Altdorfs Gemeinderechnung 2019
fast 3 Millionen im Plus

Die Einwohnergemeinde Altdorf hat das Rechnungsjahr 2019 abgeschlossen und heute die Zahlen veröffentlicht. Investitionen können demnach wie geplant getätigt werden, trotz gutem Rechnungsabschluss nimmt aber die Pro-Kopf-Verschuldung zu.

Simon Zollinger
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Blick über den Kantonshauptort Altdorf Richtung Schwarzgrat.

Blick über den Kantonshauptort Altdorf Richtung Schwarzgrat.

Urs Hanhart (Altdorf, 2013)

Die Rechnung 2019 der Einwohnergemeinde Altdorf schliesst gemäss einer Mitteilung der Finanzabteilung von heute Mittwoch bei einem Aufwand von 36'569'827.27 Franken und einem Ertrag von 39'498'773.27 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 2'928'946 Franken ab. Das Budget hatte mit einem Ertragsüberschuss von 943'400 Franken gerechnet

Die Steuereinnahmen der natürlichen Personen entwickelten sich positiv. So konnten sowohl für das laufende Jahr wie auch für die Vorjahre höhere Erträge als erwartet verzeichnet werden. Auch bei den juristischen Personen übertrafen die Einnahmen der Vorjahre gemäss Markus Christen, Leiter Finanzabteilung, den budgetierten Betrag. Auf der Aufwandseite fallen die tieferen Abschreibungen sowie die tieferen Kosten für die Pflegefinanzierung positiv auf.

Zusätzliche Erträge bei der Einkommenssteuer

Demgegenüber gibt es aber auch negative Differenzen zum Budget 2019, insbesondere die tieferen Einnahmen bei den Gewinnsteuern des laufenden Jahres für juristische Personen sowie die höheren Kosten für die gesetzliche Sozialhilfe. Die grössten Abweichungen auf Einnahmenseite waren namentlich Einkommenssteuer-Mehreinnahmen bei den natürlichen Personen im Rechnungsjahr (+623'100 Franken), bei den Gewinnsteuern juristischer Personen in Vorjahren (+413'700), bei den Einkommenssteuern (+210'100) natürlicher Personen in Vorjahren sowie den Vermögenssteuern (+128'700), aber auch bei den Erbschafts- und Schenkungs- (+111'400) sowie den Grundstückgewinnsteuern (+100'700). Mindereinnahmen von 676'000 Franken resultierten bei den Gewinnsteuern für juristische Personen 2019.

Die grössten Abweichungen gegenüber dem Budget 2019 auf Ausgabenseite waren einerseits tiefere Abschreibungen (–254'100 Franken), niedrigere Kosten für die Restfinanzierung der Pflegekosten
(–138'800) sowie für Energie, Wasser und Entsorgung (–106'100) und weniger baulicher Unterhalt (–101'500), demgegenüber aber Mehrkosten für die gesetzliche Sozialhilfe von 324'200 Franken.

Es wurde etwas mehr investiert als geplant

Die Bruttoinvestitionen von Altdorf betragen 5,484 Millionen Franken und damit etwas mehr als budgetiert. Die grössten Investitionspositionen waren weitere Teilzahlungen für die Tiefgarage von 3,158 Millionen Franken, Teilzahlungen für die Erweiterung des Schulhauses Hagen von 1,443 Millionen Franken sowie Sanierungskosten für das Theater Uri von etwas über einer halben Million (537'000 Franken).

Die zusätzlichen Abschreibungen in der Höhe des Ertragsüberschusses entlasten die zukünftigen Aufwände Altdorfs nachhaltig und sind für jene Investitionsvorhaben sehr wichtig, die derzeit realisiert werden (Tiefgarage Gemeindehausplatz, Erweiterung Schulhaus Hagen) sowie für geplante Investitionen, etwa die Personenunterführung am Bahnhof oder das neue Feuerwehrlokal.

Die Pro-Kopf-Verschuldung nimmt zu

Trotz des sehr guten Rechnungsabschlusses steigt die Nettoschuld pro Kopf von 409 auf 516 Franken an. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 80,7 Prozent, da die Nettoinvestitionen 2019 überdurchschnittlich hoch waren. Der Gemeinderat Altdorf wertet das Rechnungsergebnis 2019 als sehr erfreulich und beantragt, den Ertragsüberschuss vollumfänglich für zusätzliche Abschreibungen zu verwenden.