ALTDORF/LAUSANNE: Die Suva zahlt nicht

Der Magenkrebs eines früheren Arbeiters einer Gummifabrik gilt nicht als Berufskrankheit. Das Bundesgericht stützt die Urner Justiz.

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Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Claude Huber / Lausanne)

Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Claude Huber / Lausanne)

Ein heute 81-jähriger Rentner war von 1963 bis 1994 bei einem Urner Unternehmen beschäftigt. Er arbeitete in zwei Abteilungen des Misch- und Walzwerks und ab Frühjahr 1971 im Presswerk der Gummifabrik. 1992 erkrankte er an Blasenkrebs. Die Suva anerkannte dieses Leiden als Berufskrankheit und erbrachte dafür die gesetzlichen Leistungen.

Im Juli 1994 wurde zusätzlich Magenkrebs diagnostiziert. Der Versicherte meldete dies einige Jahre später der Suva. Diese lehnte Leistungen ab, weil der Magenkrebs nicht auf die berufliche Exposition zurückzuführen sei und keine Berufskrankheit vorliege. Die Suva stützte sich auf eine arbeitshygienische Beurteilung der Schadstoffexposition durch Fachpersonen. Sie befanden, es sei nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass der Arbeiter den Schadstoffen in hohem Masse ausgesetzt gewesen sei.

Sowohl das Urner Obergericht als nun auch das Bundesgericht haben diesen Entscheid geschützt, obschon der krebskranke Rentner ein Gutachten eines deutschen Professors präsentiert hatte. Dieses stützte sich aber zur Hauptsache auf Messdaten in deutschen Betrieben der Gummiindustrie. Messungen in Uri waren keine vorgenommen worden.

Gummistaub: Geringe Belastung

Damit war das Gutachten aus Deutschland aber kein genügender Beweis dafür, dass der Magenkrebs des Arbeiters auf die Schadstoffe zurückzuführen ist. Das Bundesgericht verneint das Vorliegen einer Berufskrankheit. Kommt hinzu, dass die Suva ihrerseits Befragungen durch Experten im Betrieb hatte vornehmen lassen. Ein Gutachter kam dabei zum Ergebnis, dass die Belastung durch Gummistaub als gering zu beurteilen und der Magenkrebs mit «überwiegender Wahrscheinlichkeit» nicht auf die Schadstoffexposition zurückzuführen ist.

tzi