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Altdorf: «Z’Diräkters» laden in ihre Villa zum Besuch ein

Walter Sigi Arnold zeigte auf einem Rundgang, wie die Fabrikantenfamilie Dätwyler einst lebte und wie das Haus für Musik entstand.
Markus Zwyssig
Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold schlüpft in die Rolle des Firmenpatrons Adolf Dätwyler. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold schlüpft in die Rolle des Firmenpatrons Adolf Dätwyler. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Einst war es die Fabrikantenvilla der Familie Dätwyler. Der Urner Unternehmer Adolf Dätwyler hatte die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 27 in Altdorf 1924 erbaut. 1997 machte Max Dätwyler aus dem elterlichen Wohnhaus ein Zuhause für die Musikschule Uri. Diese darf verschiedene Räumlichkeiten im Haus nutzen. Im Garten des heutigen Hauses der Musik sind Werke verschiedener Künstler zu sehen. Zu bestimmten Zeiten ist der Garten öffentlich zugänglich. Zum europäischen Tag der Stiftungen bot die Dätwyler-Stiftung gestern Gelegenheit, auch die sonst verschlossenen Räumlichkeiten der Familie zu sehen.

Begrüsst wurden die Gäste auf dem Rundgang von der resoluten Haushälterin Cilly Meier. Mit österreichischem Schneid befahl das Fräulein wie anno dazumal den Gästen: «Putzen sie gefälligst die Schuhe und berühren sie keines der wertvollen Bilder.» Das war nur eine der Rollen, die der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold verkörperte. Die Dätwyler-Stiftung hat den Urner Christoph Zurfluh beauftragt, einen szenischen Rundgang durch das Haus zu schreiben.

Die fünf Führungen waren alle ausgebucht

Walter Sigi Arnold machte fünf informative und unterhaltsame Führungen durch das Haus und den Garten. Das Interesse war gross. Die Rundgänge waren mit jeweils rund 15 Teilnehmern alle ausgebucht. Arnold spielte auch Adolf Dätwyler, den Patron des Hauses. «Für mich war die Kunst eine Herzensangelegenheit und nicht eine Geldanlage», sagte Arnold in der Rolle von Dätwyler. Heinrich Danioth war ein Freund des Hauses und wurde von der Familie stets besonders gefördert. Über viele Jahre baute sie eine bedeutende Sammlung des Urner Künstlers auf.

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold führte auf einem szenischen Rundgang durch die ehemalige Fabrikantenvilla der Familie Dätwyler und durch die grosszügige Gartenanlage. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold führte auf einem szenischen Rundgang durch die ehemalige Fabrikantenvilla der Familie Dätwyler und durch die grosszügige Gartenanlage. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Adolf Dätwylers Frau Seline wurde als perfekte Gastgeberin geschildert. Sie war das soziale Gewissen des Unternehmens, gratulierte Mitarbeitern zu runden Geburtstagen, Dienstjubi­läen und freudigen Ereignissen. Sie machte aber auch Spitalbesuche und kondolierte, wenn jemand verstarb.

Weil die Dätwyler-Stiftung ihren rechtlichen Sitz mit Büros und Sitzungszimmer im Haus hat, schlüpfte Arnold auch in die Rolle des heutigen Stiftungsratspräsidenten Hansheiri Inderkum. Das passte zum europäischen Tag der Stiftungen, den zentralen und europaweiten Aktionstag für diese Art von Einrichtungen. Dieser Tag soll auf das Wirken von Stiftungen aufmerksam machen und wurde im Jahr 2013 vom europäischen Donors and Foundations Network ins Leben gerufen.

Dätwyler-Stiftung machte erstmals mit

Rund um den europäischen Tag der Stiftungen finden auch in der Schweiz vielfältige Veranstaltungen statt, um einen Einblick in die Stiftungswelt zu vermitteln. Die Dätwyler-Stiftung hat dieses Jahr zum ersten Mal an diesem Tag mit einer eigenen Veranstaltung mitgemacht. So waren denn auch Hansheiri Inderkum persönlich sowie Geschäftsleiterin Susanne Dönnert auf dem Rundgang mit dabei. Die Schweizer Stiftungslandschaft wird in einer Mitteilung der Dätwyler-Stiftung als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Hierzulande engagieren sich über 13000 gemeinnützige Stiftungen in den Bereichen Kultur, Gesundheit, Soziales oder Entwicklungshilfe. Auch in Uri wirken einige gemeinnützige Förderstiftungen. Sie würden einen positiven Beitrag zur Entwicklung des gesamten Kantons leisten und Schwerpunkte setzen, heisst es in der Mitteilung.

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold führt durch die grosszügige Gartenanlage, in der Werke verschiedener Künstler zu sehen sind. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold führt durch die grosszügige Gartenanlage, in der Werke verschiedener Künstler zu sehen sind. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 1. Oktober 2019)

Stiftung fördert mit 14 Millionen Franken

Die Dätwyler-Stiftung hat seit ihrer Gründung 1990 total 14 Millionen Franken an verschiedene Förderprojekte vergeben. Davon sind rund 12 Millionen Franken im Kanton Uri und 2 Millionen Franken für Projekte in der Zentralschweiz gesprochen worden.

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