Dätwyler übertrifft drei von vier Nachhaltigkeitszielen

2019 konnte der Wasserverbrauch stark reduziert werden. Bei den Brennstoffen gibt es noch Luft nach oben.

Christian Tschümperlin
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Dätwyler AG präsentiert den Nachhaltigkeitsbericht 2019.

Dätwyler AG präsentiert den Nachhaltigkeitsbericht 2019.

Bild: PD / Urner Zeitung

Es sind ehrgeizige Ziele, die sich Dätwyler fürs 2019 gesetzt hatte: Wasser- und Stromverbrauch sowie Abfallmenge pro Umsatzeinheit sollten weltweit in allen Werken um je 3 Prozent reduziert werden, der Brennstoffverbrauch um 6 Prozent. In drei von vier Kategorien konnten die Ziele sogar übertroffen werden.

Der relative Wasserverbrauch sank um ganze 15 Prozent, die relative Abfallmenge um 5,5 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Einsparung von 184 Millionen Litern Wasser oder 900 Kilogramm Abfall pro Million Franken Umsatz. Dätwyler recycelt inzwischen 71 Prozent des Abfalls. Beim Strom wurde das Ziel knapp übertroffen. Der Verbrauch der Brennstoffe sank ebenfalls, allerdings um 0,5 Prozent.

Das dritte Jahr infolge mit grossen Fortschritten bei der Nachhaltigkeit

Zum Ergebnis beigetragen hat ein neuer geschlossener Kühlkreislauf für eine Produktionsanlage im Schattdorfer Werk. Dieses nutzt das Grundwasser zur Klimatisierung und Lüftung. Auch die Inbetriebnahme zweier von drei geplanten Aufbereitungsanlagen zur mehrfachen Wassernutzung im belgischen Werk wirkt sich positiv auf den Nachhaltigkeitsbericht 2019 aus. Es ist bereits das dritte Jahr infolge, in dem der relative Verbrauch von Elektrizität, Brennstoffen sowie die relative Abfallmenge gesenkt werden konnten.

Absolut gesehen stiegen CO2-Ausstoss und Abfallmenge zwar leicht an um 107 Tonnen beziehungsweise 180 Tonnen. Dies sei unter anderem den erstmals berücksichtigten Werken von Parco und Bins in Kalifornien und Brasilien sowie dem organischen Wachstum geschuldet. In Indien wurde das Dätwyler Werk vom Maharashtra Pollution Control Board derweil in die Kategorie jener Unternehmen eingeteilt, welche die geringste Luftverschmutzung verursachen.

Klimaneutralität als Fixstern

Das grosse Ziel von Dätwyler ist es aber, langfristig Klimaneutralität zu erreichen, also Netto Null CO2 auszustossen. Daran arbeite aktuell eine interdisziplinäre Projektgruppe im Unternehmen, wie man im Nachhaltigkeitsbericht weiter erfährt. «In der Schweiz produziert Dätwyler durch die Nutzung eines Holzheizwerks für Prozess- und Heizenergie sowie von Wasserkraft für Strom bereits CO2-neutral», heisst es in einer Mitteilung. Dadurch spart das Unternehmen bereits heute pro Jahr 500'000 Tonnen Heizöl oder 3'600 Tonnen CO2 ein. Mit der Inbetriebnahme eines modernen Blockheizkraftwerks am italienischen Standort im vergangenen Jahr reduziert Dätwyler die CO2-Emissionen um weitere rund 900 Tonnen pro Jahr. Insgesamt investierte das Altdorfer Unternehmen 2019 105 Millionen Franken in den Unterhalt und die Modernisierung der weltweiten Produktionswerke.

Pro Jahr produziert Dätwyler 30 Milliarden Komponenten für Märkte in den Bereichen Gesundheit, Mobilität, Öl und Gas, Getränke und Nahrungsmittel. Dass dabei auch Nachhaltigkeit gefragt ist, dem ist man sich im Unternehmen bewusst. «Zur langfristigen Wertsteigerung und zur Wahrung der unternehmerischen Selbständigkeit streben wir ein nachhaltig profitables Wachstum an. Dabei stellen wir uns den Herausforderungen der Zeit», schreibt CEO Dirk Lambrecht.

Dätwyler AG präsentiert den Nachhaltigkeitsbericht 2019. Das Werk in Schattdorf.

Dätwyler AG präsentiert den Nachhaltigkeitsbericht 2019. Das Werk in Schattdorf.

Bild: Urner Zeitung

2009 trat Dätwyler dem Global Compact der Vereinten Nationen bei. Damit verpflichtete sich das Unternehmen, zehn Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitspraktiken, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung zu befolgen. Dabei spielen auch nachhaltige Lieferketten eine Rolle. Dätwyler beschafft jährlich 56'000 Tonnen Rohmaterialien bei 400 Lieferanten. Die Rohmaterialien stammen zu 70 Prozent aus Europa, zu 20 Prozent aus Asien und zu 10 Prozent aus den USA. Bei der internen Revisionsstelle gingen im Berichtsjahr keine Meldungen zu Verstössen gegen den ethischen Verhaltenskodex ein.