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Altdorfer CVP-Landrätin will die politische Bildung stärken

Céline Huber fordert, dass der politischen Bildung im Lehrplan 21 im Kanton Uri ein wesentlich höherer Stellenwert beigemessen wird. Sie hat dazu ein Postulat eingereicht.
Markus Zwyssig
Der politischen Bildung soll an der Schule - hier in Bürglen - eine höhere Bedeutung beigemessen werden. (Bild: Archiv Urner Zeitung, Bürglen, 2017)

Der politischen Bildung soll an der Schule - hier in Bürglen - eine höhere Bedeutung beigemessen werden. (Bild: Archiv Urner Zeitung, Bürglen, 2017)

Landrätin Céline Huber (CVP, Altdorf) hat festgestellt, dass im Lehrplan 21 die politische Bildung innerhalb des Fachbereichs «Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG)» unter der Rubrik «Räume, Zeiten, Gesellschaften» erwähnt wird. «Politische Bildung ist im Lehrplan 21 kein eigener Fachbereich.» Erst im 3. Zyklus werde «Politische Bildung» unter «Demokratie und Menschenrechte verstehen und sich dafür engagieren» im Lehrplan 21 thematisiert.

Die Verbindlichkeiten der Inhalte in diesem Bereich seien jedoch unterschiedlich. Generell fehlt für Huber ein konkreter verbindlicher Auftrag, sich mit den Mechanismen der Schweizer Demokratie, der politischen Meinungsbildung, Verhältnis Staat und Wirtschaft oder der Siedlungsraumgestaltung umfassend auseinanderzusetzen. Ausserdem sei es jeder Lehrkraft selbst überlassen, wo sie ihre Schwerpunkte bezüglich «Politische Bildung» letztendlich setze.

Viele trauen sich mangels politischer Bildung nicht zu, ein Amt zu übernehmen

Céline Huber vertritt in ihrem am Mittwoch eingereichten Postulat die Ansicht, dass im Lehrplan 21 Uri dem Thema «Politische Bildung» ein wesentlich höherer Stellenwert beigemessen und die Einführung eines eigenen Faches für politische Bildung im Lehrplan geprüft werden müsse, um negativen Entwicklungen im Kanton Uri entgegenzuwirken. Dazu gehören, dass bei der Jugend mangelnde Kenntnisse und Interessen an politischen Vorgängen und Kenntnisse unserer staatlichen Institutionen bestehen würden und die Stimmbeteiligung abnehmend sei.« Insbesondere in kleinen Gemeinden hat man Schwierigkeiten, Ämter in den Behörden zu besetzen», so Huber.

Es dürfe nicht sein, dass das Milizsystem per se ins Wanken gerate, weil sich immer weniger Mitbürger für Öffentlichkeitsarbeit interessieren und zur Verfügung stellen würden. «Ein Grund hierfür ist sicher, dass sich die Leute, mangels einer ausreichenden politischen Bildung nicht zutrauen, ein Amt zu übernehmen», gibt sich Huber überzeugt.

Neues Buch weist auf Bedeutung der Milizarbeit hin

Céline Huber verweist in ihrem Vorstoss auf das Buch «Milizarbeit in der Schweiz» des Wissenschaftler-Teams unter der Projektleitung von Markus Freitag, Politikwissenschaftler an der Universität Bern. Dieses basiert auf einer breit angelegten Umfrage bei Milizbehörden in der ganzen Schweiz. Als Schlussfolgerung schlägt Freitag eine Stärkung der politischen Bildung an der Volksschule vor, denn hier habe die Schweiz Nachholbedarf: «Dabei wäre es gerade in unserem politischen System mit seinen hohen Anforderungen wichtig, die junge Generation gut aufzuklären und zu sensibilisieren.»

Obwohl der Lehrplan 21 möglichst unverändert eingeführt werden solle, bestehte die Möglichkeit, Uri spezifische Anpassungen vorzunehmen. «Entsprechend ist davon auszugehen, dass auch bezüglich dem Postulat zugrundeliegendem Bedürfnis an stärkerer Verbindlichkeit der politischen Bildung der Jugend ebenfalls Rechnung getragen werden kann.» Huber fordert daher den Regierungsrat in ihrem Vorstoss auf, dem Erziehungsrat den Inhalt dieses Postulats zu übermitteln mit dem Auftrag, das Fach Politische Bildung seiner Bedeutung entsprechend verbindlich in den Lehrplan 21 aufzunehmen.

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