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ALTDORF: «Wir machen etwas Verrücktes»

Am «Moove Uri» werden Skifahrer im «Winkel» ihre halsbrecherischen Stunts zeigen. Der Schnee für diesen Event kommt direkt aus der Valascia in Ambri.
Elias Bricker
OK-Präsident Roman Waser (links) und OK-Mitglied Marcel Greimel werden im «Winkel» ebenfalls mit den Ski über die Schanze springen. (Bild: Elias Bricker / Neue UZ)

OK-Präsident Roman Waser (links) und OK-Mitglied Marcel Greimel werden im «Winkel» ebenfalls mit den Ski über die Schanze springen. (Bild: Elias Bricker / Neue UZ)

Skifahrer oder Snowboarder, die über halsbrecherische Schanzen springen und dabei noch die verrücktesten Tricks zeigen, Saltos machen und sich dreimal um die eigene Achse drehen: Das nennt man Big-Air-Contest. Im Winter finden im Kanton Uri jeweils gleich mehrere solche Freestyle-Wettkämpfe statt – so etwa auf dem Ratzi, auf Gitschenen oder auf den Eggbergen. Am Freitag, 9. Oktober, und Samstag, 10. Oktober, findet ein solcher Event für einmal nicht in den Bergen statt, sondern mitten in Altdorf (siehe unsere Zeitung vom 11. August). Auf dem Winkel-Platz wird dafür extra eine riesige Schanze aufgebaut. Daneben bietet der Event «Moove Uri» auch musikalisch einiges (siehe Box). Hinter dem Anlass steckt der Verein Filmhouse. Die «Neue Urner Zeitung» sprach mit OK-Präsident Roman Waser (26) und OK-Finanzchef Marcel Greimel (22).

Roman Waser und Marcel Greimel, im Oktober einen Schneesportevent zu organisieren, und das auf nur gerade 458 Meter über Meer: Das ist doch einfach verrückt?

Marcel Greimel: Etwas Verrücktes zu machen, das ist genau unser Ziel. Eigentlich ist der Zeitpunkt für einen solchen Anlass ideal. Der Winter steht vor der Tür. Viele Leute können es kaum erwarten, bald wieder auf den Ski oder auf dem Brett zu stehen. Die Vorfreude auf den Winter ist auch bei uns gross. Mit dem «Moove Uri» läuten wir quasi den Winter ein.

Doch es gibt ja ein grundsätzliches Problem: Woher wollt ihr denn jetzt im Oktober Schnee hernehmen?

Roman Waser: Ich hoffe einfach, dass es am Freitag, 9. Oktober, schneit (lacht).

Und wenn nicht?

Waser: Nein, ganz im Ernst. Den Schnee müssen wir in Eishallen holen. Dort wird das Eisfeld ja jeden Tag abgekratzt. Dabei bleibt etwas übrig, das wie Schnee ist. Im Normalfall lassen die Hallenbetreiber diesen Schnee einfach schmelzen. Nun können wir dieses Material aber holen. Der Schnee kommt also direkt aus der Valascia in Ambri und aus der Eishalle in Küssnacht am Rigi. Insgesamt benötigen wir rund 160 Kubikmeter von diesem Schnee. Das sind sechs bis sieben gefüllte Lastwagen.

Trotzdem: Im Urner Reusstal kann es ja dank des Föhns auch im Herbst jeweils noch sehr warm werden. Keine Angst, dass euch der Schnee wegschmilzt?

Waser: Eigentlich nicht. Der Schnee kommt erst am Freitagmorgen in Altdorf an. Bis dahin wird er ja gekühlt. Und da der Schnee aus Eishallen kommt, handelt es sich eigentlich mehr um Eis als um Schnee. Und Eis schmilzt ja bekanntlich viel weniger schnell als Schnee. Es müsste also schon sehr heiss werden, dass uns die ganze Rampe wegschmilzt.

Greimel: Doch der Föhn könnte dennoch ein Problem werden. Sollte er am Wettkampftag zu stark wehen, könnten wir aus Sicherheitsgründen nicht springen. Dann würden die Springer einfach andere Kunststücke zeigen und etwa mit den Ski über Treppengeländer sliden.

Welche Reaktionen gibt es, wenn ihr erzählt, dass ihr einen Freestyle-Event mitten in Altdorf organisieren werdet?

Waser: Die Reaktionen sind inzwischen eigentlich sehr positiv. Anfänglich trauten uns aber viele Leute nicht zu, dass wir einen solchen Anlass auf die Beine stellen können. Sie taten unsere Idee als Hirngespinst ab.

Hinter dem Anlass steckt der Verein Filmhouse. Wer seid ihr eigentlich?

Greimel: Filmhouse ist eigentlich unsere Kindheitsfirma (lacht). Bereits als wir noch in Seedorf in der Primarschule oder in der Oberstufe waren, haben wir diesen Verein gegründet.

Waser: Bereits von Anfang an drehte sich bei uns alles um Freestyle. An den Wochenenden gingen wir in die Berge, bauten Schanzen und drehten unsere eigenen Freestyle-Filmchen, die wir danach ins Internet stellten.

Greimel: Neben Skifahren und Snowboarden machten wir aber auch Filme vom Skaten, Downhill-Fahren oder Klippenspringen am Urnersee.

Waser: Und eigentlich wollten wir immer schon einmal einen solchen Event im Talboden organisieren. Die Leute sollen sehen, was wir sonst in den Bergen so machen.

Ihr rechnet am «Moove Uri» mit bis zu 2000 Zuschauern. Ihr rührt da also gleich mit der ganz grossen Kelle an.

Greimel: Wir wollen etwas bieten, das es im Kanton Uri noch nie gegeben hat.

Waser: Wir sind in der Szene stark verankert. Deshalb haben sich inzwischen auch bereits viele Springer angemeldet. Auch für sie dürfte es speziell sein, für einmal im Talboden zu springen. Es geht für sie also auch ums Erlebnis und nicht nur um den Wettkampf.

Werdet ihr selber auch über den Kicker springen?

Waser: Wir werden am Event sicher ganz viel zu tun haben ...

Greimel: ... doch wir lassen es uns bestimmt nicht nehmen, selber zu springen. Wenn wir schon eine solche Rampe stellen, dann müssen wir einfach springen.

Elias Bricker

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