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Altdorfer Know-how weist den Weg

Wegweiser der Altdorfer Arnold Reklamen AG zählen schweizweit zu den qualitativ besten. Dave Arnold erklärt, weshalb das so ist und was vor dem ersten Einsatz im Gelände alles zu tun ist.
Remo Infanger
Dave Arnold, Geschäftsinhaber der Arnold Reklamen AG, steht vor seinem Lager mit über 3000 Wegweiser-Schildern. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 10. Juli 2018)

Dave Arnold, Geschäftsinhaber der Arnold Reklamen AG, steht vor seinem Lager mit über 3000 Wegweiser-Schildern. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 10. Juli 2018)

Sie führen zwar nicht gleich bis hinunter nach Rom, weisen aber den Weg zu den abgelegensten Hütten inner- und ausserhalb des Kantons Uri. Hergestellt werden sie in Altdorf, und sie zählen schweizweit zu den besten ihrer Art. Die Rede ist von den augenfälligen Wegweisern an Schweizer Wanderwegen. Dave Arnold, Inhaber der Firma Arnold Reklamen AG, fertigt sie zusammen mit seinem Team in der Werkstatt seines Unternehmens in Altdorf an. In Zusammenarbeit mit regionalen Beschriftern anderer Kantone sind es jedes Jahr rund 4000 Stücke.

«Vor über zehn Jahren hat uns der Kanton angefragt, ob wir imstande wären, auch Wegweiser für Uri zu produzieren», blickt der 42-jährige Altdorfer zurück. «Wir konnten diese Frage mit Ja beantworten.» Lange Zeit galt nämlich eine auswärtige Firma als Koryphäe in der «Wegweiser-Branche», und fast alle Verantwortlichen der Kantone hätten die Wegbeschilderungen bei diesem Unternehmen bestellt. «Mit diesem Auftragsvolumen können wir nun die Wertschöpfung in Uri behalten und stolz behaupten, dass der Wegweiser ein Urner Produkt ist», so Arnold.

«Frieren bei minus 20 Grad, schwitzen bei 40 Grad»

Bevor die mehreren Tausend Schilder in Uri und in acht weiteren Kantonen aufgestellt werden können, braucht es aber das nötige Know-how bei der Produktion. «Wir haben getüftelt, wie die Wegweiser beschichtet sein müssen, damit sie möglichst lange Wind und Wetter standhalten», erklärt Arnold. Dafür habe das Team seine Prototypen in der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) in Dübendorf auf deren Beständigkeit testen lassen. «In speziellen Räumen kann die Empa extreme Wetterbedingungen simulieren, die auf das Testprodukt einwirken», so Arnold. «Mal frieren die Schilder bei minus 20, in der nächsten Stunde schwitzen sie bei plus 40 Grad Celsius.» So könne man bereits nach einigen Monaten sagen, wie die aufgestellten Wegweiser in 15, 20, oder 25 Jahren aussehen würden. Schliesslich seien einige Schilder im Gebirge das halbe Jahr über im Schnee vergraben.

Auch einer stark erhöhten UV-Bestrahlung wurden die Urner Produkte in der Testphase ausgesetzt. «Das ist wichtig, weil die UV-Belastung pro 1000 Meter Höhe um zirka das Doppelte zunimmt», erklärt Arnold.

«Nach den Wettersimulationen haben wir erkannt, dass wir mit unserem speziell entwickelten Druckverfahren eine Top-Qualität erzielen können, welche diejenige der von anderen Firmen hergestellten Schilder übertrumpft», sagt Arnold. Dieses Verfahren bleibe aber ein Geschäftsgeheimnis: «Das ist wie die nötige Prise einer Geheimzutat, die Grossmutter am Schluss in ihren Kuchen mischt», zieht er einen Vergleich.

Schild durchläuft viele Arbeitsschritte

Bis der fertige Wegweiser seinen Zweck im Gelände erfüllen kann, durchläuft er viele Arbeitsschritte: Zuerst wird eine Aluminiumplatte vorbehandelt und auf der CNC-Maschine zugeschnitten, danach wird das Schild gelb, rot oder blau eingefärbt – je nachdem, welchen Schwierigkeitsgrad die Wanderung aufweist oder ob es sich beispielsweise um einen Fahrradweg handelt. Anschliessend wird das Schild in unterschiedlichen Verfahren beschriftet. Nach der abschliessenden Oberflächenbehandlung ist der Wegweiser einsatzbereit.

Danach heisst es für Dave Arnold aber nicht, Wanderschuhe schnüren und den Rucksack mit fertigen Schildern beladen. «Für das Aufstellen der Wegweiser ist der Kanton Uri in Zusammenarbeit mit dem Verein Urner Wanderwege zuständig», erklärt Arnold. Auch für die Informationen, wie etwa die Zeitangabe der Wanderung, sorgt der Verein. «Diese Zusammenarbeit ist sehr lobenswert», betont Arnold. Die Produktion verlaufe aber nicht immer ganz fehlerfrei. «Hin und wieder kommt es vor, dass wir bei der Schlusskontrolle einen Rechtschreibfehler entdecken», nennt Arnold ein Beispiel.

Smartphone in den Bergen weglassen

Auf die Frage, ob die physischen Wegweiser mit der zunehmenden Digitalisierung irgendwann überflüssig werden, antwortet Arnold: «Das ist durchaus möglich. Ich denke aber, dass es schon noch eine Zeit lang dauern wird, bis es effektiv soweit ist.» Zudem müsse man sich als Wanderer halt wirklich auch fragen, ob man zumindest in den Bergen nicht einfach das Smartphone für einmal in der Tasche lassen wolle. «Wer nach Rom will, kann dann ja immer noch zum GPS greifen.»

Vom 15. August bis am 14. Oktober wird im Historischen Museum Uri in Altdorf die Sonderausstellung zum Thema «Wandervögel» gezeigt, in der auch uralte Wegweiser zu sehen sind.

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