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ALTDORF: «Wir haben uns nicht verstellt»

Der «Lehnhof» hat in einer SRF-Sendung das Rennen gemacht. Nun sagt der Geschäftsführer, welche Auflagen es gab und wie mit dem Erfolg umgegangen wird.
Anian Heierli
Geschäftsführer Philippe Engi und Koch Bruno Welti kümmern sich seit einem halben Jahr um das Wohl der Gäste im «Lehnhof». (Bild Anian Heierli)

Geschäftsführer Philippe Engi und Koch Bruno Welti kümmern sich seit einem halben Jahr um das Wohl der Gäste im «Lehnhof». (Bild Anian Heierli)

Anian Heierli

Dem «Lehnhof» in Altdorf werden zurzeit die Türen beinahe eingerannt. «Am Wochenende sind Leute sogar von Basel und Aarau extra hierher gekommen», staunt Geschäftsführer Philippe Engi (23). Grund für den Ansturm ist die Sendung «Mini Beiz, dini Beiz», in der sich vier Gastrobetriebe gegenseitig massen. Am Freitag stand schliesslich der Gewinner fest: Mit einem kreativen Menü überzeugte der Altdorfer «Lehnhof» andere Stammgäste am meisten. Und bereits am darauffolgenden Tag fuhren Gäste aus der ganzen Schweiz extra nach Uri, um im «Lehnhof» zu essen. Die kulinarischen Touristen bestellten, was sie zuvor im Fernsehen gesehen hatten: Poulet Saltimbocca an Marsalajus mit Stampfkartoffeln und Gemüse. Und als Dessert Tiramisu im Tontöpfli. Noch immer steht dem 23-jährigen Attinghauser Geschäftsführer der Stolz über den Sieg ins Gesicht geschrieben. Zu Recht, wenn man bedenkt, dass er das Restaurant und das junge Team erst seit einem halben Jahr führt.

Kreativität ist entscheidend

Das Erfolgsrezept des «Lehnhof»-Teams klingt simpel. «Wir verwenden regionale, saisonale und frische Produkte», sagt Küchenchef Bruno Welti (25) aus Schattdorf. Doch für den Sieg brauchte es noch eine weitere Zutat. Und zwar «Kreativität», wie Welti betont. Saltimbocca und Tiramisu sind zwei der grossen italienischen Klassiker. Welti und Engi bereiten die traditionellen Gerichte aber mit einem modernen Touch zu. Er servierte das Tiramisu in einem Tontopf und richtete das Dessert so an, dass es einem Kräutertopf – der sonst eher auf einem Balkon als auf dem Esstisch steht – zum Verwechseln ähnlich sieht. «Seit die Sendung ausgestrahlt wurde, haben wir mehrere Anfragen nach den Töpfen erhalten», so Geschäftsführer Engi. Die Leute hätten wissen wollen, ob es sich um spezielle Tontöpfe handelt – und auch, ob das den gängigen Lebensmittelgesetzen entspricht.

Tontöpfe im Baumarkt gekauft

Engi beantwortet beide Fragen mit Ja: «Wir haben die Töpfe aus dem Baumarkt», hält er fest. «Und wir hatten schon lange vor der Sendung abgeklärt, ob Essen in solchen Tontöpfen serviert werden darf.» Denn das Menü samt Dessert wurde schon vor «Mini Beiz dini Beiz» im «Lehnhof» angeboten. «Wir haben uns für die Sendung nicht verstellt», betont Küchenchef Welti. «Alles, was wir gekocht haben, stammt von unserer Karte.» SRF hatte im Vorfeld der Sendung nichts am Menü auszusetzen. Dieses musste das Lehnhofteam frühzeitig bekannt geben. Ansonsten redeten die Fernsehmacher den Köchen aber nicht ins Konzept. «Wir hatten wenig Vorgaben», sagt Welti. «Die einzige Regel war, dass unser Stammgast, der auch an der Sendung teilgenommen hat, in der Küche mithilft.»

Die Kriterien, nach denen SRF die Beizen für die Sendung auswählt, sind Philippe Engi nicht genau bekannt. «Zwei SRF-Leute hatten aber schon vor der eigentlichen Sendung im ‹Lehnhof› einen Kurzfilm gedreht», erinnert er sich. «Wir mussten uns kurz vorstellen und zeigen, wie der Betrieb läuft.» Dieses Filmmaterial wurde nicht ausgestrahlt und diente SRF lediglich für die interne Bewerbung.

Brüder schaffen es auf Platz zwei

Von SRF ausgewählt wurden letztlich vier Urner Beizen, die in der Sendung gegeneinander angetreten sind. Auf Platz zwei schafften es die Wirten-Brüder Carlo und Andreas Herger vom Restaurant Beck in Attinghausen. Die Brüder sind für ihre Cordon Bleus und Steaks bekannt. Auf dem dritten Platz lag das «Bow Bazar». Es ist das einzige indische Restaurant im Kanton Uri, das seit knapp einem Jahr von Rakesh Kumar Ghabge geführt wird. Das Restaurant zum Dörfli in Hospental lag auf Platz vier, das Andreas Schmid führt.

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