Fasnacht wird aber wohl ein einmaliger bleiben. «Im kommenden Jahr sind wir im Praktikum», erklärt Jasmin Müller. «Da bleibt wohl keine Zeit, für die Fasnacht ein neues Projekt in Angriff zu nehmen.»

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