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ALTDORF: «Winkel» als Eldorado der Jäger

Die Trophäenschau mit Pelzfellmarkt am Wochenende war einmal mehr ein grosser Erfolg. Stolze 306 Trophäen wurden präsentiert, und 437 Felle wechselten den Besitzer. Zu reden gaben an der Ausstellung vor allem die Herdenschutzhunde.
Die Trophäenschau und der Pelzfellmarkt waren gut besucht. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 10. März 2018))

Die Trophäenschau und der Pelzfellmarkt waren gut besucht. (Bild: Georg Epp (Altdorf, 10. März 2018))

Ein kurzes Gespräch mit Gleichgesinnten hier, ein Händedruck dort oder kurz gesagt: Die Trophäenschau ist und bleibt der beliebte Treffpunkt der Jägerschaft und ihrer Anhänger. Michael Planzer, neuer OK-Präsident, zeigte sich rundum zufrieden mit dem Anlass, der am Freitag und Samstag stattfand. Rund 90 Helfer waren nötig, um den Gross­anlass zu organisieren. Zirka 1500 Besucher bewunderten die gelungene Trophäenschau.

Zur Eröffnung freute sich Planzer, zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti, Landratspräsident Christoph Schillig, Beat Annen vom Amt für Forst und Jagd, Hans Regli, Talammann von Ursern, aber auch viele treue Sponsoren, zu begrüssen. Ein spezieller Dank ging an die Hegeobmänner, die die Trophäen bei den Jägern einsammelten und in den Winkel nach Altdorf brachten. Mit 306 Trophäen (75 Rehböcke, 131 Gämsen, 69 Hirschtiere, 31 Steinwild) präsentierte man für Urner Verhältnisse einen starken Rückblick aus der Jagd 2017.

Für die 26-jährige Silvia Arnold aus Unterschächen wird die Jagd 2017 noch lange in Erinnerung bleiben. Allein auf der Pirsch, ­hatte sie das Glück, in der ­«Stubä» oberhalb Ried/Intschi einen aussergewöhnlich schönen Hirschstier (173 Kilogramm) zu erlegen, und auch ihre ausgestellte Gämsgeiss ist einzigartig. Gelernt hat sie das Waidhandwerk von Vater Kari («Spiss-Kari»). Jede Trophäe hat ihre eigene Geschichte: Mit 750 Bildern auf Grossleinwand wurden Erinnerungen auf die vergangene Hochwildjagd wachgerufen.

Deutlich höhere Zahlen gegenüber Vorjahr

Nachdem am Freitagabend das Fest der Jäger ausgiebig gefeiert wurde, ging am Samstagmorgen der Pelzfellmarkt über die Bühne. Auch hier wurden überall höhere Zahlen gegenüber dem Vorjahr (300) registriert, nämlich total 437 Felle. Sie waren aufgeteilt in 334 Fuchs-, 84 Marder-, 15 Dachshäute und vier diverse Felle.

Das Feilschen um gute Preise begann bereits um 8 Uhr. Seit einigen Jahren wird eine Jagdgruppe oder eine Jagdregion eingeladen, mit ihren Trophäen die Kaffeestube zu schmücken. Unter der Regie von Werner Walker sorgten diesmal die «Stränzämättäli-­Jeger» vom Ried/Intschi für eine separate Trophäenschau. Im Obergeschoss sorgten 16 Aussteller für einen kleinen Warenmarkt. Waffen, Jagdschmuck, Kräutersalben, Ledersachen, Pelze, Jagdbekleidung, Stein und Glasgravuren, Schnitzereien, «Ürner Hüsgmachts», Tessiner Spezialitäten und vieles mehr wurde angeboten. Eine grosse Tombola belebte die Trophäenschau zusätzlich, und die Jagdhornbläsergruppe Bärgarvä umrahmte das Treffen der Jagdanhänger musikalisch.

Zerstörung des Tourismus wird befürchtet

Hauptthemen in angeregten Diskussionen waren einmal mehr die Grossraubtiere Wolf und Luchs. Die Hunde, die Schafe vor Angriffen durch Wölfe schützen sollten, verängstigen laut Talammann Hans Regli immer mehr Wanderer und Biker und zerstören damit den Sommertourismus. Viele Jäger zeigen Verständnis für die Urschner. Klar äusserte sich SVP-Landrat Toni Infanger aus Bauen, ehemaliger Wildhüter: «Ein Herdenschutzhund ist ein Krebsgeschwür in Tourismusregionen, ich habe selber schon kritische Situa­tionen miterlebt. Man muss hier unbedingt Lösungen finden, um bei Grossraubtieren schneller ­regulieren zu können, sonst wird die Gefahr von illegalen Abschüssen immer grösser.»

Weniger angeregt ging es beim Thema Luchs zu und her. Eine Regulierung ist hier möglich, wenn die Luchsdichte von 1,5 selbstständigen Luchsen (das heisst älter als einjährig) pro 100 Quadratkilometer überschritten wird. Im Kanton Uri beträgt die Luchsdichte aktuell 1,9 Luchse pro 100 Quadratkilometer, wie das am 8. Dezember 2016 gestartete Fotofallenmonitoring ergab. Gemäss Andreas Gnos, Vizepräsident des Urner Jägerverein, ist man Ende Januar mit den Umweltverbänden zusammengekommen. Dank guten Gesprächen hat man sich für eine Kompromisslösung entschieden. Die kantonale Jagdverwaltung wird demnächst ein Gesuch an das Bundesamt für Umwelt stellen, um eine Regulierung des Luchses in Uri zu ermöglichen. Die GV des Urner Jägervereins geht am 13. April in Wassen über die Bühne und die Hochwildjagd 2018 startet am 10. September.

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

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